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Hackensöllner, Hackensöllner, true Brüder
Musiker

Johann Georg: * 14.2.1815 Neustift (Wien VII), † 4.8.1892 Wien. Organist, Chorregent, Komponist. Sohn eines Amtsschreibers des k. k. Landjägermeisteramts. Legte 1833 die Befähigungsprüfung (als Lehrer?) ab und war ab 1835 als Organist tätig. Bei seiner Verehelichung 1840 wird er als Organist an der Pfarrkirche St. Joseph ob der Laimgrube (Wien VI) genannt. J. Seipelt, damals Chorregent hier und an der Mariahilfer Kirche (Wien VI), war sein Trauzeuge – vielleicht ein Hinweis auf eine Lehrer-Schüler-Verbindung. Ca. 1849 war H. Organist an der Mariahilfer Kirche, wo F. Krenn als Chorregent wirkte. In den 1850er Jahren wurden seine Kompositionen auch in der Kirche St. Laurenz am Schottenfeld aufgeführt. H. unterrichtete mindestens 1859–63 Musik bzw. Gesang an einer privaten Mädchen-Lehr- und Erziehungsanstalt in Wien VI. Das Wiener Adressbuch nennt ihn ab 1864 als Chordirektor, wobei der Wirkungsort bislang (2024) unbekannt ist. Spätestens 1871 übernahm er die Leitung der Kirchenmusik an der Ruprechtskirche (Wien I) und spätestens 1885 jene an der Mariahilfer Pfarrkirche (bereits ab 1877 in der Nachfolge von J. Böhm?), wo er im selben Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Kirchenmusiker feiern konnte. Er starb als verwitweter Musiker.


Werke
Kirchenmusik (Messen, Magnificat in C-Dur, Ave Maria op. 41 und 44), Singspiel Jäger und Wildschütz.
Literatur
Eisenberg 1893; L. M. Kantner in J. Kellner (Hg.), Pfarre Sankt Laurenz am Schottenfeld 1786–1986, 1986; Wr. Ztg. 10.1.1843, 71, 5.4.1848, 456, 12.8.1892, 10; Neues Fremden-Bl. 29.5.1868, 8; Das Vaterland 13.4.1877, 3; Neuigkeits Welt-Bl. 15.8.1879, [3]; NFP 14.8.1880, 6; Neues Wr. Tagbl. 1.4.1885, 4; Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 17.5.1885, 234f; Die Presse 3.6.1886, 13, 13.8.1892, Abendbl., 4; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich (Wien VII) 1810–15, fol. 381, 1841–42, fol. 69; Taufbuch der Pfarre Mariahilf (Wien VI) 1841–45, fol. 211, 488, 1846–49, fol. 388; Taufbuch der Pfarre Reindorf (Wien XV) 1852/53, fol. 212; Trauungsbuch 1838–42 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 116; Sterbebuch 1891–93 der Pfarre Altottakring (Wien XVI), fol. 328; https://opac.rism.info/ (3/2024); eigene Recherchen (Niederösterr. Lehrer-Schematismen; Lehmann-Adressbuch).


August (Augustin): * 28.8.1824 Schottenfeld (Wien VII), † 14.3.1892 Wien. Musiker. Ist ab etwa 1859 als „Tonkünstler“ in Wien VI nachweisbar. 1860–65 trat er (Violine) gemeinsam mit Benno (Klavier) und Franz Schnaubert (Oboe) in Wien als Unterhaltungs- und Tanzmusiker auf, 1865–67 dann im Quartett mit Anton Cotalli/Kotallo (eig. Kodalle, Violine; mit diesem 1866 auch als Duo), Trentin oder Müller (Klavier) und Anton Wawrusch (Flöte), wobei H. Oboe spielte (1867: „Das beliebte Quartett Hackensöllner“); Schnaubert und Kodalle waren 1863 auch H.s Trauzeugen. 1867 scheint er eine eigene Kapelle gegründet zu haben. Spätestens ab 1862 lebte H. in Ober-Döbling (Wien XIX), wo er bis 1870 als „Tonkünstler“ bzw. Kapellmeister greifbar ist. 1872/73 ist er als Musikdirektor in Heiligenstadt (Wien XIX) und 1875/76 in Unter-Döbling (Wien XIX) nachweisbar. Danach bis zuletzt als Musikdirektor wiederum in Ober-Döbling wohnhaft.


Literatur
Fremden-Bl. 25.11.1860, 7, 25.2.1861, 7, 6.2.1865, 10, 7.5.1865, 12, 1.10.1865, 16, 18.2.1866, 13, 5.9.1866, 12, 21.7.1867, 17, 15.8.1867, 11, 18.10.1868, 13; Neues Fremden-Bl. 9.5.1868, 11; Wr. Ztg. 20.3.1892, 10; Taufbuch 1824–26 der Pfarre Schottenfeld (Wien VII), fol. 15; Taufbuch der Pfarre Döbling (Wien XIX) 1858–63, fol. 289, 1864–69, fol. 268, 1876–78, fol. 271; Trauungsbuch 1851–68 der Pfarre Döbling, fol. 165; Sterbebuch 1888–93 der Pfarre Döbling, fol. 153; eigene Recherchen (Lehmann-Adressbuch).

Autor*innen
ChF
Letzte inhaltliche Änderung
12.6.2024
Empfohlene Zitierweise
ChF, Art. „Hackensöllner, Brüder“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 12.6.2024, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_H/Hackensoellner_Brueder.xml
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Fremden-Bl. 15.8.1867, [11]© ANNO/ÖNB

GND
Hackensöllner, Johann Georg: 1366556674
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Hackensöllner, August: 1366558707
OBV
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