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Weidinger, Weidinger, Joseph Familie
Joseph (I): * 1723-01-022.1.1723 Willersdorf/NÖ, † 1784-11-022.11.1784 Landstraße (Wien III). Musiker. Er ist nach seiner Heirat 1749 als Thurnergeselle in Mödling nachweisbar, sein Trauzeuge war J. G. Klein. Zwischen 1760/66 trat er eine Stelle als „Instructor“ im Waisenhaus am Rennweg (Wien III) an.

Seine Söhne

Johann Michael: 28.2.1753 Mödling/NÖ, † 8.2.1784 Leopoldstadt (Wien II). Musiker. Er starb ledig als Musiker bei St. Stephan.

Joseph (II): * 9.3.1755 Mödling, † 24.2.1829 St. Ulrich (Wien VII). Trompeter. Ausbildung bei Franz Fitzinger (* zw. 1721/23, † 1785). Bis 1784 war J. W. als Trompeter in Militärkapellen tätig (ca. 1778/79 im Stabs-Dragonerregiment, ca. 1779–84 beim Kürassierregiment Prinz Nassau). 1795–ca. 1812 (1819?) war er Trompeter der Wiener Hofoper. Ab 1802 war er Exspektant, 1812–26 kaiserlicher Hoftrompeter.

Franz (Franciscus Seraphicus): * 16.6.1760 Mödling, † nach 1806 (Ort?). Trompeter. F. W. wurde 1778–80 von Martin Neugebauer († 1784) ausgebildet. Ab 1778 war er Trompeter bei verschiedenen Militärkapellen (ab 1778 beim Stabs-Dragonerregiment, danach beim K. Franz Kürassierregiment Nr. 1, Regiment Nassau und Dragonerregiment Savoyen). Ca. 1798 wurde er in das Hoftheaterorchester aufgenommen.

Anton: * 9.6.1766 Landstraße, † 20.9.1852 Wien. Trompeter, Trompetenbauer. Nach seiner Ausbildung (1785 Freisprechung) beim Hoftrompeter Johann Peter Neuhold (1724–1801) und dem Dienst in verschiedenen Militärkapellen (1785–87 im Kürassierregiment des Fürsten Adam Czartoryski und 1787–92 im Dragonerregiment von Erzhzg. Joseph) wurde W. 1792 Mitglied der Wiener Hoftheater. Ab 1796 war er Exspektant, 1799–1819 kaiserlicher Hoftrompeter, 1819–50 kaiserlicher Oberhoftrompeter. 1820 erhielt er das Dekret zur Eröffnung einer privaten MSch. W. erfand gegen 1793 die sog. Klappentrompete, auf der auch die chromatische Skala gespielt werden konnte. 1796 schrieb J. Haydn sein Trompetenkonzert für W. und sein Instrument (UA 1800). Ab ca. 1800 spielte er jährlich ein Konzert im Wiener Burgtheater. 1802/03 unternahm er eine Konzerttournee nach Deutschland, Frankreich und England. 1804 führte er das ebenfalls für ihn komponierte Trompetenkonzert von J. N. Hummel erstmals in Eszterháza auf. U. a. schrieb auch S. Neukomm die Trompetenstimme seines Requiem für Ludwig XVI. (aufgeführt beim Wiener Kongress 1815) für W. Ab 1820 verlor die Klappentrompete an Attraktivität. W. entwickelte auch ein Klappenhorn (Blechblasinstrumente), das u. a. 1813 in Wien von seinem Sohn Joseph gespielt wurde.

Antons Söhne

Joseph (III): 17.12.1798 Josefstadt (Wien VIII), † 4.6.1832 Leopoldstadt (Wien II). Trompeter. Seine Mutter Susanna war eine Tochter des Hoftrompeters Franz Zeiss gewesen, als sein Taufpate fungierte J. Haydn, der 1797 schon Trauzeuge seines Vaters gewesen war. W. war vor 1816 bis zu seinem Tod Trompeter der Niederösterreichischen Landschaft. Er galt als Virtuose auf der Klappentrompete, seine Bewerbungen um vakante Hoftrompeterstellen blieben jedoch alle erfolglos.

