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Tessarini, Tessarini, true Carlo
* --1690 1690 Rimini /I, † --nach 15.12.1766 Amsterdam?. Violinist, Komponist. Entstammte einer Seefahrerfamilie. François-Joseph Fétis’ Vermutung eines Unterrichts bei Arcangelo Corelli wird heute (2006) bezweifelt. Die erste gesicherte Nachricht ist am 15.12.1720 seine Ernennung zum Violinisten an San Marco in Venedig. Daneben leitete er vermutlich die Konzerte am dortigen Konservatorium SS. Giovanni e Paolo. Zwischen 1723/30 wirkte er in Venedig (Ospedale di Derelitti). Ab 1731 bemühte er sich um einen Posten an der Kathedrale von Urbino/I, den er nachweislich 1733 innehatte. T. war viel auf Reisen, 1736/37 wird er als Konzertmeister am Hof von Kardinal W. H. Schrattenbach in Brünn genannt; ab 1738 wirkte er wieder (nachweislich bis 1744) in Urbino, wo er schon in den frühen 1730er Jahren einen Musikverlag mit einem Verwandten (Giovanni Francesco T.) gegründet hatte, 1743 auch im Nachbarort Fano (an der Accademia degli Anarconti). Weitere Reisen hatten ihn 1740 nach Rom und Neapel/I geführt. Danach dürfte er sich in Paris aufgehalten haben, war 1747 erstmals in den Niederlanden (Arnhem) und 1747/48 auch in London, 1750–57 wieder überwiegend an der Kathedrale in Urbino (1752 Konzert in Frankfurt am Main/D). Zwischen 1761/66 ist er wieder in Arnhem und auch in Groningen/NL nachweisbar; danach verliert sich seine Spur. Als Virtuose und Komponist (ausschließlich von Instrumentalwerken, publiziert u. a. bei Boivin sowie Le Clerc in Paris, Le Cène in Amsterdam und seinem eigenen Verlag) hatte er bedeutenden Einfluss auf die Gestaltung von Violinkonzert und Sonate seiner Zeit; er zeigt Züge von A. Vivaldi, im Formalen fällt seine Fortschrittlichkeit auf. Seine Violinschule hat weite Verbreitung gefunden. – Im Hartford Symphony Orchestra in Connecticut/USA hat sich ein T. Consort gebildet, geleitet von Joza Karas.
Werke
Violinkonzerte; Violinsonaten; Trios; Violinschule Gramatica di Musica. Insegna il modo facile, e breve per bene imparare di sonare il violino sù la parte 1741 (mehrere Aufl.n). – NA: u. a. 12 Violinkonzerte op. 1, hg. v. S. McVeigh/J. Hirshberg 2001.
Literatur
A. Dunning in StMw 25 (1962); NGroveD 25 (2001); O. Krone in Concerto. Das Magazin f. Alte Musik (2001), H. 166 u. 167; MGG 13 (1966) u. 16 (1979) [mit WV]; A. Dunning, De Muziekuitgever Gerhard Fredrick Witvogel en zijn Fonds 1966; Riemann 1961 u. 1975; EitnerQ 9 (1903); F-A 1936; MGÖ 2 (1995); www.haendel.it/compositori/tessarini.htm (1/2006).
Autor*innen
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Tessarini, Carlo‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 15.5.2006, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e45e
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN

DOI
10.1553/0x0001e45e
GND
Tessarini, Carlo: 119411903
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