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Strakosch, Strakosch, Ferdinand: Familie
Ferdinand: * --ca. 1820 oder ca. 1836 (Ort?), 1902-08-044.8.1902 Paris. Impresario. War 1866 für mehrere Monate Direktor des neu eröffneten Wiener Harmonietheaters. 1869 unternahm er mit einer Operntruppe eine Tournee durch Norwegen und Schweden (als Orchesterchef fungierte sein Schwippschwager Carlo Patti), 1882 durch Spanien. 1884/85, gemeinsam mit seinem Neffen A. Fischhof, Direktor des Apollo-Theaters in Rom, 1892/93 Impresario am Triester Theater. St. soll auch Theater in Stockholm, Florenz, Barcelona/E und zuletzt Paris geleitet haben. 1876 wurde er in Graz und 1880 in Wien polizeilich gesucht.

Sein Bruder Moritz (Moriz, Maurice): * 15.1.1825 Großseelowitz/Mähren (Židlochovice/CZ), † 9.10.1887 Paris. Pianist, Gesangspädagoge, Komponist, Impresario. Trat bereits als elfjähriger Pianist (Wunderkind) in Erscheinung und unternahm Konzertreisen; ab ca. 1837 studierte er Harmonie- und Kompositionslehre bei S. Sechter sowie Gesang (wohl privat, jedenfalls nicht am Konservatorium der GdM). Operndebüt in Agram, bald danach Ausbildung zum Gesangspädagogen bei G. M. C. Pasta. 1848 kam er auf Einladung seines späteren Schwiegervaters nach New York/USA, wo er mit dessen Operntruppe eine zweijährige Amerika-Tournee unternahm. Ab Mitte der 1850er Jahre wirkte St. als einflussreicher Konzert- und Opernveranstalter an der amerikanischen Ostküste (u. a. am New Yorker Opernhaus Academy of Music und mit verschiedenen Opernkompagnien), aber auch in Europa: z. B. Paris 1869 (Leiter der UA der Orchesterfassung der Petite Messe Solennelle von G. Rossini, einem Freund St.s), Rom 1884/85 (gem. mit seinem Bruder F.). St. betrieb in New York auch ein Klaviergeschäft. Heiratete 1852 die (Mezzo-)Sopranistin Amalia Patti (* 1.1.1831 Pesaro/I, † 8.12.1915 Paris), deren Schwester Adelina Patti (* 18.2.1843 Madrid, † 27.9.1919 Craig-y-Nos, Wales/GB), eine der berühmtesten Koloratursopranistinnen ihrer Zeit, er bis 1868 unterrichtete und managte. Sein Sohn Robert (* ca. 1854 [Ort?], † nach 1919 [Ort?]) unterstützte ihn ab 1880 in seiner Arbeit, sein Neffe Karl (* 16.4.1860 Wien, † 23.10.1916 Hartford, CT/USA; Sohn von Max?) ehelichte 1887 die Sängerin Clara Louise Kellogg (* 9.7.1842 Summerville/USA, † 13.5.1916 Hartford).


Ehrungen
Ritterkreuz des Mauritius- und Lazarus-Ordens 1866.
Werke
2 Opern, Klavierstücke.
Literatur
Schr: Souvenirs d’un impressario 1887; M. St.’s Ten Commandments of Music 1888 (hg. v. M. Le Roy).

Sein Bruder Max: * 27.9.1835 Großseelowitz, † 17.3.1892 New York. Impresario. Unterstützte zunächst ca. 1855–61 seinen Bruder M. in New York, trat dann als Manager von Louis Moreau Gottschalk in Erscheinung und gründete eine eigene Operntruppe. Ab 1865 war er wiederum Partner seines Bruders, wobei er meistens die Geschäftsführung innehatte. 1877–80 Leiter einer englischen Operntruppe, mit der u. a. G. Verdis Aida in Kanada erstmals aufführte.