Ferdinand (I): * 19.10.1818 Josefstadt, † 13.3.1895 Wien. Pauker. Stammte aus der zweiten Ehe seines Vaters. Ausbildung durch seinen Vater. F. W. war zunächst Pauker im Theater in der Josefstadt und am Theater an der Wien, bevor er ab 1848 Exspektant und 1855–88 kaiserlicher Hofpauker war. 1851–86 Mitglied des Hofopernorchesters bzw. der Wiener Philharmoniker.

Ferdinands (I) Sohn

Ferdinand (II) Rudolph Alois: * 22.9.1849 Josefstadt, † 10.3.1898 Wien. Violoncellist. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt. Er war Violoncellist im Hofoperntheater (ab 1869) und in der Hofmusikkapelle (ab 1869 vermutlich Substitut, ab 1874 Exspektant, ab 1883 Mitglied). 1869–98 gehörte er auch den Wiener Philharmonikern an, in deren Komitee er 1880–98 die Sekretärstelle bekleidete.

Der aus Fünfkirchen (Pécs/H) in Ungarn gebürtige Emmerich (Imre) W. (1792–1859) war Fagottist und gab gemeinsam mit dem Flötenvirtuosen P. Amtmann zahlreiche Konzerte in ganz Europa. Er stammte aus derselben Buchbinder bzw. -händlerfamilie wie Ferdinand W., der 1863 in Fünfkirchen (Pécs) eine Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung eröffnete.

Die Brüder Franz (1823–82) und Paul (1828–1904) W., die mit Töchtern von L. v. Beethovens Neffen Karl verheiratet waren, stammten aus Prag und waren mit der Familie nicht verwandt.


Literatur
Lindner 1999; A. Lindner, A. W. (1766–1852), Dipl.arb. Wien 1993; NGroveD 27 (2001) [A. W.]; Wurzbach 53 (1886) [A. W.]; Riemann 1961 [A. W.]; R. Heuberger in Die Musik 7/21 (1907/08); EitnerQ 10 (1904) [A. W.]; E. Hanslick, Gesch. des Concertlebens in Wien 1869 [A. u. J. W.]; NGroveDMI 3 (1984) [A. W.]; F-A 1936 [A. W.]; Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2 (2017); Th. Antonicek in StMw 29 (1978), 190; J. Kaiser (Hg.), Lehrer-Schema 1852, 96; ZeneiL 3 (1965) [E. W.]; Wr. Ztg. 18.2.1784, 338; Oesterr. Buchhändler-Correspondenz 10.8.1863, 226; Wr. Sonn- u. Montags-Ztg. 14.3.1898, 7; Új Dunántúli Napló 19.12.1992, 9; Taufbuch 1700–49 der Pfarre Ober-Grafendorf/NÖ, sub 2.1.1723; Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1716–50 der Pfarre Mödling-St. Othmar, pag. 1014; Taufbuch 1751–84 der Pfarre Mödling-St. Othmar, fol. 20, 48 u. 124; Taufbuch 1765–67 der Dompfarre St. Stephan (Wien I), fol. 199r; Sterbebuch 1784–85 des Waisenhauses am Rennweg (Wien III), fol. 30; Taufbuch 1795–1802 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 203; Taufbuch 1816–22 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 157; Trauungsbuch 1791–1801 der Pfarre Gumpendorf (Wien VI), pag. 135f; Trauungsbuch 1810–21 der Pfarre Gumpendorf, fol. 64; Sterbebuch 1830–34 der Pfarre St. Leopold (Wien II), fol. 141; Sterbebuch 1823–33 der Pfarre Maria Treu, fol. 132; Taufbuch 1849 der Pfarre Maria Treu, fol. 82; Sterbebuch 1891–98 der Pfarre Maria Treu, fol. 170; WStLA (G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]; TBP 1832, 1898); eigene Recherchen (u. a. https://www.geni.com [Brüder F. und P. W.]).

Autor*innen
BB
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
20.11.2018
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits/Christian Fastl, Art. „Weidinger, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 20.11.2018, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e64b
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001e64b
GND
Weidinger, Joseph: 1046968572
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Weidinger, Franz: 1046968319
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Weidinger, Anton: 1029674981
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Weidinger, Joseph: 104930344X
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Weidinger, Ferdinand: 1046968734
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Weidinger, Ferdinand: 1049303253
OBV
Weiterführende Literatur

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