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Bratlgeiger
Meist despektierlich gebrauchte Bezeichnung (Bierhäusl- und B.). In Wien Ende des 18. Jh.s nach Auflösung der Nicolai-Bruderschaft aus dadurch freigewordenen Musikern entstandene Vereinigung, die sich auf dem Hohen Markt, später im Wirtshaus Zur Eiche versammelte und schließlich in Neulerchenfeld (Teil von Wien XVI) im 1910 demolierten Gasthaus Zum weißen Schwan ihren Sitz hatte. Davon ausgehend ist der Ausdruck B. in den allgemeinen Sprachgebrauch gelangt für Musiker, die als Gage ein Abendessen (Braten) bekamen. Ein vom damaligen Wiener Bürgermeister Franz Jonas als dem Wiener Musikleben neue Impulse verleihend bezeichneter B.-Marsch stammt vom in Roßlau/D wirkenden Musiker Siegfried Bethmann (1915–93).
Literatur
Czeike 1 (1992).
Autor*innen
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Bratlgeiger‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 18.2.2002, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f939
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.