
Wolfsecker,
Familie
Musiker:innen
Franz: * 26.8.1869 Wien, † 14.8.1952 Wien. Militärmusiker (kleiner Tambour). Der voreheliche Sohn des Volkssängers und späteren Instrumentenhändlers Franz Xaver W. (* 25.9.1838 Mariahilf [Wien VI], Trauung am 15.9.1870) spielte schon als Kind Akkordeon und wurde 17-jährig zunächst als Eleve von C. M. Ziehrer in die Kapelle der Hoch- und Deutschmeister engagiert, wo er auch zum Trommler ausgebildet wurde, weil das Akkordeon als nicht militärfähig galt. Nur 1,54 m groß, waren ihm alle vorhandenen Uniformen zu groß, sodass extra eine passende angefertigt werden musste. Bald erregte er besonders beim „Burgmurra“, der Burgmusik im Rahmen der täglichen Wachablöse in der Wiener Hofburg, mit dem Jonglieren seiner Trommelschlägel Aufsehen, was zunächst als unmilitärisch galt (langes Militärstrafprotokoll mit neun Strafen vorhanden), bis eines Tages Kaiser Franz Joseph I. sich dieses Spektakel ansehen wollte. Er wurde folglich eine Attraktion der Kapelle und erhielt den Spitznamen „Deutschmeister-Wolferl“ bzw. „Tambour-Wolferl“. Daneben spielte er in einem von Ziehrer gegründeten Ensemble Akkordeon, u. a. mehrmals vor Kronprinz Rudolf und Erzherzog Otto. Nach 15 Dienstjahren (mehrfache Beförderung bis zum Corporal tit. Feldwebel) beendete er seine Karriere beim IR Nr. 4, und mit 1.5.1900 erfolgte der Übertritt in den Zivilstaatsdienst. Er erhielt um 1901 eine Stelle als Amtsdiener im Innenministerium. Ab 1923 spielte er nach der Pensionierung gemeinsam mit J. Klugmayer wieder bei den Bühnenauftritten der Deutschmeisterkapelle in der Revue Wien gib acht (s. Abb.), die im Ronacher lief und 1924 auch in München gastierte. Bis in die 1940er Jahre hinein Auftritte als „Deutschmeister-Wolferl“ in diversen Wiener Theatern. Seit 17.11.1894 verheiratet mit der Bäckerstochter Theresia Dannler (* 19.1.1875 Wien, † 27.5.1948), Vater von fünf Kindern (1939 lebten noch vier): Fritz „Wolferl“, Franz (1896–1904) und drei Töchter.
Gedenkstätten
Gedenktafel Boerhaavegasse 23 (Wien III), enthüllt 1968; Grab ehrenhalber am Wr. Zentralfriedhof (Wien XI).
Gedenktafel Boerhaavegasse 23 (Wien III), enthüllt 1968; Grab ehrenhalber am Wr. Zentralfriedhof (Wien XI).
Ehrungen
Lied Der Deutschmeister Franzl! Der Tambour vom vierten Regiment (M: J. Sioly, T: E. Merkt, s. Tbsp.); Goldene Verdienstmedaille der 1. Republik; Ehrenmedaille der Stadt Wien (1949); militärische Ehrungen; Ehrenmitglied des Begräbniskostenbeitragsfonds (B.B.F.) ehemaliger Deutschmeister; Mitglied des Deutschmeister-Schützencorps.
Lied Der Deutschmeister Franzl! Der Tambour vom vierten Regiment (M: J. Sioly, T: E. Merkt, s. Tbsp.); Goldene Verdienstmedaille der 1. Republik; Ehrenmedaille der Stadt Wien (1949); militärische Ehrungen; Ehrenmitglied des Begräbniskostenbeitragsfonds (B.B.F.) ehemaliger Deutschmeister; Mitglied des Deutschmeister-Schützencorps.
Literatur
R. Sulz, Hoch- und Deutschmeisterkapelle(n) von 1918 bis 1945, Dipl.arb. Wien 2018; Czeike 5 (1997); Illustrierte Kronen-Ztg. 24.8.1929, 6; Neues Wr. Tagbl. 27.4.1913, 15, 27.11.1923, 6, 17.4.1924, 8; Neues Wr. Journal 30.3.1926, 12, 13.9.1929, 6f; Mitteilungen des Deutschmeister-Schützencorps 1/1907, 7; Die Stunde 3.12.1926, 1; Deutschmeister-Ztg. 1/1927, 5; Das kleine Volksbl. 17.11.1934, 4, 11.8.1939, 9, 24.8.1949, 5, 27.8.1949, 7, 17.8.1952, 7; Kl. Volks-Ztg. 24.11.1936, 6, 26.8.1944, 4; Arbeiter-Ztg. 17.8.1952, 5; Die Weltpresse 25.8.1949, 8, 20.9.1951, 2; Wr. Tagesztg. 21.8.1949; Salzburger Nachrichten 18.8.1952, 2; Kurier 4.10.1968; Taufbuch des Alservorstadtkrankenhauses (Wien VIII) 1869, fol. 160; Trauungsbuch des Feldsuperiorats Wien 1894, fol. 125; ÖStA (Kriegsarchiv, Grundbuchblatt [AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1869 209, 398]), Militärstrafprotokoll AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1869 209, 415]), Landsturm-Vormerkblatt [AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1869 LStVmBl 236, 284]); Trauungsmatriken des k.u.k. IR Nr. 4 - AB 01267, fol. 118; Trauungsbuch der Pfarre Neulerchenfeld 1870–71, fol. 66; Deutschmeister-Sammlung Günter Weltin, im Besitz des Vereins Original Hoch- und Deutschmeister;www.friedhoefewien.at; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Wienbibliothek, Tagblattarchiv, Franz Wolfsecker, TP 057246).
