Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Castelli, Castelli, true Ignaz Vinzenz Franz (Pseud. Bruder Fatalis, Kosmas, Rosenfeld, C. A. Stille)
* 1781-03-066.3.1781 Wien, † 1862-02-055.2.1862 Wien. Dichter, Beamter und Bibliothekar. Jus-Studium in Jena/D; Geiger am Theater an der Wien, wo er die Brüder I. und J. v. Seyfried kennen lernte und mit Letzterem an der Bearbeitung französischer Stücke mitarbeitete; um 1800 Beamter der niederösterreichischen Stände, 1805 [ÖBL: 1809] Flucht nach Ungarn, weil ihn die Franzosen wegen seiner Wehrmannslieder verfolgten. 1809/10 Herausgeber des Sammler, 1810/11 der Thalia und des Wiener Conversationsblatts, 1811–14 Dichter am Kärntnertortheater (ca. 200 Theaterstücke, Lustspiele und Operntexte; Bearbeiter von französischen Stücken); berichtete für die Dresdener Abendzeitung über Wiener Aufführungen. Hauptbegründer der Geselligkeitsrunde Ludlamshöhle 1818 (Nachfolgegründungen: Concordia, Soupiritum, Baumannshöhle, Grüne Insel); Ausschussmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Redakteur des 1829–40 erscheinenden Allgemeinen Musikalischen Anzeigers; leitete 1833–37 die Niederösterreichische Landesbibliothek; gründete 1847 den Tierschutzverein; sammelte Wiener Schauspielerporträts und ca. 12.000 Theaterzettel (von der Hofbibliothek angekauft). C. machte sich v. a. mit seinen Übersetzungen und Bearbeitungen einen Namen und verbreitete damit das aktuelle Pariser Repertoire in Wien. Er gilt als Begründer der niederösterreichischen Mundartdichtung. Fr. Schubert hat einige seiner Texte vertont (Trinklied D 148, Frohsinn D 520, Echo D 990C; Einakter Die Verschworenen D 787).
Gedenkstätten
Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof 1895.
Ehrungen
Ehrenbürger von Wien 1835; Ehrenmitglied des Musikvereines für Steiermark 1823.
Werke
Hg. des Almanachs Dramatisches Sträußchen (1809, 1817–35; enthält viele seiner Stücke für das Kärntnertortheater); zahlreiche Libretti (u. a. Die Schweizerfamilie nach dem Vaudeville Pauvre Jacques von Sewrin und Alissan de Chazet, M: J. Weigl); Memoiren meines Lebens 1861.
Literatur
MGG 15 (1973); Czeike 1 (1992); ÖBL 1 (1957); SchubertL 1997; MGÖ 2 (1995); F. Stamprech, I. C. 1960; F. Beermann, C. als Zeitdichter, Diss. Wien 1927; W. Martinetz, I. F. C. als Dramatiker, Diss. Wien 1932; J. Bernhard, I. F. C. als Übersetzer französischer Bühnenstücke 1914; Schul- und Konzertbericht des Steiermärkischen Musikvereines in Graz für das Schuljahr 1913–1914, 1914.
Autor*innen
Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Castelli, Ignaz Vinzenz Franz (Pseud. Bruder Fatalis, Kosmas, Rosenfeld, C. A. Stille)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 18.2.2002, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001caaf
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN

DOI
10.1553/0x0001caaf
GND
Castelli, Ignaz Vinzenz Franz (Pseud. Bruder Fatalis, Kosmas, Rosenfeld, C. A. Stille): 118667424
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
Orte
LINKS
Österreichisches Biographisches Lexikon Online



ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

Publikationen zur Musikwissenschaft im Verlag