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Spetrino,Spetrino,true Francesco (Franz)
* 1857-06-022.6.(7.?)1857 Palermo/I, † 1948-07-2727.7.1948 Rom. Dirigent, Komponist. Er studierte am Conservatorio Scarlatti in Palermo bei Pietro Platania. Nach seinem Abschluss 1874 verfolgte Sp. zunächst eine Laufbahn als Komponist und schrieb einige Bühnenwerke. Später konzentrierte er sich auf das Dirigieren und wirkte in der Folge an verschiedenen Opernhäusern (u. a. Berlin, Bukarest, Mailand, Madrid, Rom), leitete aber auch zahlreiche Symphoniekonzerte. 1894–99 war er Direktor der Warschauer Oper, ab 1901 leitete er die Oper in Lemberg. Als G. Mahler Sp. hier 1903 während eines Gastspieles kennenlernte, lud er ihn an die Wiener Hofoper ein. Nach einem erfolgreichen Debüt mit G. Donizettis Lucia di Lammermoor wurde Sp. fest engagiert, um vor allem die italienischen Opern zu dirigieren. Sp. leitete insgesamt 104 Aufführungen, darunter die Wiener EA von G. Puccinis Madama Butterfly unter Anwesenheit des Komponisten oder das vielbeachtete erste Wiener Gastspiel Enrico Carusos in G. Verdis Rigoletto 1906. Sp.s Vertrag lief ursprünglich bis Ende der Saison 1906/07, er blieb jedoch bis Ende 1908 und wurde von H. Reichenberger abgelöst. Durch Mahler ermutigt, ging er mit ihm an die Metropolitan Opera in New York/USA, wo er neben A. Toscanini wieder für die italienischen Opern zuständig war. In dieser Zeit unternahm er auch eine Tournee durch Südamerika. Bereits 1909 verließ Sp. die Metropolitan Opera wieder, eventuell aufgrund von Spannungen zwischen ihm und Toscanini. Über die späteren Jahre ist wenig bekannt, er kehrte während des Ersten Weltkriegs nach Italien zurück und gab danach seine musikalische Karriere aus familiären Gründen auf.
Ehrungen
Orden der rumänischen Krone 1892; Offizierskreuz des Kronen-Ordens v. König v. Italien 1908.
Werke
Opern (Philipp II. [UA 1877 Palermo], Celesta [UA 1891 Bukarest]); Ballette (La Dama di cuori 1899, Leggenda 1935); Kantate f. Chor u. Orchester. Als Bearbeiter: Raoul Koczalski, Mazeppa 1908; Übers. ins Italienische von R. Wagners Parsifal 1913.
Literatur
Grove Music Online; Signale f. die musikalische Welt H. 6 (1877), 88, H. 32 (1888), 503, H. 32 (1890), 504, H. 10 (1892), 153, H. 27 (1892), 421, H. 37 (1893), 583; Dt. Musik-Ztg. 2 (1892), 17; Neues Wr. Tagbl. 16.5.1901, 8, 1.11.1903, 10; NFP 2.10.1903, 8, 4.10.1906, 3, 5.9.1908 (Abendbl.), 1; Österr. Illustrierte Ztg. 8.11.1903, 120; Sport & Salon 5.12.1903, 10; Illustrirtes Wr. Extrabl. 26.9.1906, 9; Dt. Volksbl. 30.9.1906, 9; Dresdner Nachrichten 3.10.1906, [4]; Die Zeit 26.10.1907, 2, 17.11.1907, 6, 5.9.1908, 2; Neues Wr. Journal 27.10.1907, 11, 4.9.1908, 10, 12.12.1929, 7; Hamburger Fremdenbl. 25.9.1908, 9; Wr. Ztg. 30.7.1948, 4; https://it.wikipedia.org (11/2025); https://archives.metopera.org (1/2026); eigene Recherchen (https://archiv.wiener-staatsoper.at/; www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de; www.onb.ac.at).

Autor*innen
Meike Wilfing-Albrecht
Letzte inhaltliche Änderung
30.3.2026
Empfohlene Zitierweise
Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Spetrino, Francesco (Franz)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 30.3.2026, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_S/Spetrino_Francesco.xml
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Sport & Salon 5.12.1903, 10© ANNO/ÖNB

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Spetrino,Francesco (Franz): 1124192409
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