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Hirtl Hirtl Jacob(us): (Hyrtl, Hürtl, Hirtel, Hierdl), Familie
Jacob(us): 29.9.1768 Krems/NÖ, † 1852-04-1818.4.1852 Wien. Oboist. Soll Schüler von J. G. Triebensee und Carlo Besozzi gewesen sein, 1794–98 war er Mitglied der Harmoniemusik und 1798–1813 der Kapelle von N. II. Fürst Esterházy; 1800 kurz unterbrochen von einem Engagement bei Franz Graf Esterházy in Lanschütz [Čeklýs; Bernolákovo/SK] bei Pressburg. Vermutlich von seinem Bruder empfohlen, kam J. H. 1813 ans Theater in der Leopoldstadt.

Sein Sohn Carl (Josephus Carolus): * 1.2.1803 Eisenstadt, † 31.12.1884 Wien. Violinist und Beamter. War um 1822/23 Geiger bzw. Bratschist am Theater in der Leopoldstadt, trat aber 1830 in die Dienste des Hofpostamts (1841 Ernennung zum Rechnungsrat bei der k. k. Post-Hofbuchhaltung) ein, 1851 wechselte er zur Wiener Stadthauptmannschaft. Sein Bruder war der bekannte Anatom (u. a. 1864/65 Rektor der Univ. Wien) Joseph Hyrtl (* 7.12.1810 Eisenstadt, † 17.7.1894 Perchtoldsdorf/NÖ), 1823–26 Wiener Hofsängerknabe, dessen Frau mit Em. Friedlowsky befreundet war.

J.s Bruder Ignatz (Ignatius): get. 11.5.1773 Krems, † 30.12.1848 Leopoldstadt (Wien II). Hornist. Da er 1819 in einer Annonce, betreffend den Verkauf des Thurnergewerbes von St. Pölten (Käufer A. Schubert), als Auskunftsperson genannt wird, ist wahrscheinlich, dass er dorthin Verbindungen hatte; möglicherweise war er Gehilfe des dortigen Thurnermeisters gewesen. I. H. könnte jedoch bereits ab 1796 im Theater in der Leopoldstadt gespielt haben, 1810 und danach wird er jedenfalls als Theatermusiker bezeichnet.

Dessen Söhne

Heinrich: * get. 17.7.1800 Leopoldstadt, † 21.3.1824 Leopoldstadt. Fagottist. Um 1822 im Theater in der Leopoldstadt, 1824 als Musiklehrer bezeichnet.

Ignaz Martin: get. 18.1.1808 Leopoldstadt, † vor 1848 (Ort?). Musiker. Soll Militärkapellmeister im Deutschmeister-Regiment gewesen sein. Erhielt am 31.12.1838 einen Reisepass für Stampfen in Ungarn (Stupava/SK), 1839 für Russisch-Polen und 1842 für Russland.

Jakob (Jacob Franz): get. 25.7.1816 Leopoldstadt, † 31.12.1890 Wien. Sänger und Beamter. Halbbruder von H. und I. H., sein Taufpate war J. Pollischansky. War 1828–31 Wiener Hofsängerknabe. Er soll zunächst Sänger gewesen sein, wurde später jedoch städtischer (Polizei-)Beamter (1854 Hofkonzipist). 1860 erfolgte seine Ernennung zum Beamten im k. k. Polizeiministerium, von wo er später ins Innenministerium und 1873 zur Wiener Polizeidirektion wechselte.


Ehrungen
Reg.rat 1873; Orden der Eisernen Krone III. Klasse 1882; Ritterstand 1882; Offizier des ital. Kronen-Ordens.
Literatur
Th. Albrecht in Wr. Oboen-Journal 53 (März 2012); K. Lamkin, Esterházy Musicians 1790 to 1809, 2007; Wurzbach 9 (1863); EitnerQ 5 (1901); HaydnJb 15 (1984), 113; M. B. Pagel, Die kk Hofsängerknaben zu Wien 1498 bis 1918, 2009, 329; A. Ziegler, Addressen-Buch von Tonkünstlern, Dilettanten, […] in Wien 1823, 92f; H. Mansfeld in Jb. der Ges. f. Wr. Theaterforschung 11 (1959); Der Adler 22.11.1841, 1730; Wr. Ztg. 13.3.1819; Allgemeines Intelligenzbl. 490, 9.1.1849, 72, 18.3.1851, 809, 31.8.1854, 2327, 12.12.1860, 4913, 17.6.1873, 1241, 9.4.1882, 1, 31.1.1889, 10; 11.1.1891, 10; Wr. Abendpost 31.12.1890, 3; Neuigkeits Welt-Bl. 13.10.1882, 3; Die Presse 24.9.1885, 10; Taufbuch 1752–74 der Pfarre Krems-St. Veit, pag. 402 u. 659; Taufbuch 1788–1816 der Propstei- und Stadtpfarre Eisenstadt, Schlossgrund-Oberberg, fol. 60; Taufbuch 1799–1812 der Pfarre St. Josef (Wien II), fol. 38 u. 239; Taufbuch 1812–24 der Pfarre St. Josef, fol. 92; Taufbuch 1819–26 der Pfarre St. Leopold (Wien II), fol. 148; Sterbebuch 1876–85 der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II), fol. 273; WStLA (G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Hirtl (Hyrtl, Hürtl, Hirtel, Hierdl), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24.1.2017]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


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