
Petzl,
Schwestern
SängerinnenMaria (Marie, geb. Petzl, Petzl-Demmer): * 15.10.1878 Wien, † 22.10.1967 Melk/NÖ. Sängerin (Alt, Mezzosopran). Tochter eines Beamten der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft. 1896–1902 Gesangsausbildung (teilweise als Stiftling) am Konservatorium der GdM bei I. Schlemmer-Ambros. Noch während ihrer Ausbildung erste Auftritte in Pöchlarn/NÖ und Wien. Nach Abschluss des Studiums ging sie 1902/03 ans Landestheater Linz. Am 30.5.1903 heiratete sie den Gymnasiallehrer Rudolf Demmer (* 27.1.1878 Wien, † 12.5.1931 Wien, begr. Pöchlarn), mit dem sie zumindest zwei Kinder hatte: Siegfried Maria (* 17.10.1903 Pöchlarn, † 17.9.1970 [Ort?]) und W. Demmer. Im April 1904 debütierte sie an der Grazer Oper. Weitere Stationen waren das Stadttheater Olmütz (1905/06) und das Stadttheater Brünn (1906–08). Nach zwei erfolgreichen Auftritten in der Volksoper Wien im Frühjahr 1908 erhielt sie ein Engagement. 1911 wechselte sie erneut nach Brünn, danach nach Chemnitz/D. 1914 als Grimgerde (Die Walküre) bei den Bayreuther Festspielen. Im Mai 1915 gastierte sie wieder an der Grazer Oper und blieb dort bis 1918, wobei sie sich zum „Stolz und Mittelpunkt“ (Tagespost 1.7.1918, 1) des Ensembles entwickelte. Danach war sie bis 1920 in Karlsruhe/D engagiert. Sie verließ das Engagement „aus familiären Rücksichten“ (Brief an S. Wagner v. 12.2.1924, den sie vergeblich um ein weiteres Engagement bei den Bayreuther Festspielen ersuchte) und ging wieder nach Wien, wo ihr Mann als Lehrer tätig war. 1924 sang sie in Brünn. Gastspiele führten sie u. a. nach Prag, Berlin, London, Hamburg/D, Brüssel, Dresden/D, dazu kamen Konzertauftritte u. a. in Wien (Musikverein, Konzerthaus) und Graz, wo sie 1933 noch einmal auftrat und einmal als Liedbegleiterin ihrer Tochter fungierte. Zu ihrem Repertoire zählten neben der Carmen u. a. verschiedene Wagner- und Verdi-Partien, die Klytämnestra in Elektra von R. Strauss oder die Suzuki in G. Puccinis Madama Butterfly.
Literatur
K-R 2003; Der Humorist 1.12.1906, 2; Linzer Volksbl. 16.9.1902, 5; Dt. Südmährerbl. 15.12.1905, 5; Wr. Allgemeine Ztg. 27.3.1908, 2; Dt. Volksbl. 27.8.1908, 9; Grazer Mittags-Ztg. 15.5.1915, [3]; (Grazer) Tagespost (Abendbl.) 11.3.1918, [1], (Abendbl.) 1.7.1918, 1; Grazer Volksbl. 20.5.1933, 5, 2.6.1933, 5; St. Pöltner Bote 7.9.1898, 5; Prager Tagbl. 9.6.1911, 9; NFP 23.6.1924, 6; Brief v. M. P.-D. an S. Wagner v. 12.2.1924 (online); Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II), 1878–80, fol. 117; Trauungsbuch der Pfarre Pöchlarn 1903–04, fol. 54; Taufbuch der Pfarre Pöchlarn 1901–08, fol. 107; Sterbebuch der Pfarre Pöchlarn 1919–38, fol. 117; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; Dt. Bühnenjahrbücher; Lehmanns Adressbücher; www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
