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Kotykiewicz, Kotykiewicz, true Teofil Anton
* 1849-04-2727.4.1849 Lemberg/Galizien (Lwiw/PL), † 1920-02-1919.2.1920 Wien. Orgel- und Harmoniumbauer. Sohn eines Händlers, ist bereits 1874 als Chordirektor des polnischen Arbeitervereins Sita in Wien nachweisbar. Er könnte bei P. Titz gelernt haben, am 15.2.1879 heiratete er Titz’ Tochter Theresia und wird bei dieser Gelegenheit als „leitender Chef“ der Harmoniumfabrik Titz in Wien V bezeichnet; als solcher war er 1877 seinem Schwager C. Hesse jun. nachgefolgt. Mit 1.7.1879 wurde die Firma „Peter Titz Nachfolger Teofil Kotykiewicz“ im Wiener Handelsregister eingetragen, erst 1908 erfolgte die Umbenennung in „T. K. Orgelbauer“.

K. war kaum als Orgelbauer tätig, sondern baute v. a. Harmonien (Harmonikainstrumente) in allen Größen in verschiedenen Dispositionen bis zu 3 Manualen und Pedal und nützte alle technischen Neuerungen in seinen Instrumenten (Inserat im Welt-Adressbuch, Leipzig 1903, abgedruckt bei Ord-Hume 1986). Er nahm an den neuen Strömungen des Musiklebens lebhaften Anteil, interessierte sich für die zu seiner Zeit heftig diskutierten Notenschrift-Reformen (Notation) und baute 1884 als erster ein Harmonium mit Jankó-Klaviatur (Krenn 1905).

Nach seinem Tod übernahmen die Söhne Theophil Josef Peter (* 24.6.1880 Wien, † 18.9.1971 Wien) und Emil Ludwig (* 2.11.1882 Wien, 16.7.1943 Judendorf-Straßengel/St), die seit 1908 bzw. 1912 die Prokura hatten, den Betrieb, der bis 1948 bestand, und führten ihn als offene Handelsgesellschaft („Fabriksmäßige Erzeugung von Harmonien und Orgeln“) weiter.


Ehrungen
Mehrere Preise bei Ausstellungen.
Literatur
H. Krenn in Neue musikalische Presse Nr. 10 (1905); Dritter Jahresbericht des Kirchenmusikvereins der Pfarre Josef in Margareten für das III. Vereinsjahr 1902 (1903), 23; MGG 5 (1956) [Harmonium], 1707; MGÖ 3 (1995); Beiträge v. O. Biba u. E. Hesse in Organa Austriaca 1 (1976); A. W. J. F. Ord-Hume, Harmonium. The History of the Reed Organ and its Makers 1986, 156f; R. v. Acht, Harpsichords, Clavichords, Organs, Harmoniums 1989; R. R. Gellerman, Gellerman’s International Reed Organ Atlas 1998, 131f.; Hopfner 1999; J.-U. Witter (Hg.), Das Klavier-Lex. 22000; Neues Wr. Abendbl. 2.5.1874, 3; Die Presse 6.7.1879, 7; Wr. Ztg. 22.2.1908, Amtsbl., 230, 7.8.1922, Amtsbl., 605; NFP 31.8.1912, 24; Neues Wr. Tagbl. 21.2.1920, 7; Neues Wr. Journal 27.2.1920, Mittagbl., 4, 11.9.1921, 14; Trauungsbuch 1879–80 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 11; Taufbuch 1880 der Pfarre St. Josef zu Margareten, fol. 146; Taufbuch 1882 der Pfarre St. Josef zu Margareten, fol. 243; Sterbebuch 1920 der Pfarre St. Josef zu Margareten, fol. 14; Archiv des Technischen Museums Wien (Teilnachlass K.); WStLA (Meldearchiv); https://regiowiki.at (6/2020); https://web.archive.org (6/2020); https://harmoniumfabrik-wien.com/ (10/2020); eigene Recherchen (Lehmann Adressbücher).

Autor*innen
Karl Schnürl †
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
17.12.2020
Empfohlene Zitierweise
Karl Schnürl †/Christian Fastl, Art. „Kotykiewicz, Teofil Anton‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 17.12.2020, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d5a7
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Firmenschild des Harmoniums op. 5398, gefertigt 1891 (Privatbesitz Ch. Fastl)© Ch. Fastl
© Ch. Fastl
Harmonium op. 9652, gefertigt 1912 für R. Oesterle (Gemeindearchiv Hennersdorf, Museale Slg.)© Ch. Fastl
© Ch. Fastl
Harmonium op. 11963, gefertigt 1939 (Pfarrkirche Hennersdorf)© Ch. Fastl
© Ch. Fastl
Moderne Welt 5/8 (1923), 42

DOI
10.1553/0x0001d5a7
GND
Kotykiewicz, Teofil Anton: 142047643
OBV
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