Deren Neffe 2. Grades Ludwig:* 1.11.1855 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † 14.10.1919 Hamburg/D. Sänger und Gesangspädagoge. Studierte Gesang bei Eduard Stolz in Wien und Luise Ress in Berlin. 1879 Debüt am Linzer Landestheater, danach sang er in Brünn, Straßburg (Strasbourg/F), an verschiedenen holländischen Bühnen sowie in Danzig (Gdańsk/PL), Posen(Poznań/PL), Königsberg (KaliningradRUS), Mainz/D, Breslau (Wrocław/PL, ab 1891), Hamburg (ab 1892), Köln/D (ab 1894), weiteren deutschen Opernhäusern und in Bukarest. 1897 beendete er seine Bühnenkarriere und betätigte sich weiterhin als Konzertsänger (Auftritte auch in Wien) und Gesangspädagoge in Wiesbaden/D. 1910 gründete er gemeinsam mit seiner Frau eine Gesangsschule in Hamburg.

Dessen Frau Irma (Maria Ludmilla, geb. Czerwinská): * 6.1.1860 Prag, † 22.8.1931 Hamburg. Sängerin. Gesangsausbildung in Wien und Prag, Debüt 1878 am Stadttheater von Brünn. Danach Engagements in Salzburg (1880), Linz (1881) und an verschiedenen deutschen Bühnen (ab 1882 keine festen Engagements mehr). 1884 heiratete sie L. St. Beider Sohn Hunold (* 4.3.1886 Danzig, † 1.7.1938 KZ Dachau/D) war Schauspieler und Regisseur, wirkte 1933–38 v. a. in Wien; verheiratet mit der Sängerin Camilla Borél (* ca. 1890). Seine Schwester war die Sängerin Lydia St. (* 16.9.1887 Königsberg, † 30.6.1980 Berlin, seit 1915 verh. Biermann). I. und Ly. St. unterrichteten an der St.-Gesangsschule, die 1929 nach Berlin verlegt wurde.


Werke
W [Irma S.]: Operettenlibretti (Die Journalistin 1912, Alt-Wien 1912 [M jeweils: Peter Scheuren]); Drehbücher für Stummfilme.

Die Schwester der Brüder St., Louise, war die Mutter von R. Fischhof. Der Rezitator und Schauspieler Alexander St. (* 3.12.1840 Sebeskellemes/Ungarn [Šarišské Lúky/SK], † 17.9.1909 Berlin), 1872–75 Lehrer am Konservatorium der GdM und 1899–1904 Vortragsmeister am Deutschen Volkstheater in Wien, war ein Cousin, L. St.-Feldringen eine Großnichte 2. Grades der Brüder.


