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Polnauer, Polnauer, true Josef Maximilian
* 1888-06-044.6.1888 Wien, † 1969-10-055.10.1969 Wien. Beamter, Pädagoge. Musikausbildung 1906/07 bei Josef Herz, 1909–11 bei A. Schönberg, 1911–13 bei Alban Berg sowie Studien an der Univ. Wien bei G. Adler (Promotion 1927 in Innsbruck). 1911–23 wirkte er in Wien als Dozent für Musikwissenschaft und -theorie an der Volkshochschule, 1912–17 als Bibliothekar des Musikhistorischen Instituts der Univ., 1917–23 als Assistent Schönbergs bei dessen Kompositionsseminaren, 1919–34 als leitender Direktor des Konservatoriums des Vereins für volkstümliche Musikpflege. Im Verein für musikalische Privataufführungen war er als Vorstandsmitglied und Archivar tätig. Gemeinsam mit A. v. Webern erarbeitete er grundlegende Analysen von Werken der Zweiten Wiener Schule. Seinen Lebensunterhalt verdiente er 1933–38 als Beamter in der Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen, nach dem Krieg als Ministerialrat im Finanzministerium. 1938 war er – versteckt u. a. von E. Ratz – in Wien in den Untergrund gegangen. Schönberg hatte vergeblich versucht, dem Verfolgten zusammen mit P.s bereits nach New York ausgewandertem Bruder Richard P. zur Flucht zu verhelfen. Nach seiner Pensionierung war P. als Kompositionslehrer tätig. Zu seinen Schülern zählen u. a. J. Garai, V. Ullmann, F. Prohaska, P. Kont, R. Clemencic, F. Cerha, M. Gielen, H. Kann, K. Schwertsik, K. H. Füssl. Er war Vizepräsident, 1960–68 Präsident, zuletzt Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), Vorstandsmitglied des Österreichischen Arbeiter-Sängerbundes.
Schriften
Grenzpfähle der Tonalität, Diss. Innsbruck 1927; Hg.: Weberns Briefe an Hildegard Jone u. Josef Humplik 1959 (engl. 1967); Teilnachlass in der Hss.-Slg. der WStLB (ca. 160 Briefe, u. a. von A. Berg, A. Schönberg, Briefe von A. v. Webern an P. in Kopien).
Literatur
Kürschner 1954; L. Knessl, Anton Webern – authentisch aus Wien in Neue Zürcher Ztg. 27.11.2004; L. Knessl in ÖMZ 24 (1969), 642; MaÖ 1997; Österr. Musiker im Exil 1990; F. Cerha in ÖMZ 37 (1982); J. P. in Mödling in ÖMZ 26 (1971), 116f.; Wr. Ztg. 9.10.1969; H. u. R. Moldenhauer, Anton von Webern 1980; www.schoenberg.at/1_as/schueler/wien/Polnauer.htm (11/2004).
Autor*innen
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Polnauer, Josef Maximilian‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 15.5.2005, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dd71
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001dd71
GND
Polnauer, Josef Maximilian: 1017673659
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