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Adventsingen
Brauchtümliches Singen in der Vorweihnachtszeit. Naheliegenderweise wurden in früheren Zeiten an den langen Abenden des Spätherbstes und Winters viele Gemeinschaftsarbeiten verrichtet. Dabei war Singen (aber auch Spielen und Tanzen) üblich und es entwickelten sich zahlreiche damit zusammenhängende Bräuche. Ebenso besaß die Adventzeit (vierwöchige Fastenzeit zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, Beginn des christlichen Kirchenjahres) traditionellerweise viele Lieder und wurde die Missionierung durch Lieder im Zuge der katholischen Erneuerung (sog. Gegenreformation) nach dem Trienter Konzil (1545–63) forciert (besonders durch Jesuiten und Franziskaner). Daraus entstanden auch Adventbräuche. Aus all diesen Gründen ist die österreichische Liedüberlieferung für keine Jahreszeit derart reich und z. T. auch alt wie für den Advent. Diverse kirchliche Bewegungen und auch die säkularisierte Gesellschaft haben diesen Umstand im 20. Jh. immer wieder aufgegriffen und aus verschiedenen Gründen das aktive Singen in der „stillsten Zeit des Jahres“ gefördert. Mit der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung ist aber zu erklären, dass passiv zu konsumierende Veranstaltungen in jeder Hinsicht besonders erfolgreich wurden, z. B. das geradezu dem hochkulturellen Neujahrskonzert vergleichbare, 1950 von T. Reiser initiierte und dem Heimatdichter Karl-Heinrich Waggerl mitgetragene, bis heute (1999) von Reisers Sohn fortgeführte A. in Salzburg. Advent- und Weihnachtslieder (Stille Nacht von F. X. Gruber) gehörten 1979 zu den bekanntesten deutschen Liedern aller Gattungen.
Literatur
H.-J. Moser, Tönende Volksaltertümer 1935; V. Geramb, Sitte und Brauch in Österreich 1948; R. Zoder, Volkslied, Volkstanz und Volksbrauch in Österreich 1950; D.-R. Moser, Verkündigung durch Volksgesang 1981; ÖL 1966, 1995.
Autor*innen
Rudolf Flotzinger
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Adventsingen‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 18.2.2002, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f669
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001f669
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