
Savič,
Ehepaar
Sänger:inŽarko: * 28.8.1861 Semlin/Slawonien (Belgrad-Zemun), † 18.1.1930 Chicago, Illinois/USA. Opernsänger (Bass). S. wurde in eine orthodoxe Priesterfamilie geboren und erhielt schon früh Klavier- und Violinunterricht. Er absolvierte das Realgymnasium in Semlin und anschließend die Kadettenschule in Agram. Danach machte er aber ab 1882 eine Sängerkarriere (erste Auftritte in Belgrad und Troppau [Opava/CZ]). 1887 ging er nach Wien, wo er Gesang bei J. Ress studierte. Seine professionelle Karriere begann er 1890. Er war international tätig und sang an Theatern in Deutschland (Berlin, Lübeck, Dresden, Freiburg, Baden-Baden, Düsseldorf, Stuttgart, Duisburg), Budapest, Riga und Prag. In der Spielzeit 1908/09 wirkte er als Direktor des Kroatischen Nationaltheaters in Esseg (Osijek/HR), wo er gemeinsam mit seiner Ehefrau engagiert war. Nach seinem Wechsel nach Belgrad pachtete S. das Hotel Bulevar und eröffnete dort am 2.12.1909 eine private Oper (Opera na Bulevaru) mit der Operette Baron Trenck von S. Albini. Er engagierte dafür Sänger aus Belgrad, Abbazia und anderen europäischen Musikzentren. Vom 1.3.1911 bis zum 31.12.1913 war er Direktor des Serbischen Nationaltheaters in Neusatz (Novi Sad/SRB). Daneben wirkte er auch als Sänger, Regisseur und Übersetzer von Opernlibretti. Während seiner Leitung wurde das Repertoire des Hauses um zehn neue Operetten erweitert. Das Ensemble gastierte 1912 in Agram und 1913 in Sarajevo. Danach ging S. zunächst nach Deutschland, wo er 1914–17 in Hamburg/D Gesangsunterricht gab und u. a. K. Ziegler unterrichtete, danach unterrichtete er bis 1920 in Genf/CH. Ab 1920 lebte er in den USA, wo er zunächst in New York, später in Chicago erneut als Gesangspädagoge tätig war. S. verfügte über ein breites Repertoire, das von Buffo-Rollen in klassischen Opern über Partien in Werken serbischer Komponisten (u. a. Stanislav Binički, Isidor Bajić) bis hin zu zahlreichen Rollen in Musikdramen von R. Wagner reichte. Zudem war er ein gefragter Konzertsänger. 1896 unternahm er eine Russland-Tournee mit Stevan Mokranjac (1856–1914), der eigens Sololieder für ihn komponierte.
Werke
Übersetzungen von Opernlibretti (V. Léon, Die geschiedene Frau [M: L. Fall]; V. Léon, Der Rastelbinder [M: F. Lehár]; Bernhard Buchbinder, Er und seine Schwester [M: R. Raimann]).
Übersetzungen von Opernlibretti (V. Léon, Die geschiedene Frau [M: L. Fall]; V. Léon, Der Rastelbinder [M: F. Lehár]; Bernhard Buchbinder, Er und seine Schwester [M: R. Raimann]).
Schriften
Der Weg zum freien Ton 1915.
Der Weg zum freien Ton 1915.
Literatur
R. Pejović, Srpsko muzičko izvođaštvo romantičarskog doba [Die serbische musikalische Aufführungspraxis während der Romantik] 1991; S. Turlakov, Istorija opere i baleta Narodnog pozorišta u Beogradu (do 1941) [Die Geschichte von Oper und Ballett am Nationaltheater in Belgrad (bis 1941)] 2005; D. Mucić, Prvih četrdeset godina. Hrvatsko narodno kazalište u Osijeku 1907−1941 [Die ersten vierzig Jahre. Kroatisches Nationaltheater in Osijek 1907−1941] 2010; M. Kokanović Marković in S. Tuksar/M. Jurić Janjik (Hgg.), Prvi svjetski rat (1914–1918.) i glazba: skladateljske strategije, izvedbene prakse i društveni utjecaji [Der Erste Weltkrieg (1914–1918) und Musik: kompositorische Strategien, Aufführungspraxen und gesellschaftliche Einflüsse] 2019; ÖBL 9 (1988); Ulrich 1997 [Zasko S.]; Zastava 12 (1911), 3; Trgovačke novine, 3 (1912), 6; Bosnische Post 21.6.1898, 2, 27.6.1898, 3; Prager Abendbl. 4.5.1899, [4]; Der Humorist 10.5.1899, 6; Agramer Ztg. 3.3.1911, 6; Neues Wr. Journal 18.3.1920, 5.
