
Hoffmann,
Rudolf Stephan (eig. Rudolf Stefan)
* 21.8.1878 Wien,
† 28.10.1938 Tel Aviv/IL.
Arzt, Komponist, Musikschriftsteller, Librettist und Übersetzer.
H. war der älteste Sohn des langjährigen Arztes des Theaters an der Wien, Josef H. († 28.7.1912 Wien), der u. a. mit M. Geistinger, A. Girardi, K. Streitmann und F. Schweighofer befreundet sowie im Sommer als Kurarzt in Baden tätig war, und dessen Frau Seline, geb. Wilheim. H. studierte an der Univ. Wien ebenfalls Medizin (spätestens seit 1903 Dr. der gesamten Heilkunde) und erhielt darüber hinaus Musikunterricht (Klavier, Theorie) bei A. Zemlinsky. 1905 trat er vermutlich erstmals als Komponist von Liedern an die Öffentlichkeit, u. a. im Rahmen von Konzerten der Vereinigung schaffender Tonkünstler. In der Folge waren seine Lieder, u. a. interpretiert von E. Pazeller, vereinzelt in Wien zu hören und wurden regelmäßig wohlwollend rezensiert. Wohl im Zuge seiner Heirat am 14.6.1907 mit Rosa Angela Luise Maria Anna Herzog (* 6.9.1883 Wien, † nach 24.6.1958 [Ort?]), der Tochter des Herausgebers der Wochenzeitung Montags-Revue Jakob Herzog, konvertierte er am 15.12.1906 zum katholischen Glauben. Der Ehe entstammten drei Kinder, Maria Camilla (* 11.5.1908), Elisabeth Margareta Maria (* 30.4.1910) und Rudolf Ern(e)st (* 11.6.1916, † 9.6.1986). Außerdem wirkte H. als Klavierbegleiter und Kammermusiker, u. a. in Zusammenarbeit mit B. Walter. 1915 wurde er Vorstandsmitglied des neu gegründeten Reichsbundes für Musikpflege in Oesterreich. Darüber hinaus war H. um 1921 Dirigent des Philharmonischen Chores und der Wiener Singakademie, 1926 übernahm er den Frauenchor des Wiener kaufmännischen Gesangvereines. Hauptberuflich als Gynäkologe tätig, arbeitete er auch als Musikpublizist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, veröffentliche mehrere einschlägige Bücher und hielt auch Voträge (u. a. ab 1929 auf Radio Wien). Daneben fungierte H. auch als Übersetzer sowohl von Vokalwerken u. a. von L. Janáček, Darius Milhaud, Ottorino Respighi, Louis Gruenberg, Béla Bartok und Zoltán Kodály als auch von medizinischen Texten. 1938 emigrierte er (Exil) nach Palästina und verstarb bald darauf.
Ehrungen
kaiserlicher Rat; Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz 1915; Widmungsträger von W. Grosz’ Sonate f. Kl. op. 21 1926; Obermedizinalrat 1936.
kaiserlicher Rat; Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz 1915; Widmungsträger von W. Grosz’ Sonate f. Kl. op. 21 1926; Obermedizinalrat 1936.
Werke
Kammermusik und Lieder (Frühlingssehnen [T: Heinrich Kipper]); gem. m. Fred Carlin Wienerlied Bei uns in Wien; Libretto Die Lästerschule (M: P. v. Klenau), UA 1926 Frankfurt am Main/D.
Kammermusik und Lieder (Frühlingssehnen [T: Heinrich Kipper]); gem. m. Fred Carlin Wienerlied Bei uns in Wien; Libretto Die Lästerschule (M: P. v. Klenau), UA 1926 Frankfurt am Main/D.
Schriften
Franz Schreker 1921; Erich Wolfgang Korngold 1922; Zemlinskys Opern in Der Auftakt. Musikbll. für die tschechoslowakische Republik 1 (1920/21); Vom alten Strauß in Neues Wr. Tagbl. 24.9.1922, 20; zahlreiche Aufsätze in Musikbll. des Anbruch und Der Merker; medizinische Fachartikel.
Franz Schreker 1921; Erich Wolfgang Korngold 1922; Zemlinskys Opern in Der Auftakt. Musikbll. für die tschechoslowakische Republik 1 (1920/21); Vom alten Strauß in Neues Wr. Tagbl. 24.9.1922, 20; zahlreiche Aufsätze in Musikbll. des Anbruch und Der Merker; medizinische Fachartikel.
Literatur
Müller-Asow 1929; Riemann 1929; F-A 1936; MGG 14 (1968), 619; Die Stunde 20.2.1931, 5; Wr. Ztg. 1.1.1905, 22, 1.2.1905, 23; Wr. Allgemeine Ztg. 14.2.1905, 3; Neues Wr. Tagbl. 2.8.1912, 24; Neues Wr. Abendbl. 31.7.1920, 2; 5.8.1920, 3; Die Zeit 6.3.1914, 7, 20.2.1915, 15; NFP 6.6.1914, 11, 18.2.1918, 7, 17.7.1920, 1, 10.10.1921, 1, 17.5.1922, 3, (Abendbl.) 16.5.1923, 4; Fremden-Bl. 21.3.1915, 17; Neues Wr. Journal 19.12.1921, 7, 11.1.1931, 18; Illustriertes Wr. Extrabl. 6.11.1926, 8; Wr. Morgenztg. 29.12.1926, 6; Medizinische Klinik 26.6.1936, 888; Montags-Revue 21.3.1870, [1]; Geburtsbuch der IKG Wien 1878, RZ 1340; Taufbuch der Pfarre St. Augustin (Wien I) 1897–1925, 122, 126, 150; Trauungsbuch der Pfarre St. Augustin 1906–12, fol. 57; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adresskalender; Bibliothekskataloge).
Müller-Asow 1929; Riemann 1929; F-A 1936; MGG 14 (1968), 619; Die Stunde 20.2.1931, 5; Wr. Ztg. 1.1.1905, 22, 1.2.1905, 23; Wr. Allgemeine Ztg. 14.2.1905, 3; Neues Wr. Tagbl. 2.8.1912, 24; Neues Wr. Abendbl. 31.7.1920, 2; 5.8.1920, 3; Die Zeit 6.3.1914, 7, 20.2.1915, 15; NFP 6.6.1914, 11, 18.2.1918, 7, 17.7.1920, 1, 10.10.1921, 1, 17.5.1922, 3, (Abendbl.) 16.5.1923, 4; Fremden-Bl. 21.3.1915, 17; Neues Wr. Journal 19.12.1921, 7, 11.1.1931, 18; Illustriertes Wr. Extrabl. 6.11.1926, 8; Wr. Morgenztg. 29.12.1926, 6; Medizinische Klinik 26.6.1936, 888; Montags-Revue 21.3.1870, [1]; Geburtsbuch der IKG Wien 1878, RZ 1340; Taufbuch der Pfarre St. Augustin (Wien I) 1897–1925, 122, 126, 150; Trauungsbuch der Pfarre St. Augustin 1906–12, fol. 57; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adresskalender; Bibliothekskataloge).
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
8.8.2025
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger,
Art. „Hoffmann, Rudolf Stephan (eig. Rudolf Stefan)“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
8.8.2025, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0002707f
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