
Kogler
(geb. Durnowsky, verw. Kogler, verh. Schilhanek),
Anna Antonia
* 12.6.1856 Wien,
† 7.1.1932 Wien.
Volkssängerin.
Ihr Vater war der Musiker Anton Durnowsky (Durnofsky, Turnofsky, Turnofski, * 26.11.1821 Wien, † 26.10.1902 Wien), der u. a. mit C. Margold auftrat und Tanzmusik komponierte. Ihre Mutter Franziska, verw. Pfab, geb. Großauer (* 24.2.1823 Wien, † vor 1878 Wien?), war eine Wirtstochter. K. soll bereits im Alter von zehn Jahren in den Kindervorstellungen am Theater in der Josefstadt gespielt haben, nachweisbar ist sie 1870. Nach dem frühen Tod der Mutter erhielt sie als Siebzehnjährige die behördliche Gesangslizenz und war als Volkssängerin tätig. Am 11.6.1878 Heirat mit dem Volkssänger Michael K. (* 26.3.1838 Wien, † 17.4.1887 Wien), der seit 1873 die einzige „ambulante Singspielhallenkonzession“ in Wien besaß und als Entdecker von A. Mannsfeld gilt. Mit ihm hatte sie den vorehelichen Sohn Rudolf Georg (* 11.1.1878 Wien), der jedoch bereits am 4.1.1880 im Alter von 2 Jahren an Blattern verstarb. Nach dem Tod ihres Ehemannes führte sie die Singspielhalle mit einem etwa sechsköpfigen Ensemble unter verschiedenen Namen (Gesellschaft A. K., 1. bürgerlichen Elite-Gesellschaft A. K., Wiener Varieté-Gesellschaft A. K., Burlesken-Ensemble) zumindest bis 1916 weiter und trat in zahlreichen Wiener Lokalen auf. Am 5.6.1893 heiratete sie den Kapellmeister und Komponisten Jean Schmid (recte Johann Anton Schilhanek, * 14.5.1860 Wien, † 5.2.1940 Wien), der als Pianist und Hauskomponist ihrer Gesellschaft zahlreiche Lieder für sie schrieb. K. galt als Vertreterin einer Wienerliedrichtung ohne Zote, trat auch als Duettistin (mit Tilly Schmidt, Anna Günther, Sofie Lenau, Hansi Walter) auf, war eine „beliebte Volkstypendarstellerin“ (Illustrierte Kronen-Ztg. 30.9.1927, 7) und führte Regie. Am 30.9.1927 wurde ihr 50-jähriges Berufsjubiläum mit einem „Alt-Wiener Abend aus der Biedermeierzeit“ gefeiert. Sie war bis zuletzt als Volkssängerin aktiv und lebte seit spätestens 1898 mit ihrem Mann in einer Villa im Liebhartstal (Wien XVI). Die Trauerrede bei ihrem Begräbnis am Friedhof Ottakring (Wien XVI) hielt Karl Ringer, Obmann des Zwölferbundes der Wiener Volkssänger und Artisten, dessen Mitglied sie war.
Literatur
J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter u. neuer Zeit 1931; Illustriertes Wr. Extrabl. 29.9.1927, 6; Neues Wr. Tagbl. 1.10.1927, 8, 8.2.1940, 8; Illustrierte Kronen-Ztg. 13.1.1932, 7; Kleine Volks-Ztg. 20.1.1932, 9; Taufbuch der Pfarre Gumpendorf (Wien VI) 1856, fol. 10; Trauungsbuch der Pfarre Fünfhaus (Wien XV) 1876–78 [1878], fol. 54; Sterbebuch der Pfarre Altottakring (Wien XVI) 1902, 152 u. 1932, fol. 4; Taufbuch der Pfarre Fünfhaus 1878, fol. 12; Trauungsbuch der Pfarre Hernals 1854–58, fol. 26; Sterbebuch der Pfarre Hernals 1887, fol. 94; eigene Recherchen (Lehmanns Adresskalender, www.anno.onb.ac.at)
J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter u. neuer Zeit 1931; Illustriertes Wr. Extrabl. 29.9.1927, 6; Neues Wr. Tagbl. 1.10.1927, 8, 8.2.1940, 8; Illustrierte Kronen-Ztg. 13.1.1932, 7; Kleine Volks-Ztg. 20.1.1932, 9; Taufbuch der Pfarre Gumpendorf (Wien VI) 1856, fol. 10; Trauungsbuch der Pfarre Fünfhaus (Wien XV) 1876–78 [1878], fol. 54; Sterbebuch der Pfarre Altottakring (Wien XVI) 1902, 152 u. 1932, fol. 4; Taufbuch der Pfarre Fünfhaus 1878, fol. 12; Trauungsbuch der Pfarre Hernals 1854–58, fol. 26; Sterbebuch der Pfarre Hernals 1887, fol. 94; eigene Recherchen (Lehmanns Adresskalender, www.anno.onb.ac.at)
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
29.10.2024
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger,
Art. „Kogler (geb. Durnowsky, verw. Kogler, verh. Schilhanek), Anna Antonia“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
29.10.2024, abgerufen am ),
https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_K/Kogler_Anna.xml
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