Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

GattiGattitrue (eig. Dalla Gatta), Luigi Maria Baldassare
* 1740 -10-077.10.1740 Lazise am Gardasee/I, 1817 -03-011.3.1817 Salzburg. Komponist. G. war Weltpriester und zunächst Sänger und Organist an St. Barbara in Mantua, wo 1768 auch seine erste Oper Alessandro nell’Indie aufgeführt wurde. 1769–83 war er 2. Kapellmeister der Reale Accademia in Mantua, lernte 1770 die Familie Mozart auf deren erster Italienreise kennen und erhielt 1779 die Stelle des Vizekapellmeisters an St. Barbara. 1775 wurde am Hof zu Salzburg G.s Oper Olimpiade (T: P. Metastasio) uraufgeführt. Nach ersten Verhandlungen 1778 wurde G. 1782 provisorisch, 1783 definitiv (gleichzeitig letzter) Hof- und Domkapellmeister in Salzburg, was vorübergehend zu Unstimmigkeiten mit L. Mozart führte, der diesen Posten selbst angestrebt hatte. W. A. Mozart ließ 1783 wegen eines italienischen Buffo-Librettos bei G. anfragen, der in Salzburg auch am Theater wirkte, seit 1796 den Chor der Kapellknaben leitete und Komposition unterrichtete (Schüler u. a. J. J. Fuetsch). Er verfasste zudem einen Katalog der musikalischen Handschriftenbestände des Doms (1788). Als Komponist hatte sich G. in Salzburg in erster Linie auf Kirchenmusik konzentriert, u. a. eine auf J. Haydns Oratorium Die Schöpfung basierende Messe geschrieben. Er wird als typischer, technisch versierter Vertreter des Übergangsstils zwischen Rokoko und Romantik eingeschätzt, der aber in einigen Werken bezüglich Rhythmik und Harmonik durchaus eine persönliche Handschrift gezeigt und eine Vorliebe für die Oboe entwickelt habe.
Werke
6 Opern (Alessandro nell’Indie 1768; Olimpiade 1775; Demofoonte 1787); 5 Oratorien (La madre dei Maccabei 1775, erweitert 1793; Abels Tod 1775); Ballette; Kantaten (Ino 1812); Kirchenmusik (darunter 11 Messen); Instrumentalwerke.
Literatur
M. Gehmacher, L. G., Diss. Wien 1959 (mit WV); Salzburger KulturL 2001; NGroveD 9 (2001, mit WV); Th. Hochradner in [Fs.] Musikgeschichte als Verstehensgeschichte 2004; E. Neumayr/L. E. Laubhold (Hg.), [Kgr.-Ber.] Keine Chance für Mozart. Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo u. sein letzter Hofkapellmeister L. G. 2013; MGG 4 (1955) u. 16 (1979); Riemann 1972; Schneider 1935; W. A. Bauer/O. E. Deutsch (Hg.), Mozart. Briefe und Aufzeichnungen 1962–75; Stieger II/2 (1977); Wurzbach 5 (1859); MGÖ 2 (1995).
Autor*innen
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
25.4.2003
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Gatti (eig. Dalla Gatta), Luigi Maria Baldassare‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 25.4.2003, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001ceb8
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001ceb8
GND
Gatti(eig. Dalla Gatta), Luigi Maria Baldassare: 122614461
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
Orte
LINKS
Bayerisches Musiker-Lexikon Online


ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

Publikationen zur Musikwissenschaft im Verlag