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Hilbrand, Hilbrand, August Familie
August (get. Augustin): * 1857-12-2121.12.1857 Klagenfurt, † 1937-11-2525.11.1937 Klagenfurt. Pädagoge, Komponist. Nach der Realschule absolvierte er die Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt, an welcher er Musikunterricht bei H. Neckheim und E. Strohmaier erhielt. Wurde 1878 zunächst Unterlehrer in Völkermarkt (hier zugleich Leiter des Gesangvereins). Ab 1881 Lehrtätigkeit in Wolfsberg, wo er Chorregent der Kapuzinerkirche, der gräflichen Schlosskapelle sowie ab 1889 auch der Stadtpfarrkirche war. In Wolfsberg schuf er erste Vertonungen und leitete den Gesangverein Handelssängerbund sowie ab 1885 auch den örtlichen MGV. Heiratete am 4.9.1882 Friederike (get. Friderica Emilia Judith) Nagel (* 22.5.1853 St. Veit an der Glan/K, † 6.11.1911 Klagenfurt), die im Kirchenchor von Wolfsberg sang (Alt) und vor ihrer Ehe Lehrerin an der Mädchen-Volksschule war. Ab 1888 hielt er bei Bezirkslehrer-Konferenzen wiederholt Vorträge u. a. zu musikpädagogischen Themen. 1896 Rückkehr nach Klagenfurt, wo er wohl als Lehrer und später Volksschuldirektor wirkte. Hier war er zudem Musiklehrer am Marianum und im Priesterseminar, Gesanglehrer am Gymnasium, an der Ackerbauschule, Lehrerbildungsanstalt und im Ursulinenkloster. Zudem wirkte er als Chorregent an der Marienkirche und Leiter mehrerer Männergesangvereine (Vorwärts, Frohsinn 1900–05, Eintracht). 1902 dirigierte er als Bundeschormeister das in Wolfsberg abgehaltene Kärntner Sängerbundesfest. War ab 1905 Mitglied im Arbeitsausschuss für das deutsche Volkslied in Kärnten. Heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau am 3.8.1912 Gisela Hrenn (* 8.10.1876 Klagenfurt, † 18.11.1946 Klagenfurt), Tochter eines Oberrechnungsrates. 1924 wurde er auf eigenen Wunsch hin vom Schuldienst in den Ruhestand versetzt. War über Jahre hinweg Musikredakteur der Wiener Zeitschrift Lyra sowie u. a. der Kärntner Zeitungen Freie Stimmen und Kärntner Tagblatt. Seine Werke erschienen in österreichischen (u. a. A. Robitschek, Wagner und Pock in Graz) und deutschen Verlagen (Eulenburg [Leipzig]). Als Pädagoge führte er einen Lehrgang für Gesangunterricht ein und wurde für seinen nachsichtigen Umgang mit Lernenden sowie seine Verdienste um das Kärntnerlied geschätzt. Zeitgenoss*innen würdigten seinen Kompositionsstil als den Volkston treffend, melodiös, von ungesuchter Harmonik geprägt und den vertonten Text illustrierend. Widmete einige Werke seinen Weggefährten. Seine Vertonungen wurden u. a. in Kärnten (galten hier als Gemeingut vieler Chöre), der Steiermark sowie in Oberösterreich, Schlesien, Deutschland und 1930 zumindest einmal in Chicago/USA gepflegt.
Ehrungen
Direktor-Titel 1922; Ehrenmitglied MGV Koschatbund 1923; Ehrenmitglied MGV Frohsinn 1926; Silbernes Verdienstzeichen 1937.
Schriften
Artikel in Zeitungen und Zeitschriften.
Werke
Männerchöre (Zwei Herzen voll Treue [T: Anton August Naaff], Ich hört ein Vöglein minnig [T: A. A. Naaff; s. Abb.], Es geht ein flüsterndes Rauschen); Kärntnerlieder (In Karnt’n is a Pracht, Wann der Mond so schean scheint, Dö Zacherlan); Liederbuch f. österr. Volksschulen; Kirchenliederbuch f. Katholiken 1904; Kirchenliederbuch f. die Schuljugend (inkl. Orgelbuch); Märsche f. Kl. u. Orch.
Literatur
Deutschlands, Österreich-Ungarns und der Schweiz Musiker in Wort und Bild 1909/10, 176f; Fromme 1899, 42; A. Fischer (Hg.), Die Musikstätten Österreichs 1928, 48; A. Kollitsch, Gesch. des Kärntnerliedes. 1862 bis zur Gegenwart 1936, 11, 58, 62; Klagenfurter Ztg. 25.3.1885, 581, 1.5.1904, 954; Lavantthaler Bote 14.7.1888, 2, 30.3.1889, 2, 10.11.1894, 3, 2.2.1895, 2, 18.1.1896, 3, 10.10.1896,3; Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 11/1897, 140; Kärntner Ztg. 18.12.1898, 3; Kärntner Landbote 6.6.1903, 6; Unterkärntnerische Nachrichten 11.11.1911, 3; Freie Stimmen 23.8.1919, 1, 20.1.1923, 4, 29.4.1924, 3, 4.7.1924, 2, 10.7.1924, 5, 6.6.1926, 3, 19.12.1926, 4, 9.6.1931, 4, 6.7.1934, 3, 20.12.1936, 3, 8.1.1937, 3, 27.11.1937, 3; Neues Grazer Tagbl. 31.10.1922, 6; Alpenländische Rundschau 18.1.1930, 4; Kärntner Tagbl. 18.12.1932, 6, 27.11.1937, 5; Geburtsbuch der Pfarre St. Veit an der Glan 1852–68, pag. 24; Geburtsbuch der Pfarre Klagenfurt-Dom 1853–58, pag. 227; Trauungsbuch der Pfarre Wolfsberg 1875–99, pag. 84; Sterbebuch der Pfarre Klagenfurt-Dom 1894–1916, fol. 314; Trauungsbuch der Pfarre Klagenfurt-Dom 1911–18, fol. 63; eigene Recherchen (Musikslg. der ÖNB; anno.onb.ac.at).


