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Carpani, Carpani, true Giuseppe
* 1752-01-2828.1.1752 Albavilla (Villalbese) bei Como/I, † 1825-01-2222.1.1825 Wien. Schriftsteller, Librettist und Kritiker. Besuchte das Jesuitenkolleg in Brera bei Mailand, juridisches Studium in Pavia/I und Mailand; 1787–94 am Theater in Monza/I, für das er Komödien nach französischem Vorbild verfasste bzw. französische Werke übersetzte und inszenierte. 1792–96 Herausgeber der Gazetta di Milano, in der er sich gegen die französische Revolution aussprach; wegen Einzug französischer Truppen ab 1796 Exil in Wien, bis 1804 Direktor der Theater von Venedig, ab 1805 endgültig in Wien, Ernennung zum Hofdichter. Librettist bei Maria Theresia, der zweiten Gattin Franz’ II.; großer Erfolg mit dem Libretto Camilla ossia Il sotterano (M: Ferdinando Paër) am Kärntnertortheater; übersetzte 1797/98 die Hymne Gott erhalte von J. Haydn, mit dem er befreundet war, und 1798 das Libretto zur Schöpfung ins Italienische (1. Aufführung in italienischer Sprache am 17.3.1808 im Festsaal der Alten Universität); arbeitete auch als Polizeispitzel beim Wiener Kongress; 1814/15 lernte er in Salons u. a. L. v. Beethoven kennen. Seine Haydine (1812) sind ein biographisches Werk über Haydn in Briefform, dem ein ähnliches über G. Rossini folgte (Le Rossiniane 1824). Sie verursachten einen Plagiatsstreit, da Stendhal sich in seinen Lettres écrites de Vienne en Autriche, sur le célèbre compositeur Joseph Haydn (1814) und in Vie de Rossini (1823) stark an C. angelehnt hatte. Sein Gedicht In questa tomba oscura wurde von 63 Komponisten vertont (A. Salieri, J. Weigl, Fr. H. Himmel, Franz Danzi, Beethoven, Paër; hg. in DTÖ 140/141 [1986]).
Werke
Camilla ossia Il sotterano (nach Nicolas Dalayrac; M: Paër); L’uniforme (M: J. Weigl); Nina ossia La pazza per amore (nach Dalayrac; M: G. Paisiello); Oratorium La Passione di Nostro Signor Gesù Cristo (M: Weigl); Kantatentexte.
Schriften
Le Haydine ovvero lettere su la vita e le opere del celebre maestro Giuseppe Haydn 1812, 21823; Le Rossiniane ossia lettere musico teatrali 1824; Lettera [...] in difesa del Maestro Salieri calunniato di avvelenamento del Mozzard [o. J.].
Literatur
Czeike 1 (1992); MGG 2 (1952), 4 (2000); NGroveD 5 (2001); MGÖ 2 (1995); PiperEnz, Reg.bd. 1997; H. C. Jakobs, Studien zu G. C. 1988; Sterbebuch der Pfarre St. Michael (Wien I) 1824–44, fol. 8.
Autor*innen
Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
27.12.2017
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Carpani, Giuseppe‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 27.12.2017, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001caa9
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001caa9
GND
Carpani, Giuseppe: 118841009
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