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Benesch Benesch Joseph: (Beneš), Ehepaar
Joseph: * 1795-01-1111.1.1795 Battelau/Mähren (Batelov/CZ), † 1873-02-1111.2.1873 Wien. Violinist, Komponist. Sohn des Schneiders und späteren Schullehrers sowie Kirchenmusikers Matthias B. (1767–1852), der sein erster Violinlehrer war. Er zeigte früh musikalische Begabung und spielte schon als Siebenjähriger Konzertstücke. Eine frühe musikalische Erziehung in Prag scheiterte am Widerstand der Eltern, weiteren Unterricht erhielt B. daher vom Vater und von W. Horzalka (Generalbass, Klavier, Orgel). Mit 12 Jahren kam er ins Prämonstratenserstift Iglau und besuchte das Gymnasium. Eigentlich für den geistlichen Stand bestimmt, hörte B. stattdessen den Präparandenkurs und wurde 1812 Schulgehilfe bei seinem Onkel Franz B. (1751–1829) in Potiech (Potěhy/CZ). 1814 beendete er den Schuldienst und ging nach Wien, wo er Schüler von M. Schlesinger wurde. Ca. 1816 trat er in das Orchester von Franz Freiherr v. Zinnicq ein, mit dem er Opernaufführungen in Pressburg und Baden bestritt; Konzertauftritte in Pressburg und benachbarten Städten des damaligen Ungarns. 1818–20 begleitete B. den jungen S. v. Praun auf dessen Reisen durch Mähren, Ungarn, die österreichischen Erblande und Italien; zahlreiche Konzerte, Kontakt mit A. Rolla. 1821 bereiste er alleine verschiedene Städte (Triest, Laibach, Fiume [Rijeka/HR], Karlstadt [Karlovac/HR], Agram) der Habsburgermonarchie und konnte als Virtuose Konzerterfolge feiern. 1822 war er wieder in Wien, eine geplante Russland-Reise realisierte B. nicht, da er in Wiener Neustadt seine spätere Frau kennenlernte. Im Herbst 1822 eröffnete B. in Laibach eine private MSch. für Violine, Klavier und Gitarre, 1823–28 war er hier auch Musik- und Orchesterdirektor der Philharmonischen Gesellschaft und des Theaterorchesters. 1824 traf B. N. Paganini in Triest. 1826 wurde er Prof. für Streichinstrumente an der neuerrichteten MSch. der Gesellschaft; 1827 Konzertreise nach Prag mit seiner Frau. Ende 1828 übersiedelte das Ehepaar nach Wien, wo es weiterhin gemeinsame Konzerte gab. In den Sommern 1829 und 1830 war B. Orchesterdirektor am Badener Stadttheater. 1832 wurde er Exspektant, und 1833–73 gehörte er als wirkliches Mitglied der Hofmusikkapelle an. 1834 erfolgte seine Ernennung zum Orchester-Vizedirektor am Hofburgtheater, 1856 zum Orchesterdirektor (in der Nachfolge von St. Franz); 1871 pensioniert (Nachfolger: M. Durst). 1851–55 unterrichtete B. in der Nachfolge von Jak. Dont an der Akad. der Tonkunst (Schüler: J. Sucher). Zumindest 1857/58 führte er auch eine private Violinschule in seiner Wohnung (Wien IV).

Sein Bruder Alois Prokop B. (* 3.7.1800 Battelau, † 15.2.1878 Battelau) war Schneider und Privatmusiklehrer.


Ehrungen
Ehrenmitglied mehrerer musikalischer Gesellschaften (Venedig 1820, Laibach 1821); Medaille f. Kunst und Wissenschaft des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha; Widmungsträger des Premier Quatuor concertant op. 12 von H. Proch.
Werke
Violinmusik (u. a. Concertino f. V. und Orch. in A-Dur [K. Franz Joseph I. lehnte 1840 die Widmung ab], Konzert-Rondo f. V. und Kl., mehrere Variationen f. V. und Kl. bzw. Streichquartett oder Orch.), erschienen bei Sauer & Leidesdorf, Witzendorf, Berka, Diabelli, Glöggl, Artaria, H. F. Müller; 6 Ländler f. Git.
Literatur
M. Zupančič in De musica disserenda 18 (2022); Wr. allgemeine Musik-Ztg. 13.5.1848, 229f; Wurzbach 28 (1874) [Nachträge]; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Köchel 1869; Fremden-Bl. 15.11.1857, 12; Wr. Ztg. 6.10.1858, 3782; Wr. Abendpost 15.2.1873, 304; Neues Fremden-Bl. 16.2.1873, [12]; Taufbuch der Pfarre Batelov/CZ 1784–1804, fol. 90; Sterbebuch 1873–75 der Pfarre Wieden (Wien IV), fol. 14; https://digital.onb.ac.at; eigene Recherchen (Bühnenjahrbücher; Kat.e ÖNB-Musikslg.).


Friederike (eig. Friderica Ernestina Theresia; geb. Proch): * 4.3.1805 Josefstadt (Wien VIII), † 23.2.1872 Wien. Pianistin. Die Schwester von H. Proch zeigte früh musikalisches Talent, war Schülerin ihrer Mutter sowie von S. Sechter und A. Herzog (Komposition und Harmonielehre), der bei ihrer Heirat in Wiener Neustadt am 9.4.1823 einer der Trauzeugen war. Ab November 1823 gab sie Klavierunterricht für Mädchen in Laibach, 1832–41 sind zahlreiche öffentliche Auftritte in v. a. von ihrem Mann und ihrem Bruder veranstalteten Konzerten in Wien nachweisbar.


Ehrungen
Ehrenmitglied der Philharmonischen Ges. in Laibach 1824.
Literatur
Laibacher Ztg. 14.10.1823, 1330; Allgemeine Theaterztg. 13.12.1832, 996, 20.4.1833, 323, 12.1.1835, 31; Wr. Zs. 19.2.1835, 176, 6.2.1836, 128, 13.2.1836, 152; Der Humorist 24.1.1838, 56, 3.7.1840, 531, 29.12.1841, 1059; Wr. Ztg. 13.1.1841, 94; Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 21.12.1841, 636; Wr. allgemeine Musik-Ztg. 13.5.1848, 230; Neues Fremden-Bl. 27.2.1872, Abendausg., 4; Taufbuch 1803–09 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 102; Trauungsbuch 1815–43 der Hauptpfarre Wiener Neustadt, fol. 108; Sterbebuch 1870–72 der Pfarre Wieden (Wien IV), fol. 14; www.sophie-drinker-institut.de (11/2022).

Autor*innen
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
26.1.2023
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Benesch (Beneš), Ehepaar‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 26.1.2023, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f847
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN

DOI
10.1553/0x0001f847
GND
Benesch Joseph: 11612041X
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