K-R 2003; Der Humorist 1.12.1906, 2; Linzer Volksbl. 16.9.1902, 5; Dt. Südmährerbl. 15.12.1905, 5; Wr. Allgemeine Ztg. 27.3.1908, 2; Dt. Volksbl. 27.8.1908, 9; Grazer Mittags-Ztg. 15.5.1915, [3]; (Grazer) Tagespost (Abendbl.) 11.3.1918, [1], (Abendbl.) 1.7.1918, 1; Grazer Volksbl. 20.5.1933, 5, 2.6.1933, 5; St. Pöltner Bote 7.9.1898, 5; Prager Tagbl. 9.6.1911, 9; NFP 23.6.1924, 6; Brief v. M. P.-D. an S. Wagner v. 12.2.1924 (online); Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II), 1878–80, fol. 117; Trauungsbuch der Pfarre Pöchlarn 1903–04, fol. 54; Taufbuch der Pfarre Pöchlarn 1901–08, fol. 107; Sterbebuch der Pfarre Pöchlarn 1919–38, fol. 117; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; Dt. Bühnenjahrbücher; Lehmanns Adressbücher; www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
Louise (Luise) Therese (Perard-Petzl, Perard-Theisen, Perard-Theissen): * 16.3.1881 Wien [nicht 1884 in der Nähe von Kloster Melk], † 20.11.1936 München/D. Sängerin (Sopran). Taufpatin ihrer Nichte W. Demmer. Sie war ab 1902 ebenfalls Studentin bei I. Schlemmer-Ambros am Konservatorium der GdM (Reifezeugnis 1907). Daneben vereinzelt Auftritte in Pöchlarn. 1907 erhielt sie nach einem erfolgreichen Gastspiel ein langfristiges Engagement ans Stadttheater Hamburg. 1908/09 gastierte sie erstmals an der Covent Garden Oper in London, weitere Gastspiele bis 1913 folgten. 1913 wechselte sie an die Hofoper München, wo sie bis 1920 tätig war. Dazu kamen zahlreiche Gastauftritte auf verschiedenen deutschen Bühnen (u. a. Berlin, Frankfurt, Karlsruhe, Dresden), Den Haag/NL, Amsterdam, Zürich/CH, Brüssel, Oslo und Bozen sowie Konzert- und Rundfunkauftritte und einige Plattenaufnahmen. Sie sang neben dramatischen Partien aus Bühnenwerken u. a. von R. Wagner, R. Strauss und G. Verdi auch lyrische von W. A. Mozart.
Ehrungen
Prämium des Konservatoriums der GdM zum Andenken R. Wagners 1907; bayerische Kammersängerin.
Prämium des Konservatoriums der GdM zum Andenken R. Wagners 1907; bayerische Kammersängerin.
Literatur
K-R 1997, 2003; Dt. Volksbl. 22.6.1907, 7; NFP 24.2.1910, 11; Musikalisches Wochenbl. 3.3.1910, 689; Der Humorist 10.5.1911, 7; Innsbrucker Nachrichten 30.6.1902, 5; Badische Presse (Abendausgabe) 11.10.1918, 2; Sächsische Staatsztg. 28.12.1918, 8; Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk 1881–83, fol. 27; https://archiv.buehnen-graz.com (6/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
K-R 1997, 2003; Dt. Volksbl. 22.6.1907, 7; NFP 24.2.1910, 11; Musikalisches Wochenbl. 3.3.1910, 689; Der Humorist 10.5.1911, 7; Innsbrucker Nachrichten 30.6.1902, 5; Badische Presse (Abendausgabe) 11.10.1918, 2; Sächsische Staatsztg. 28.12.1918, 8; Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk 1881–83, fol. 27; https://archiv.buehnen-graz.com (6/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
Autor*innen
MK
Letzte inhaltliche Änderung
29.7.2025
Empfohlene Zitierweise
MK,
Art. „Petzl, Schwestern“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
29.7.2025, abgerufen am ),
https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_P/Petzl_Schwestern.xml
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![Rollenbildnis Maria Petzl-Demmer (Der Humorist 1.12.1906, [1]) © ANNO/ÖNB Rollenbildnis Maria Petzl-Demmer (Der Humorist 1.12.1906, [1]) © ANNO/ÖNB](/ml/image/Petzl_Marie.jpg)
