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Heesters, Heesters, true Johannes (Jopi, eig. Johan Marius Nicolaas)
* 1903-12-055.12.1903 Amersfoort/NL, † 2011-12-2424.12.2011 Starnberg/D (begr. München/D). Schauspieler und Sänger (Tenor) im Operettenfach. Der Sohn eines Kaufmannes begann eine kaufmännische Lehre, gründete jedoch im Alter von 16 Jahren eine Theatergruppe und erhielt eine Gesangs- und Schauspielausbildung am Amsterdamer Operettentheater. Nach Auftritten in Amsterdam ab 1920 folgten Engagements in Den Haag/NL, Brüssel und der Schweiz. War er zunächst im Sprechtheater tätig, übernahm er ab 1932 auch Gesangsrollen und wechselte ins Operettenfach. In der Saison 1934/35 erhielt er ein Engagement als Operettentenor an die Volksoper Wien und debütierte am 22.9.1934 in C. Millöckers Bettelstudent. Am 19.10.1934 wirkte er bei der UA von Wiener G’schichten (M: O. Jascha nach J. Hellmesberger) mit, am 23.12.1934 bei E. Eyslers Das ist die erste Liebelei. Während der Saison 1934/35 gastierte er mehrfach erfolgreich in Salzburg. In Ludo Philipps Operette Valentino, der Liebling vom Broadway (UA 10.2.1935) kreierte er die Hauptrolle, und in der Scala (Wien IV) wirkte er bei der österreichischen EA am 12.12.1935 von R. Stolz’ Operette Servus! Servus! mit. 1935 drehte er in Wien Alles für die Firma und Die Leuchter des Kaisers. Im September 1935 spielte er die Titelrolle in der Revue Ein Maharadscha und tausend Frauen (M: K. M. May) in der Femina. 1936 ging er an die Komische Oper nach Berlin, startete eine erfolgreiche Filmkarriere bei der UFA und wirkte in zahlreichen Musikfilmen und Operettenverfilmungen mit. Dazwischen Gastspiele in Österreich, etwa im Mai 1937 in Salzburg oder in Wien zur UA von Robert Stolz’ Operette Der süßeste Schwindel der Welt (21.12.1937 Scala). Zu Silvester 1938 sang er in München zum ersten Mal in F. Lehárs Operette Die lustige Witwe den Danilo, der später zu seiner Paraderolle wurde. Dass H. während des Zweiten Weltkriegs seine Karriere in Deutschland fortsetzte und sich nicht vom NS-Regime distanzierte, wurde ihm später vorgeworfen. Seine Name ist auf der von Joseph Goebbels 1944 erstellten sog. „Gottbegnadeten-Liste“ enthalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er zunächst in Wien ansässig. Fortsetzung der Karriere, u. a. 1953 im Film Die Jungfrau auf dem Dach in Hollywood mit O. Preminger, Filme und Gastspiele (etwa im April 1962 in den Kammerspielen in Klagenfurt oder im Mai 1968 im Gastspiel des Theaters in der Josefstadt am Klagenfurter Stadttheater) mit vielen prominenten Kollegen. H. trat noch im hohen Alter auf, zuletzt, vollständig erblindet, 2010. Er besaß die österreichische Staatsbürgerschaft. In erster Ehe mit der belgischen Schauspielerin Louisa Ghijs (* 19.3.1902 Brüssel, † 18.7.1985 Ort?/D), verheiratet, der Ehe entstammten die Pianistin Louise Paula Herold-Heesters (* 24.1.1931 Ort?/NL) sowie die Schauspielerin Nicole Heesters (* 14.2.1937 Potsdam/D). Seit 1992 mit der Schauspielerin Simone Rethel (* 15.6.1949 Herrsching am Ammersee/D) verheiratet.
Ehrungen
Widmungsträger von H. Sandauers Schlager Ich bewohne die schönste Zone (T: J. Petrak) 1946; zahlreiche Preise, u. a. Ehrenmedaille der Stadt Wien 1967; J.-H.-Ring des Theaters an der Wien 1982; Ehrenmitgliedschaft der Volksoper Wien 1984; Ehrenring der Stadt Wien 1999; Kammersänger 2004; Goldene Wien-Plakette 2009.
Schriften
Es kommt auf die Sekunde an 1978; Ich bin gottseidank nicht mehr jung 1993; gem. m. B. Ross: J. H. Auch hundert Jahre sind zu kurz 2003.
Literatur
S. Rethel-Heesters, Schönheit des Alters 1998; Neues Wr. Journal 23.9.1934, 7, 14.10.1934, 12, 20.10.1934, 11, 5.9.1935, 13; Die Stunde 25.12.1934, 4; Der Tag 12.2.1935, 8, 27.3.1935, 8, 18.12.1937, 8; Salzburger Chronik für Stadt u. Land 12.12.1934, 5, 18.5.1937, 5; Salzburger Volksbl. 4.3.1935, 6; Innsbrucker Nachrichten 4.4.1935, 4, 13.6.1935, 6; O. Rudan in Carinthia I, Jg. 169 (1979); Moderne Welt 16/2 (November 1934), 5; Tonfilm Theater Tanz 3/10 (1935), 15; www.wikipedia.org (9/2020).

Autor(en)
Monika Kornberger
Reinhold Westphal
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Reinhold Westphal, Art. „Heesters, Johannes (Jopi, eig. Johan Marius Nicolaas)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23.10.2020]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Moderne Welt 16/2 (November 1934), 5
Tonfilm Theater Tanz 3/10 (1935), 15
Johannes Heesters bei der Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Wien am 22.5.1967© Bildarchiv Austria, ÖNB

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