Literatur
ÖBL 13 (2010); NDB 25 (2013); Kosch 4 (1998); K-R 1997; Eisenberg 1903; Deutschlands, Österreich-Ungarns u. der Schweiz Musiker in Wort u. Bild Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1-7,  Prag,  Kassel, in Aderhold in: Werner (Michael).  Litschauer/Walburga Kube Salzburg, 1971/72 55.Internationale Stiftung Mozarteum  Linz,  14/1 und 14/2,  völlig neu bearbeitete Auflage/ Berlin, in Stammler in: Wolfgang (Kurt).  Ruh Wien, in Grasberger in: Renate (Erich Wolfgang Anton Bruckner Dokumente und Studien).  PartschJournal of Musicological Research. Aufl. 2-3 133–145. Atzenbrugg,  Stuttgart, in Hermand in: Jost (Reinhold).  Grimm Prag,  Wien, 58 Musical Quarterly. Aufl. 349–364. 43, 281.39 Singende Kirche. Aufl. 127–132. New York,  (Murray). Current Musicology. Aufl. 37-38 75–88.Dineen28 Musikforschung. Aufl. 153–156. 15,  Berlin, in Müller in: Gerhard (Gerhard Theologische Realenzyklopädie).  770–778KrauseWien Innsbruck,  Tutzing,  (Hubert). 335ff..Unverricht Graz,  Die Wiener Schule und die Alte Musik,  Wien, in Muxeneder in: Therese (Eike Journal of the Arnold Schönberg Center 15).  247–259Feß Berlin,  (Werner). 54 Schuder 1 (1909/10); F. Jansa, Dt. Tonkünstler u. Musiker in Wort u. Bild Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1-7,  Prag,  Kassel, in Aderhold in: Werner (Michael).  Litschauer/Walburga Kube Salzburg, 1971/72 55.Internationale Stiftung Mozarteum  Linz,  14/1 und 14/2,  völlig neu bearbeitete Auflage/ Berlin, in Stammler in: Wolfgang (Kurt).  Ruh Wien, in Grasberger in: Renate (Erich Wolfgang Anton Bruckner Dokumente und Studien).  PartschJournal of Musicological Research. Aufl. 2-3 133–145. Atzenbrugg,  Stuttgart, in Hermand in: Jost (Reinhold).  Grimm Prag,  Wien, 58 Musical Quarterly. Aufl. 349–364. 43, 281.39 Singende Kirche. Aufl. 127–132. New York,  (Murray). Current Musicology. Aufl. 37-38 75–88.Dineen28 Musikforschung. Aufl. 153–156. 15,  Berlin, in Müller in: Gerhard (Gerhard Theologische Realenzyklopädie).  770–778KrauseWien Innsbruck,  Tutzing,  (Hubert). 335ff..Unverricht Graz,  Die Wiener Schule und die Alte Musik,  Wien, in Muxeneder in: Therese (Eike Journal of the Arnold Schönberg Center 15).  247–259Feß Berlin,  (Werner). 54 Schuder 21911; Deutschlands, Österreich-Ungarns u. der Schweiz Künstler, Gelehrte u. Schriftsteller in Wort u. Bild Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1-7,  Prag,  Kassel, in Aderhold in: Werner (Michael).  Litschauer/Walburga Kube Salzburg, 1971/72 55.Internationale Stiftung Mozarteum  Linz,  14/1 und 14/2,  völlig neu bearbeitete Auflage/ Berlin, in Stammler in: Wolfgang (Kurt).  Ruh Wien, in Grasberger in: Renate (Erich Wolfgang Anton Bruckner Dokumente und Studien).  PartschJournal of Musicological Research. Aufl. 2-3 133–145. Atzenbrugg,  Stuttgart, in Hermand in: Jost (Reinhold).  Grimm Prag,  Wien, 58 Musical Quarterly. Aufl. 349–364. 43, 281.39 Singende Kirche. Aufl. 127–132. New York,  (Murray). Current Musicology. Aufl. 37-38 75–88.Dineen28 Musikforschung. Aufl. 153–156. 15,  Berlin, in Müller in: Gerhard (Gerhard Theologische Realenzyklopädie).  770–778KrauseWien Innsbruck,  Tutzing,  (Hubert). 335ff..Unverricht Graz,  Die Wiener Schule und die Alte Musik,  Wien, in Muxeneder in: Therese (Eike Journal of the Arnold Schönberg Center 15).  247–259Feß Berlin,  (Werner). 54 Schuder 1908 und 31911; A. Kohut, Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1-7,  Prag,  Kassel, in Aderhold in: Werner (Michael).  Litschauer/Walburga Kube Salzburg, 1971/72 55.Internationale Stiftung Mozarteum  Linz,  14/1 und 14/2,  völlig neu bearbeitete Auflage/ Berlin, in Stammler in: Wolfgang (Kurt).  