R. Pejović, Srpsko muzičko izvođaštvo romantičarskog doba [Die serbische musikalische Aufführungspraxis während der Romantik] 1991; S. Turlakov, Istorija opere i baleta Narodnog pozorišta u Beogradu (do 1941) [Die Geschichte von Oper und Ballett am Nationaltheater in Belgrad (bis 1941)] 2005; D. Mucić, Prvih četrdeset godina. Hrvatsko narodno kazalište u Osijeku 1907−1941 [Die ersten vierzig Jahre. Kroatisches Nationaltheater in Osijek 1907−1941] 2010; M. Kokanović Marković in S. Tuksar/M. Jurić Janjik (Hgg.), Prvi svjetski rat (1914–1918.) i glazba: skladateljske strategije, izvedbene prakse i društveni utjecaji [Der Erste Weltkrieg (1914–1918) und Musik: kompositorische Strategien, Aufführungspraxen und gesellschaftliche Einflüsse] 2019; ÖBL 9 (1988); Ulrich 1997 [Zasko S.]; Zastava 12 (1911), 3; Trgovačke novine, 3 (1912), 6; Bosnische Post 21.6.1898, 2, 27.6.1898, 3; Prager Abendbl. 4.5.1899, [4]; Der Humorist 10.5.1899, 6; Agramer Ztg. 3.3.1911, 6; Neues Wr. Journal 18.3.1920, 5.
Sultana (Cijuk-Savić, Cijukova-Savić, geb. Cjuk): * 8.1.1871 Werschetz/Ungarn (Vršac/SRB), † 4.5.1935 Belgrad. Sängerin (Sopran). Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie in der privaten Anstalt zur Bildung von Mädchen in Werschetz, die von Marija Kutka geleitet wurde. Aufgrund ihrer Stimme und ihres musikalischen Talents wurde sie bereits als junges Mädchen für Vorstellungen des Serbischen Nationaltheaters engagiert. Da den Eltern die Mittel fehlten, ihr eine angemessene Ausbildung zukommen zu lassen, wurde in ihrem Heimatort eine Geldsammlung organisiert, damit sie zum Studium nach Wien gehen konnte. 1891–95 studierte sie dort Gesang am Konservatorium der GdM bei J. Ress, Klavierunterricht erhielt sie von A. Door. Dank ihrer Erfolge in der Ausbildung wurde sie vom Schulgeld befreit. Während ihrer Studienzeit trat sie zusammen mit anderen Studenten aus der Klasse von J. Ress in Konzerten auf (im Saal der Wiener Handelsvereinigung 1895, im Bösendorfersaal) sowie anlässlich des Tags des Hl. Sava bei Feierlichkeiten der serbischen akademischen Gesellschaft Zora. Nach Beendigung ihres Studiums erhielt sie ein Engagement in Hamburg und debütierte am 2.9.1895 als Agathe in der Oper Der Freischütz von C. M. von Weber. Danach ging sie nach Mainz/D, wo sie sich ab 11.4.1897 in der Rolle der Elsa von Brabant in der Wagner-Oper Lohengrin präsentierte. C. gastierte auch in Wien, Frankfurt am Main/D, Graz, Prag, Moskau, St. Petersburg/RUS und London. In erster Ehe war sie mit dem Tenor Franz Costa (* 12.9.1861 [Ort?], † nach Oktober 1941 Berchtesgaden/D) verheiratet. 1904 heiratete sie in Agram S. Z., ihren zweiten Ehemann. Sie begleitete ihren Mann und erhielt Engagements am Kroatischen Nationaltheater in Esseg (Osijek/HR, 1907–09), im privaten Opernhaus „Na Bulevaru“ ihres Mannes in Belgrad (1909–11) sowie am Serbischen Nationaltheater in Neusatz (1911–13). Während des Ersten Weltkriegs hielt sie sich mit ihrer Familie in Werschetz, Semlin und Hamburg auf. Die letzte Periode ihres beruflichen Wirkens verbrachte sie in Zagreb. Zu ihren Rollen zählten neben Opernpartien (u. a. Mařenka in B. Smetanas Die verkaufte Braut, Santuzza in P. Mascagnis Cavalleria rusticana, Nedda in R. Leoncavallos Pagliacci) auch Operettenrollen (u. a. Rosalinde in J. Strauss’ Sohn Die Fledermaus, Prinzessin Helene in O. Straus’ Ein Walzertraum, Alice in L. Falls Die Dollarprinzessin, Risa in E. Kálmáns Ein Herbstmanöver, Angèle Didier in F. Lehárs Der Graf von Luxemburg). Ihre letzten Lebensjahre verbrachte C. in Belgrad, wo sie nicht mehr öffentlich auftrat.