Sein Sohn

Friedrich (get. Fridrich August Felix): * 24.6.1883 Wolfsberg/K, † 6.5.1938 Klagenfurt. Pädagoge, Pianist. Wurde 1903 als Lehramtszögling zum Unterlehrer in Velden/K ernannt. Nach Beendigung seiner pädagogischen Ausbildung an der Staats-Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt wurde er 1904 Unterlehrer in St. Johann am Brückl/K. 1905/06 war er Schüler des Musikvereins Kärnten. 1907 legte er die Staatsprüfung für Gesang, Klavier, Musikgeschichte und Harmonielehre in Wien ab. Im selben Jahr ist er in Klagenfurt als Pianist nachweisbar. 1908–11 studierte er an der Wiener MAkad. bei M. Violin Klavier (Reifeprüfung mit Auszeichnung – erhielt hierfür einen Bösendorfer-Flügel). 1912 wurde er als Lehrkraft an das Duisburger Konservatorium verpflichtet. Ab 1919 ist er in und um Duisburg/D zudem als Pianist fassbar. Heiratete am 29.12.1921 Elisabeth Breiden in Köln/D. Ab 1932 lebte er in Refrath (Bergisch-Gladbach/D) und wirkte hier wohl als privater Lehrer für Klavier, Gesang und zunächst auch für Musikwissenschaft. Zeitgenoss*innen würdigten sein technisches Können und künstlerisch gebändigtes Temperament. Er soll zudem etliche Chor-Vereinigungen geleitet und musikgeschichtliche Schriften verfasst haben. A. Hüttenbrenner war sein Großonkel.


Ehrungen
Prof.-Titel.
Literatur
Villacher Ztg. 22.11.1903, 8; Freie Stimmen 30.4.1904, 4, 9.1.1907, 4, 17.4.1907, 7, 5.7.1911, 2, 22.3.1912, 2; Klagenfurter Ztg. 20.6.1905, 1444; Kärntner Ztg. 25.6.1905, 6; Kärntner Tagbl. 29.5.1906, 4, 14.3.1907, 10; Dt. Volksbl. 1.7.1911, 3; Neues Wr. Journal 1.7.1911, 6; Rhein- und Ruhrztg. 16.9.1919, 3, 3.6.1920, 5, 1.12.1922, 3; Solinger Tagebl. 2.11.1920, 2; Rheinisch-Bergische Ztg. 16.4.1932, 6, 28.1.1933, 8; Geburtsbuch der Pfarre Wolfsberg 1881–91, pag. 81; Sterbebuch Klagenfurt-LKH 1934–38, fol. 358; Mitt. Archiv MUniv. Wien (8/2023).

Autor*innen
Bettina Graf
Letzte inhaltliche Änderung
8.1.2024
Empfohlene Zitierweise
Bettina Graf, Art. „Hilbrand, Familie“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 8.1.2024, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003ebdd0
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
August Hilbrand (Kärntner Zeitung 18.12.1932, 6)© ANNO/ÖNB
August Hilbrand, Ich hört ein Vöglein minnig (Die Lyra 15.9.1899, Beilage)© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003ebdd0
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