R. Sulz, Hoch- und Deutschmeisterkapelle(n) von 1918 bis 1945, Dipl.arb. Wien 2018; Czeike 5 (1997); Illustrierte Kronen-Ztg. 24.8.1929, 6; Neues Wr. Tagbl. 27.4.1913, 15, 27.11.1923, 6, 17.4.1924, 8; Neues Wr. Journal 30.3.1926, 12, 13.9.1929, 6f; Mitteilungen des Deutschmeister-Schützencorps 1/1907, 7; Die Stunde 3.12.1926, 1; Deutschmeister-Ztg. 1/1927, 5; Das kleine Volksbl. 17.11.1934, 4, 11.8.1939, 9, 24.8.1949, 5, 27.8.1949, 7, 17.8.1952, 7; Kl. Volks-Ztg. 24.11.1936, 6, 26.8.1944, 4; Arbeiter-Ztg. 17.8.1952, 5; Die Weltpresse 25.8.1949, 8, 20.9.1951, 2; Wr. Tagesztg. 21.8.1949; Salzburger Nachrichten 18.8.1952, 2; Kurier 4.10.1968; Taufbuch des Alservorstadtkrankenhauses (Wien VIII) 1869, fol. 160; Trauungsbuch des Feldsuperiorats Wien 1894, fol. 125; ÖStA (Kriegsarchiv, Grundbuchblatt [AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1869 209, 398]), Militärstrafprotokoll AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1869 209, 415]), Landsturm-Vormerkblatt [AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1869 LStVmBl 236, 284]); Trauungsmatriken des k.u.k. IR Nr. 4 - AB 01267, fol. 118; Trauungsbuch der Pfarre Neulerchenfeld 1870–71, fol. 66; Deutschmeister-Sammlung Günter Weltin, im Besitz des Vereins Original Hoch- und Deutschmeister;www.friedhoefewien.at; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Wienbibliothek, Tagblattarchiv, Franz Wolfsecker, TP 057246).
Sein Sohn
Fritz (eig. Friedrich Franz; genannt „Wolferl“): * 29.9.1899 Wien, † 25.6.1974 Wien. Kapellmeister, Komponist. Ein kolportiertes Studium an der Wiener MAkad. (Violine und Dirigieren) ist nicht belegbar. W. arbeitete bis 1938 bei der RAVAG, nach dem Zweiten Weltkrieg, aufgrund schwerer Verwundung von einer Virtuosenlaufbahn abgehalten, als Kino- und Theaterkapellmeister. Als Komponist machte er sich mit zahlreichen Wienerliedern nostalgischen Charakters einen Namen. Seit 1924 war er mit M. Nagl verheiratet.
Ehrungen
Silbernes Verdienstzeichen des Landes Wien; Goldene Robert-Stolz-Plakette.
Silbernes Verdienstzeichen des Landes Wien; Goldene Robert-Stolz-Plakette.
Werke
I häng an meiner Weanastadt; Geh’ langsam durch die alten Gassen; I muaß alle Tag mei Weanalied hör’n.
I häng an meiner Weanastadt; Geh’ langsam durch die alten Gassen; I muaß alle Tag mei Weanalied hör’n.
Literatur
Czeike 5 (1997); Taufbuch der Pfarre Rennweg-Maria Geburt (Wien III) 1899, fol. 267; Mitt. Archiv MUNiv. Wien (11/2019).
Czeike 5 (1997); Taufbuch der Pfarre Rennweg-Maria Geburt (Wien III) 1899, fol. 267; Mitt. Archiv MUNiv. Wien (11/2019).
Seine Tochter
Lore Wolferl (eig. Eleonora, verh. Stano): * 20.3.1908 Wien, † 28.1.1984 Wien. Sängerin (Soubrette). War als Soubrette 1929 in Graz, 1930 in Wiener Neustadt, 1931 in Baden und 1932 am Wiener Bürgertheater tätig. Gastspiele führten sie u. a. 1931 nach Linz und 1932/33 zurück nach Baden. Seit 6.7.1935 verheiratet mit Karl Stano.
Literatur
Badener Ztg. 27.1.1932, 2, 29.6.1935, 1; Kleine Volks-Ztg. 25.8.1931, 11; Illustrierte Kronen-Ztg. 30.8.1931, 25; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).
Badener Ztg. 27.1.1932, 2, 29.6.1935, 1; Kleine Volks-Ztg. 25.8.1931, 11; Illustrierte Kronen-Ztg. 30.8.1931, 25; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).
Autor*innen
RS
UH
UH
Letzte inhaltliche Änderung
9.4.2026
Empfohlene Zitierweise
RS/UH,
Art. „Wolfsecker, Familie“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
9.4.2026, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e737
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![Franz Wolfsecker (Die Stunde 3.12.1926, [1])© ANNO/ÖNB Franz Wolfsecker (Die Stunde 3.12.1926, [1])© ANNO/ÖNB](/ml/image/Wolfsecker_Franz_1926.jpg)