Literatur
M. Tomandl, Srpsko narodno pozorište u. Vojvodini (1868−1919) [Das Serbische Nationaltheater in der Vojvodina (1868−1919)] 1954; M. Jovanović in Zbornik Matice srpske 10 (1955); R. Pejović, Srpsko muzičko izvođaštvo romantičarskog doba [Die serbische musikalische Aufführungspraxis während der Romantik] 1991; G. Stojaković, Znamenite žene Novog Sada [Berühmte Frauen aus Novi Sad] 2001; A. Eberst, Muzički brevijar Vršca [Das Musikbrevier von Vrsac] 2001; S. Turlakov, Istorija opere i baleta Narodnog pozorišta u Beogradu (do 1941) [Die Geschichte von Oper und Ballett am Nationaltheater in Belgrad (bis 1941)] 2005; D. Mucić, Prvih četrdeset godina. Hrvatsko narodno kazalište u Osijeku 1907−1941 [Die ersten vierzig Jahre. Kroatisches Nationaltheater in Osijek 1907−1941] 2010; M. Kokanović Marković in S. Tuksar/M. Jurić Janjik (Hgg.), Prvi svjetski rat (1914–1918.) i glazba: skladateljske strategije, izvedbene prakse i društveni utjecaji [Der Erste Weltkrieg (1914–1918) und Musik: kompositorische Strategien, Aufführungspraxen und gesellschaftliche Einflüsse] 2019.
M. Tomandl, Srpsko narodno pozorište u. Vojvodini (1868−1919) [Das Serbische Nationaltheater in der Vojvodina (1868−1919)] 1954; M. Jovanović in Zbornik Matice srpske 10 (1955); R. Pejović, Srpsko muzičko izvođaštvo romantičarskog doba [Die serbische musikalische Aufführungspraxis während der Romantik] 1991; G. Stojaković, Znamenite žene Novog Sada [Berühmte Frauen aus Novi Sad] 2001; A. Eberst, Muzički brevijar Vršca [Das Musikbrevier von Vrsac] 2001; S. Turlakov, Istorija opere i baleta Narodnog pozorišta u Beogradu (do 1941) [Die Geschichte von Oper und Ballett am Nationaltheater in Belgrad (bis 1941)] 2005; D. Mucić, Prvih četrdeset godina. Hrvatsko narodno kazalište u Osijeku 1907−1941 [Die ersten vierzig Jahre. Kroatisches Nationaltheater in Osijek 1907−1941] 2010; M. Kokanović Marković in S. Tuksar/M. Jurić Janjik (Hgg.), Prvi svjetski rat (1914–1918.) i glazba: skladateljske strategije, izvedbene prakse i društveni utjecaji [Der Erste Weltkrieg (1914–1918) und Musik: kompositorische Strategien, Aufführungspraxen und gesellschaftliche Einflüsse] 2019.
Autor*innen
Marijana Kokanović Marković
Vera Merkel
Uwe Harten
Vera Merkel
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
26.11.2025
Empfohlene Zitierweise
Marijana Kokanović Marković/Vera Merkel/Uwe Harten,
Art. „Savič, Ehepaar“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
26.11.2025, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e064
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.





