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Mösner, Mösner, Christian Familie
Christian (I): * 1800-11-033.11.1800 Michaelbeuern/Sb, † 1838-07-3030.7.1838 Salzburg. Kirchenmusiker. Sohn des Stiftsrichters, war zunächst Stiftsmesner in Michaelbeuern, später Violinist an St. Peter und Sänger an der Salzburger Franziskanerkirche. Als Organist an der Kollegienkirche übernahm er 1830 hier auch das Amt des Regens chori. Seine Witwe Walpurga (1808–71) ehelichte 1839 in zweiter Ehe den Militär-Oberarzt Karl Mühlreiter (1808–50).

Seine Kinder

Christian (II): * 1.5.1835 Salzburg, † 6.6.1854 Wien. Violinist. Zeigte bereits im Kindesalter große musikalische Begabung, begann mit neun Jahren ein Violinstudium am Salzburger Mozarteum bei Adalbert Lenk. Anschließend Schüler Jos. Böhms am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Sein Wiener Debüt scheint er am 16.11.1847 in einer Akademie im Wiener Hoftheater gegeben zu haben, wobei seine bedeutende Technik, die sichere und geschickte Bogenführung, seine Ausdauer und die Kraft des Tones gerühmt wurde. Weitere Auftritte in Wien, Salzburg und München folgten, Ende 1851 wurde er unter F. von Holbein Solospieler im Orchester des Wiener Hoftheaters (Kärntnertortheater). Bis zu seinem plötzlichen Tod unternahm er mehrere Konzertreisen durch die Monarchie, teilweise gemeinsam mit seiner Schwester. Seine Einsegnung erfolgte am 8.6.1854 zu St. Augustin.

Marie (verh. Gräfin Spaur): * 14.2.1838 Leopoldskron/Sb, † 24.1.1884 Salzburg. Harfenistin. Von der Mutter gefördert, erhielt sie 1847–49 Klavierunterricht von Martin Werkmann, besuchte danach kurz das Münchener Konservatorium (Ausbildung als Pianistin) und begann gleichzeitig das Harfenspiel bei Louise Finke. 1852–54 Schülerin von An. Zamara am Fröhlich’schen Erziehungsinstitut in Wien. Ihr erster belegbarer öffentlicher Auftritt erfolgte am 21.12.1852 gemeinsam mit ihrem Bruder im Salzburger Rathaussaal. Rund ein Jahr später, am 23.12.1853, kam es zum ersten Konzert vor Wiener Publikum im Musikvereinssaal. In der Folge absolvierte sie mit ihrem Bruder mehrere Konzertreisen, u. a. nach Prag, Pressburg und Pest. 1855 begab sie sich über München, Augsburg/D, Ulm/D und Stuttgart/D nach Paris. In Stuttgart erhielt sie ein Zeugnis von P. v. Lindpaintner, in Paris setzte sie die Harfenausbildung am Konservatorium bei Antoine Prumier und privat bei Felix Godefroid fort. Daneben war M. 1855–57 Harfenistin im Theaterorchester und Professorin am Konservatorium in Straßburg (Strasbourg/F). In der Folge unternahm sie nun 1857–64 eine Reihe von Konzerttourneen nach Wien, Prag, Deutschland, Holland, London, Paris, Brüssel, Polen, Italien, Frankreich und durch die Schweiz, wobei ihr Wohnsitz jedoch Salzburg blieb. Ab 1865 mit Philipp Graf Spaur (1815–84) verheiratet, trat M. nun kaum mehr öffentlich auf, aus der Zeit zwischen 1865/83 sind nur neun Auftritte nachweisbar.


Gedenkstätten
Gedenktafel am Wohnhaus (Salzburg, Getreidegasse 28, s. Abb.).
Ehrungen
1. Preis des Pariser Konservatoriums 1857; Ehrenmitglied der Salzburger Liedertafel 1860; Ehrenmitglied des Dom-Musikvereins und Mozarteums; Ehrenmitglied des Pressburger Kirchenmusikvereins; K. k. Kammervirtuosin 1861.
Werke
Transkriptionen (v. a. Opernmelodien) für Harfe.
Literatur
ÖBL 13 (2010); Wurzbach 18 (1868); G. A. Pichler, Biographien salzburgischer Tonkünstler 1845; Vierter Jahresbericht der Internationalen Stiftung: Mozarteum in Salzburg 1884; G. Steiner, Salzburg für Frauen 1997, 25f; Monatsschrift f. Theater und Musik 3 (1857), 568, 4 (1858), 106, 115, 221 u. 223; Dt. Musik-Ztg. 11.2.1860, 18.2.1860, 25.2.1860, 10.3.1860, 20.10.1860, 23.2.1861, 16.3.1861, 30.3.1861, 6.4.1861; Neue Wr. Musik-Ztg. 17.11.1853, 29.12.1853, 5.1.1854, 30.3.1854, 20.4.1854, 1.6.1854, 15.6.1854; Wr. Allgemeine Musik-Ztg. 18.11.1847; Almanach der Genossenschaft Dt. Bühnen-Angehöriger 13 (1885), 80; R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der K. k. GdM 1912, 332; Taufbuch 1760-1816 der Pfarre Dorfbeuern/Sb, pag. 124 [Chr. M.].

Autor*innen
ChF
Letzte inhaltliche Änderung
5.7.2018
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Mösner, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 5.7.2018, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9e1
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Gedenktafel am Wohnhaus von Marie Mösner in Salzburg, Getreidegasse 28 © Christian Fastl
© Christian Fastl

DOI
10.1553/0x0001d9e1
GND
Mösner, Christian: 1037995937
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Mösner, Christian: 1037996089
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Mösner, Marie: 117089699
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
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