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Schütz, Schütz, Leopold Familie
Leopold Thaddä: 15.11.1795 Schottenfeld/NÖ (Wien VII), † 1857-08-2323.8.1857 Wien. Zitherspieler. Sohn eines Zeug- und Nagelschmieds. Seit 28.11.1816 verheiratet mit Elisabeth, geb. Schüller (* ca. 1789 Reinprechtsdorf/NÖ [Wien V], † vor 1857 [Ort?]). 1838 Mitglied einer Sängergesellschaft mit Joseph Fuchs, Anton Gaitner (auch Gäutner) und A. Strohmayer. 1839 bildete er mit Gaitner und Strohmayer die Steirischen National-Sänger, mit denen er als Zitherspieler, der auch die Streichzither beherrschte, auftrat. Zuletzt wohnhaft in Wien V.
Literatur
Die Presse 25.8.1857, 10; Taufbuch der Pfarre Schottenfeld 1791–95, fol. 486; Trauungsbuch der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V) 1812–24, fol. 92; WStLA, TBP 1857, R–S; Sterbebuch des Alservorstadtkrankenhauses (Wien VIII) 1857 [Teil 2], fol. 220; Taufbuch der Pfarre Wieden 1783–92, fol. 423 [E. Schüller]; Katalog Wienbibliothek im Rathaus.

Dessen Söhne

Johann Baptist: get. 2.6.1817 Untermeidling/NÖ (Wien XII), † nach 1889 (Ort?). Volkssänger, Geiger. Trat zunächst mit eigener Volkssängergesellschaft auf, u. a. im Juni 1856 in Graz. Spätestens ab 1860 gemeinsame Auftritte mit seinem Bruder Balthasar als „Gebrüder Sch.“. Nach seiner Verheiratung am 24.2.1857 mit Katharina Ernst (* 9.12.1835 Neulerchenfeld/NÖ [Wien XVI], † ?), der Schwägerin von K. Schrammel, trat er mit ihr gemeinsam auf. Darüber hinaus auch Auftritte des Ehepaars gemeinsam mit Balthasar und dessen Frau als Volkssängergesellschaft bis zumindest 1868 in zahlreichen Wiener Lokalen. Lt. E. Merkt gehörten die beiden Frauen der Brüder Schütz zu den besten Sängerinnen, die auch das Dudeln (Jodeln) beherrschten. Von Dezember 1869 bis Mai 1871 unternahm er (nicht Bruder Balthasar) gemeinsam mit seiner Frau und deren Neffen Jos. Schrammel eine Tournee in die Türkei und nach Ägypten, wo sie v. a. für Auswanderer und durchreisende europäische Schiffsbesatzungen musizierten. Seine damals 11-jährige älteste Tochter Karolina Maria (Lina, * 24.3.1858 Neulerchenfeld, † ?) musste die Reise nach kurzer Zeit wegen angeblichen Misserfolgs abbrechen und wurde nach Wien zurückgeschickt. Bis 1889 als Volkssänger in Wien nachweisbar, danach verliert sich seine Spur.


Literatur
St. Winterstein (Hg.), J. Sch. im Serail 2007; Th. Aigner in JbÖVw 51 (2002); E. Merkt, Wr. Liederschatz [um 1910]; Fremden-Bl. 7.12.1856, [7], 14.6.1857, [7], 26.1.1860, [7], 5.12.1868, [14]; [Grazer] Tagespost 22.6.1856, [4]; Taufbuch der Pfarre Meidling (Wien XII) 1784–1819, fol. 151; Trauungsbuch der Pfarre Neulerchenfeld (Wien XVI) 1856–69, fol. 11; Taufbuch der Pfarre Neulerchenfeld; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Balthasar: get. 1.1.1825 Gaudenzdorf/NÖ (Wien XII), † nach 1892 (Ort?). Volkssänger, Geiger. Joh. Schrammel publizierte in den von ihm herausgegebenen und harmonisierten Alten oesterreichischen Volksmelodien Sträussl-Tanz, die „B. Schütz […] nach Wien gebracht“ habe und „das erstemal in Gmunden“ von der Tochter eines dortigen Gastwirtes singen gehört habe. B. soll Sch. 1849 auch das steirische Volkslied Die Kapler Alm von einer Steiermark-Reise mitgebracht haben. Seit 14.2.1854 mit der Sängerin Magdalena Kitzler (* 18.5.1831 Margareten/NÖ [Wien V], † nach 1882 [Ort?]) verheiratet, Trauzeugen waren der Musiklehrer Thomas Buchholzer und der Volkssänger A. Grünner. In der Folge gemeinsame Auftritte mit seiner Ehefrau, 1856–60 erweitert um den Mundharmonikaspieler Johann Rouland (* 1.3.1822 Budweis [České Budějovice], † 6.1.1886 Wien). Lebte bis 1889 als Volkssänger in Ottakring (Wien XVI), danach verliert sich seine Spur. Spätestens seit 1870 wohnte seine Frau nicht mehr im gemeinsamen Haushalt, zuletzt 1882 in Hernals (Wien XVII). In der Schrammel-Literatur wird er mit seinem Bruder Johann verwechselt.


Literatur
St. Winterstein (Hg.), J. Sch. im Serail 2007; Th. Aigner in JbÖVw 51 (2002); H. Schrammel (Hg.), Alte oesterreichische Volksmelodien (Aus der Zeit der Jahre 1800–1860), H. III [1889]; Fremden-Bl. 15.9.1855, [8], 6.1.1856, 5, 3.4.1856, [7], 25.7.1858 [10], 7.8.1860 [7]; Taufbuch der Pfarre Meidling 1819–26, fol. 123; Trauungsbuch der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII) 1854–57, fol. 7; Taufbuch der Pfarre St. Josef zu Margareten 1828–31, fol. 258 [M. Kitzler]; Trauungsbuch der Pfarre Gumpendorf (Wien VI) 1850–51, fol. 60 [J. Rouland]; Sterbebuch der Pfarre Altlerchenfeld 1884–1888, [1886] fol. 2 [J. Rouland]; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adressbücher).

Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
17.12.2020
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Schütz, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 17.12.2020, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003b115a
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x003b115a
GND
Schütz, Leopold: 1220807141
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Schütz, Johann: 1220808229
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Schütz, Balthasar: 122080892X
OBV
Weiterführende Literatur

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