
Haydter,
Alexander Wilhelm
* 13.10.1872 Wien,
† 11. [nicht 13.] 2.1919 Wien.
Sänger (Bassbariton).
Der Sohn eines Fabrikanten war zunächst als Arbeiter tätig und entschied sich erst danach für eine Sängerkarriere. Seine erste Gesangsausbildung erhielt er in Wien bei G. Geiringer und Jos. Gänsbacher. 1896–98 war er am Stadttheater in Zürich/CH engagiert und nahm Unterricht bei Adolf Uttner. Nach einem Gastspiel Mitte Jänner 1898 am Deutschen Theater in Prag erhielt er ein Engagement und blieb bis 1905. H. wirkte hier auch bei einigen UA.en mit, etwa bei jener von Eugen d’Alberts Oper Tiefland am 15.11.1903. Außerdem entstand in Prag 1904 seine erste Plattenaufnahme, der bis 1907 noch einige folgten. Ab 1.9.1905 war H. Mitglied der Wiener Hof- bzw. Staatsoper. Sein umfangreiches Repertoire mit über 70 Partien reichte von W. A. Mozart und L. v. Beethoven über G. Verdi und R. Wagner bis zu R. Strauss. Sein Stimmumfang erlaubte ihm sowohl tiefe Bass- als auch dramatische Baritonpartien. Auch hier sang er in einigen UA.en, etwa in J. Bittners Der Musikant (UA 12.4.1910), in d'Alberts Die verschenkte Frau (UA 6.2.1912) oder in F. Schrekers Das Spielwerk und die Prinzessin (UA 15.3.1913). Gastspiele führten ihn u. a. nach Dresden/D und Darmstadt/D. 1906 und 1910 sang er bei den von L. Lehmann kuratierten Mozartfesten in Salzburg. Im Herbst 1918 fand sein letzter Auftritt an der Staatsoper statt. H. war auch als Konzertsänger und Pädagoge tätig. Am 22.3.1911 heiratete er die Sängerin H. Kittel. Der gemeinsame Sohn Wilhelm (* 10.6.1912 Wien, begr. 8.4.1946 Wien) war als Schauspieler tätig. Im Oktober 1912 wurde A. W. von dem ungarischen Staatsbürger Johann Német adoptiert, hatte offiziell den Namen Haydter-Német zu führen und erlangte die ungarische Staatsbürgerschaft. Er ließ sich daraufhin scheiden, trat aus der römisch-katholischen Kirche aus und heiratete nach evangelischem Ritus in Ungarn seine zweite Frau Valerie.
Ehrungen
Jubiläums-Hofkreuz 1908.
Jubiläums-Hofkreuz 1908.
Werke
Plattenaufnahmen.
Plattenaufnahmen.
Literatur
K-R 1997 u. 2003; Czeike 3 (1994); Eisenberg 1903; Kosch 1 (1953); V. Fuchs, Die Kunst des Singens 1967; [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 100; Handbuch des allerhöchsten Hofes und des Hofstaates seiner k. und k. apostolischen Majestät für 1909, 86; NFP 13.2.1919, 15; Montagsbl. aus Böhmen 16.11.1903, 7; Prager Tagbl. 15.1.1898, 9, 15.11.1903, 25; Neues Wr. Journal 13.4.1910, 2; Dt. Volksbl. 7.2.1912, 2; Neues Wr. Journal 10.11.1922, 10; Neues Wr. Tagbl. 4.5.1923, 9; Taufbuch der Pfarre Gumpendof (Wien VI) 1872, fol. 319; Trauungsbuch der Pfarre St. Karl (Wien IV) 1908–11, fol. 241; https://archiv.wiener-staatsoper.at (8/2025); www.geschichtewiki.wien.gv.at (8/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
K-R 1997 u. 2003; Czeike 3 (1994); Eisenberg 1903; Kosch 1 (1953); V. Fuchs, Die Kunst des Singens 1967; [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 100; Handbuch des allerhöchsten Hofes und des Hofstaates seiner k. und k. apostolischen Majestät für 1909, 86; NFP 13.2.1919, 15; Montagsbl. aus Böhmen 16.11.1903, 7; Prager Tagbl. 15.1.1898, 9, 15.11.1903, 25; Neues Wr. Journal 13.4.1910, 2; Dt. Volksbl. 7.2.1912, 2; Neues Wr. Journal 10.11.1922, 10; Neues Wr. Tagbl. 4.5.1923, 9; Taufbuch der Pfarre Gumpendof (Wien VI) 1872, fol. 319; Trauungsbuch der Pfarre St. Karl (Wien IV) 1908–11, fol. 241; https://archiv.wiener-staatsoper.at (8/2025); www.geschichtewiki.wien.gv.at (8/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
Autor*innen
MK
Letzte inhaltliche Änderung
11.9.2025
Empfohlene Zitierweise
MK,
Art. „Haydter, Alexander Wilhelm“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
11.9.2025, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d0d8
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