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Beheim Beheim true (versch. Schreibweisen), Michel
* 1420-09-2929.9.1420? Sülzbach bei Weinsberg/D, --zw. 1472/79 (ermordet?) Sülzbach. Sangspruchdichter und Meistersinger. Sohn eines Webers, erlernte ebenfalls dieses Handwerk, war bei folgenden Dienstherren: Reichserbkämmerer Konrad v. Weinsberg, 1448 und 1452/53 bei Herzog Albrecht III. in München, 1449–53 bei Markgraf Albrecht III. Achilles in Ansbach/D, 1454 und 1459 bei Herzog Albrecht VI. in Wien, 1454–57 bei König Ladislaus V. Postumus in Prag und Wien, 1459–65 (?) bei Kaiser Friedrich III., 1468 bei Kurfürst Friedrich I. v. der Pfalz. Ungewiss sind die Dienstverhältnisse bei König Christian I. v. Dänemark und bei Ulrich v. Cilli. B.s Lieder sind großteils Versifikationen von Prosavorlagen. Die einzelnen Weisen sind bestimmten Themen zugeordnet: so z. B. die Hofweise den Minneliedern (Minnesang), die Verkehrte Weise einer Gruppe von Liedern, die sich mit Fehlverhalten befasst usw. Die Angstweise, in der die Chroniken vorzutragen sind, verdankt ihren Namen der Angst B.s während der Belagerung der Wiener Hofburg und Friedrichs III. durch die mit Herzog Albrecht VI. verbündeten Wiener. Davon berichtet sein Buch von den Wienern, von dem er wünscht, „das man es lesen mag als ainen spruch oder singen als ain liet“. Einige seiner Töne lebten im Meistersang fort. Von B. stammt die erste Dracula-Dichtung.
Werke
452 Lieder in 11 Tönen (Gekrönte Weise, Hofweise, Hohe guldin Weise, Kurze Weise, Lange Weise, Osterweise, Slegweise, Sleht guldin Weise, Trummetenweise, Verkehrte Weise, Zugweise); 3 Chroniken (Buch von den Wienern, Buch von der Stadt Triest, Pfalzische Reimchronik) in der Angstweise. GA der Lieder und Melodien: H. Gille/I. Spriewald (Hg.), Die Gedichte des M. B., Melodien bearbeitet von Chr. Petzsch 1968–72.
Literatur
MGG 1 (1949–51), 2 (1999); NGroveD 3 (2001); MGÖ 1 (1995); MiÖ 1989; Chr. Petzsch in Mitt. d. Komm. f. Mf. 23 (1972); W. C. MacDonald, „Whose bread I eat“: the Song-Poetry of M. B. 1981; J. Rettelbach, Variation–Derivation–Imitation. Untersuchungen zu den Tönen der Sangspruchdichter und Meistersinger 1993; U. Müller in Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 1 (1978); I. Spriewald, Literatur zwischen Hören und Lesen 1990.
Autor*innen
Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Beheim (versch. Schreibweisen), Michel‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 18.2.2002, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f832
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001f832
GND
Beheim (versch. Schreibweisen), Michel: 118508342
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