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Hassreiter, Hassreiter, true Josef
* 1845-12-3131.12.1845 Mauer bei Wien, † 1940-02-088.2.1940 Wien. Tänzer, Choreograph. H. studierte in Wien bei G. Carey und G. Golinelli und avancierte, nach Soloengagements in München und Stuttgart/D, 1870 zum 1. Solotänzer des Wiener Hofopernballetts. 1889–1919 war er Ballettmeister der Wiener Hofoper. Schon mit seinem ersten Ballett Die Puppenfee (Wien 1888, L: J. H. u. Franz Gaul, M: J. Bayer), das sich zu einem der meistgespielten Werke der gesamten Ballettliteratur entwickeln sollte, etablierte H. einen choreographischen Stil, der, von einer nationalen Schule ausgehend, auf den dekorativen Einsatz von Darstellungs- und Bühnenmittel setzte. Von der italienischen Ästhetik Luigi Manzottis ausgehend, brachte H., meist in enger Zusammenarbeit mit einem Ballettlibrettisten und einem -komponisten, in rascher Szenenfolge und von den letzten bühnentechnischen Errungenschaften unterstützt, ein hierarchisch geordnetes Ballettensemble auf die Bühne, dessen großangelegte Formationen auf tableauhafte Wirkung angelegt waren. Oft in einem zeitgenössischen Ambiente angesiedelt, thematisierte H. geschickt Sujets wie Patriotismus oder Nationalismus. H.s Wendigkeit stellte sich nicht nur bei seiner internationalen Tätigkeit (Berlin, Mailand) unter Beweis, sondern auch in seiner Anpassung an den sich allmählich ändernden Geschmack, der den Ruf nach „Reformballetten“ mit sich brachte.
Werke
Sonne und Erde (1889,T: F. Gaul u. J. H., M: J. Bayer), Ein Tanzmärchen (1890, T: F. Gaul u. J. H., M: J. Bayer), Rouge et noir (1891, T: Hermann Heinrich Regel, M: J. Bayer), Die goldene Märchenwelt (1893, T: F. Gaul, M: H. Berté), Rund um Wien (1894, T: F. Gaul u. A. M. Willner, M: J. Bayer), Die Braut von Korea (1897, T: H. H. Regel u. J. H., M: J. Bayer), Die roten Schuhe (1898, T: H. H. Regel u. J. H., M: R. Mader), Die Perle von Iberien (1902, T: I. Sironi, M: J. Hellmesberger jun.), Atelier Brüder Japonet (1906, T: J. H., M: Franz Skofitz), Aschenbrödel (1908, T: H. H. Regel nach Albert Kollmann, M: J. Strauß, ergänzt v. J. Bayer), Die Jahreszeiten der Liebe (1911, T: H. H. Regel, M: Fr. Schubert, arrangiert v. J. Lehnert), Die Prinzessin von Tragant (1912, T: H. H. Regel, M: O. Straus).
Literatur
A. Amort, Die Gesch. des Balletts der Wr. Staatsoper 1918–1942, Diss. Wien 1981; R. Matzinger, Die Geschichte des Balletts der Wiener Hofoper 1869–1918, Diss. Wien 1982; Tanz affiche 60 (1995); Raab 1994; G. Oberzaucher-Schüller in österreich tanzt 2001.
Autor*innen
Gunhild Oberzaucher-Schüller
Letzte inhaltliche Änderung
8.11.2022
Empfohlene Zitierweise
Gunhild Oberzaucher-Schüller, Art. „Hassreiter, Josef‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 8.11.2022, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d0ad
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Wiener Bilder, 16.2.1896, 8 („Das lustige Wien“)© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x0001d0ad
GND
Hassreiter, Josef: 116516003
OBV
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