Ruh Wien, in Grasberger in: Renate (Erich Wolfgang Anton Bruckner Dokumente und Studien).  PartschJournal of Musicological Research. Aufl. 2-3 133–145. Atzenbrugg,  Stuttgart, in Hermand in: Jost (Reinhold).  Grimm Prag,  Wien, 58 Musical Quarterly. Aufl. 349–364. 43, 281.39 Singende Kirche. Aufl. 127–132. New York,  (Murray). Current Musicology. Aufl. 37-38 75–88.Dineen28 Musikforschung. Aufl. 153–156. 15,  Berlin, in Müller in: Gerhard (Gerhard Theologische Realenzyklopädie).  770–778KrauseWien Innsbruck,  Tutzing,  (Hubert). 335ff..Unverricht Graz,  Die Wiener Schule und die Alte Musik,  Wien, in Muxeneder in: Therese (Eike Journal of the Arnold Schönberg Center 15).  247–259Feß Berlin,  (Werner). 54 Schuder 1 (1901); Wurzbach 39 (1879); Stieger II/3 u. III/3 (1978); Hadamowsky 1988, 662ff; R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der K. k. GdM Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1-7,  Prag,  Kassel, in Aderhold in: Werner (Michael).  Litschauer/Walburga Kube Salzburg, 1971/72 55.Internationale Stiftung Mozarteum  Linz,  14/1 und 14/2,  völlig neu bearbeitete Auflage/ Berlin, in Stammler in: Wolfgang (Kurt).  Ruh Wien, in Grasberger in: Renate (Erich Wolfgang Anton Bruckner Dokumente und Studien).  PartschJournal of Musicological Research. Aufl. 2-3 133–145. Atzenbrugg,  Stuttgart, in Hermand in: Jost (Reinhold).  Grimm Prag,  Wien, 58 Musical Quarterly. Aufl. 349–364. 43, 281.39 Singende Kirche. Aufl. 127–132. New York,  (Murray). Current Musicology. Aufl. 37-38 75–88.Dineen28 Musikforschung. Aufl. 153–156. 15,  Berlin, in Müller in: Gerhard (Gerhard Theologische Realenzyklopädie).  770–778KrauseWien Innsbruck,  Tutzing,  (Hubert). 335ff..Unverricht Graz,  Die Wiener Schule und die Alte Musik,  Wien, in Muxeneder in: Therese (Eike Journal of the Arnold Schönberg Center 15).  247–259Feß Berlin,  (Werner). 54 Schuder 1912, 327; Ulrich 1997; Allg. Theaterztg. 7./8.12.1843, 1275; Fremden-Bl. 5.1.1866, 6; Neue Zs. für Musik 19.1.1866, 31; Das Vaterland 22.4.1866, 3, 13.1.1880, 5; Zellner’s Bll. für Musik, Theater und bildende Kunst 19.6.1866, 195, 23.10.1866, 338; NFP 3.11.1866 (Abendbl.), 3.4.1918 (Abendbl.); Wr. Ztg. 13.1.1867, Amtsbl. 80; Wr. Ztg. Neues Fremden-Bl. 21.8.1869, 11; Die Presse 27.2.1876, 7, 9.11.1892, 10; Musikalisches Wochenbl. 31.8.1882, 424, 26.6.1884, 340; Prager Tagbl. 10.7.1884, 6; Wr. Abendpost 29.9.1884, 3; www.lexm.uni-hamburg.de (1/2016); http://de.wikipedia.org (1/2016); www.myheritage.com (1/2016); eigene Recherchen (u. a. Jahresberichte des Konservatoriums GdM).

Autor*innen
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
9.2.2016
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Strakosch, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 9.2.2016, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0032ca80
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN

DOI
10.1553/0x0032ca80
GND
Strakosch, Ferdinand: 117306258
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Strakosch, Moritz: 117306282
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Strakosch, Max: 1046479857
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Strakosch, Ludwig: 117306274
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Strakosch, Irma: 104647880X
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Strakosch, Hunold: 1082763578
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Strakosch, Lydia: 1098165624
OBV
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GND
Strakosch, Alexander: 117306207
OBV
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