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Herzfeld, Herzfeld, true Victor (Viktor) Emmerich Ritter von
* 1856-10-066. [lt. Trauungsbuch, 8. lt. Meldezettel] 10.1856 Pressburg (Bratislava), † 1919-02-2020.2.1919 Budapest. Komponist, Violinist und Lehrer. Sohn des geadelten jüdischen Direktors einer Versicherungsgesellschaft Josef Ritter v. H. Parallel zu seinem Jusstudium an der Univ. Wien (1875–1879; 1876/77 auch Hörer von E. Hanslick) studierte er 1878–80 Komposition und Violine bei F. Krenn und J. Hellmesberger am Konservatorium der GdM. Neben kammermusikalischen Konzerttätigkeiten war er ab 1879 als Komponist tätig. Erste Erfahrungen als Operndirigent machte H. mit dem Konservatoriumsorchester 1879. 1881/82 war er 2. Kapellmeister am Landschaftlichen Theater Linz und ca. 1883/84 2. Opern-Kapellmeister in Leipzig/D. Anschließend weiterführende Studien in Kontrapunkt und Musikgeschichte bei August Eduard Grell und Friedrich Kiel in Berlin. Nach seiner Rückkehr nach Wien (1885/86) übersiedelte er schließlich nach Budapest, wo er 1888–1918 Musiktheorie, -geschichte, -ästhetik, Komposition und Kammermusik an der dortigen MAkad. unterrichtete. 1893 Ernennung zum o. Prof. für Komposition (Schüler u. a. P. Abraham). Im Hubay-Popper-Quartett (nach J. Hubay und D. Popper benannt) übernahm er 1886–89 und 1897–99 die 2. Violine. 1892/93 mehrere Konzerte als Violinist in Budapest mit der Pianistin Vilma Adler-Goldstein und dem Cellisten Friedrich Grützmacher. Darüber hinaus schrieb er Musikkritiken für das Neue Pester Journal (1888–90), die Deutsche Musik-Zeitung (1890/91) und den Pester Lloyd, darunter auch eine negative Kritik zur UA von G. Mahlers Erster Symphonie (Neues Pester Journal 21.11.1889). 1907–18 war er erster Präsident der ungarischen Rechteverwertungsgesellschaft MARS. 1887 Austritt aus dem Judentum und röm.-kath. Taufe in Ungarn. H. heiratete am 19.3.1910 in Wien seine nahe Verwandte Mathilde Anna H. (* 9.11.1864 Wien, † ?). Zu Lebzeiten wurden in der Presse v. a. seine kompositorischen und pädagogischen Tätigkeiten gewürdigt.
Gedenkstätten
Ehrengrab am Budapester Kerepescher Friedhof.
Ehrungen
Orden der Eisernen Krone (III. Klasse); Silberne Gesellschaftsmedaille der GdM; Beethoven-Compositionspreis der GdM 1883/84; Preisträger mehrerer Wettbewerbe des Konservatoriums der GdM 1879 und 1880; Widmungsträger von E. Dohnányis Sonate cis-Moll 1912.
Schriften
Lehrbuch der Fuge 1914; Aufsätze in Musik-Zss. und -Ztg.en (u. a. in Signale f. die musikalische Welt, The Musical Quarterly und Wr. Allgemeine Ztg.).
Werke
Orchesterwerke (Ouvertüre und Gesang des Derwisches zu F. Grillparzers Der Traum ein Leben 1883, Lustspielouvertüre 1885, Capriccio 1896, Frühlingsidyll 1897, Es war einmal, ein Märchenbild 1904, Festmarsch in ungarischer Weise 1907, Serenade 1911, Festmarsch 1907); Werke für V. und Kl. (Romanze in G-Dur 1883, Ungarische Weisen 1901, Berceuse 1904); Lieder für Singstimme und Kl. (u.a. Es fliegt manch’ Vöglein in das Nest 1879, Schläfst du Liebchen, schläfst du schon 1885); Klavierwerke (u.a. 12 leichte Stücke f. Kl. 1890–1899); Werke für Soloinstrument und Orch. (Zwei Romanzen f. V. u. Orch. 1879).
Literatur
Riemann 1929; DBE; Czeike 3 (1994); ÖBL 2 (1959); G. Gaugusch, Wer einmal war 1 (2011); Dt. Bühnen-Almanach 46 (1882), 209; Österr. Kunst-Chronik 27.3.1886, 285; Pester Lloyd 2.3.1893, 7, 24.6.1893, 9, 23.2.1919, 7; Die Presse 22.5.1879, 9; [Linzer] Tages-Post 6.12.1881, 4; Musikalisches Wochenbl. 6.7.1893, 404; Signale f. die musikalische Welt 1879, Nr. 43, 675, 1884, Nr. 11, 171, 1887, Nr. 9, 133, 1892, Nr. 66, 1050; NFP 18.11.1886, 7, 22.2.1919, 7; Wr. Ztg. 2.7.1879, 9, 4.7.1879, 2, 18.6.1880, 3, 25.6.1880, 2, 27.6.1880, 4; Neues Wr. Tagbl. 20.10.1913, 8; Wr. Allgemeine Ztg. 19.11.1884, 6; Dt. Musik-Ztg. 1890, Nr. 3, 25, 1890, Nr. 31, 282, 1891, Nr. 36, 323; Billboard 6.11.1976, 34; K. Blaukopf/H. Blaukopf (Hg.), Mahler. His Life, Work and World 1992, 82f; Trauungsbuch der Pfarre St. Rochus (Wien III) 1909/10 [1910], fol. 27; www.geni.com (9/2021); www.genteam.at (9/2021); https://austria-forum.org/ (9/2021); eigene Recherchen (WStLA [Meldearchiv/Prominentenslg.]; Jahresberichte des Konservatoriums der GdM, Bühnen-Jb.er, Archiv der Franz Liszt MAkad., www.anno.onb.ac.at, www.demos.ac.at).

Autor(en)
Karoline Hochstöger
Empfohlene Zitierweise
Karoline Hochstöger, Art. „Herzfeld, Victor (Viktor) Emmerich Ritter von‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 28.10.2021]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


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