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Kraus, Kraus, true Edith
* 1913 -05-1818.5.1913 Wien, † 2013-09-033.9.2013 Jerusalem. Pianistin. Geboren als Kind tschechischer Juden, übersiedelte die Familie 1919 nach Karlsbad. Mit 11 Jahren gab sie als „Wunderkind“ ihr Konzertdebüt in Karlsbad. Auf Empfehlung von L. Blech wurde K. mit 13 Jahren Schülerin von Alfred Schroeder, dem Assisstenten A. Schnabels in Berlin, ein Jahr später als jüngste Studentin an der Berliner MHsch. bei Schnabel selbst. Nach dem Studium übersiedelte sie nach Prag (Diplom in Klavierpädagogik), heiratete 1933 den prager Fabrikanten Karl Steiner und konzertierte als Pianistin bis Hitlers Einmarsch 1939. 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín/CZ) deportiert, wo K. im Rahmen der sog. „Freizeitgestaltung“ Klavier üben durfte, mit V. Ullmann zusammenarbeitete. Nach der Befreiung des Lagers Theresienstadt 1945 Rückkehr nach Prag, 1947 Heirat mit Arpad Bloedy, 1949 Emigration (Exil) nach Israel. In Tel Aviv erhielt sie 1957 eine Professur für Klavier an der Rubin Music Academy, seit ihrer Pensionierung 1981 beschäftigte sie sich intensiv mit den Werken der Theresienstädter Komponisten (zahlreiche CD-Einspielungen, Vorträge und TV-Dokumentationen in vielen Ländern). Seit einem Schlaganfall 1994 am Klavierspiel gehindert, veranstaltete sie weiterhin Meisterkurse, erstmals 2003 auch in Wien.
Literatur
Mitt. Orpheus Trust; www. jeunessesmusicales-mv.de/Neue_Dateien/EdithBio.html (10/2003); F. Haufe in neue musikzeitung 1999, Nr. 6; Arbeitsgruppe Exilmusik der Univ. Hamburg (Hg.), Lebenswege von Musikerinnen im „Dritten Reich“ und im Exil 2000; K. Weniger, Zwischen Bühne und Baracke 2008; www.exilarchiv.de (8/2011); http://de.wikipedia.org (3/2015).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Kraus, Edith‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 15.3.2015]