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Heyda Heyda Christoph: (Hayda, Haida), Familie
Christoph: * --ca. 1706 Leitmeritz/Böhmen (Litoměřice/CZ), † 1783-01-1414.1.1783 Wien. Musiker und Organist. Ist 1734 anlässlich seiner Heirat („Musicus“) in der Alservorstadt (Wien IX) nachweisbar. Er wohnte anfangs in der „Academie“ in der Alsergasse, danach zeitweise im Armenhaus, wo auch sein Sohn J. H. (als drittes von sieben Kindern) zur Welt kam. Ca. 1750 war er Organist an der Trinitarierkirche (spätere Alservorstadtkirche, Wien VIII), möglicherweise bekleidete er dieses Amt noch 1766 (oder bereits sein Sohn). Beim Ableben seiner Frau Anna Maria 1774 wird er bereits als ehemaliger Organist bezeichnet, der im Großarmenhaus (Wien IX) lebte.

Sein Sohn

Joseph Lorenz: * 17.6.1740 Alservorstadt (Wien IX), † 17.3.1806 Wien. Organist und Komponist. War bis 1783 Organist an der Trinitarierkirche (in der Nachfolge seines Vaters) und wirkte danach als solcher 1784–1806? am Schottenstift (neben A. und J. B. Henneberg) und 1793–1806 (in der Nachfolge von J. Preindl) an der Michaelerkirche. I. v. Seyfried war Schüler H.s, der Aug. Schmidt zufolge einer der besten Organisten seiner Zeit gewesen sein soll und auch von J. G. Albrechtsberger geschätzt wurde. Obwohl er zumindest an St. Michael bis zu seinem Tod Organist gewesen sein soll, starb er völlig verarmt und hatte zuletzt von Almosen gelebt; er erhielt ein Gratisbegräbnis der Schottenpfarre. Aufgrund der Namensähnlichkeit wurden Werke H.s immer wieder J. Haydn zugeschrieben.

Die in einer Abschrift von 1766 aus Weißkirchen/St erhaltene Missa Ex C könnte von ihm oder vom Admonter Sänger Josef Hyden (Hydn; vor 1763 – nach 1782) stammen, der 1782 als Musiker in Graz nachweisbar ist.


Werke
Kirchenmusik (Vespern, Marianische Antiphonen, Messen, Requiem); Singspiel Der Zauberbrunn (verschollen). Werke H.s, die fälschlich J. Haydn zugeschrieben wurden: Salve Regina Hob. XXIIIb:5*, Lauretanische Litanei Hob. XXIIIc:C2, Litanei Hob. XXIIIc:C4, Ave Regina Hob. XXIIIb:3* (unsicher), Graduale Tu es Deus Hob. XXIIIa:C15.
Literatur
M. Czernin, [Fs.] Die neuen Mathis-Orgeln in der Abteikirche Unserer Lieben Frau zu den Schotten in Wien 1995, 23f; A. Raab et al. (Hg.), Das Haydn-Lex. 2010; A. Schmidt, Denksteine 1848, 2f; K. Schütz, Musikpflege an St. Michael in Wien 1980; Czeike 3 (1994); [Kat.] Haydn 1982, 420; O. Biba in Jb. f. österr. Kulturgesch. I/2 (1971); TMA VII (1973) u. 12 (1992); EitnerQ 5 (1901); Hoboken 1971; Wöchentliche Nachrichten und Anmerkungen die Musik betreffend 23.9.1766, 100; Trauungsbuch 1731–37 der Schottenpfarre (Wien I), fol. 156v; Taufbuch 1736–42 der Schottenpfarre, fol. 54r, 146r, 293v; Taufbuch 1742–50 der Schottenpfarre, fol. 54r, 121v, 252v; Taufbuch 1750–57 der Schottenpfarre, fol. 5r; Sterbebuch 1737–44 der Schottenpfarre, fol. 273v; Sterbebuch 1744–56 der Schottenpfarre, fol. 41v, 142v; Sterbebuch 1772–79 der Schottenpfarre, fol. 71v; Sterbebuch 1781–83 des Großarmenhauses (Schottenpfarre), pag. 47; WStLA (G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]; V 2431/1806).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Heyda (Hayda, Haida), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 10.11.2020]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


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Heyda Joseph
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