Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Ertl, Ertl, true Dominik
* 1857-04-1212.4.1857 Wien, † 1911-02-044.2.1911 Wien. (Militär-)Kapellmeister und Komponist. Musikalische Ausbildung durch J. Kaulich und A. Bruckner; bereits mit 17 Jahren Kapellmeister in Danzers Orpheum, wo er für die dort auftretenden Volkssänger erfolgreich Lieder komponierte (z. B. Ich weiß nicht, mir ist heute so wohlig) und auch als Lehrer fungierte. In der Folge komponierte er u. a. für M. Edelmann, Josefine Linder, Elise Hofer, A. Fiori, L. Montag. In seiner Militärzeit (ab 1877) erweiterte E. sein Repertoire durch Militär- und Musik für Salonorchester. E., der es bei den Hoch- und Deutschmeistern bis zum Vizekapellmeister brachte, trat gemeinsam mit J. Hellmesberger, J. Bayer und den Brüdern Dietrich erfolgreich als Schrammel-Quintett auf. Nach dem Ende seiner Militärzeit setzte er seine Tätigkeit in Danzer's Orpheum 17 Jahre lang fort. Darüber hinaus gründete er ein eigenes Orchester, mit dem er durch Europa tourte (u. a. 1891 in Riga) bzw. in diversen Wiener Unterhaltungsetablissements (u. a. Zirkus Renz, Sperl, Ronacher, Venedig in Wien) konzertierte. 1895–98 war er Chormeister des neu gegründeten Rossauer MGVs (teilweise gemeinsam mit K. F. Rohrbeck), sein Nachfolger wurde F. Habel. 1898 erhielt er einen Ruf an das neu eröffnete Centraltheater in Dresden/D, wo er sechs Jahre lang blieb. Nach der Übernahme von Danzer's Orpheum durch G. Steiner berief ihn dieser nach Wien zurück. Hier wirkte er als Dirigent des Varietés, zuletzt war er Kapellmeister im Zirkus von Albert Schumann in der Märzstraße (Wien XIV).
Gedenkstätten
Grab ehrenhalber am Friedhof Hernals (Wien XVII; s. Abb.).
Ehrungen
Ehrenchormeister des Rossauer MGV 1898.
Werke
Ballett Der falsche Bacchus; Wienerlieder (Ich weiß nicht, mir ist heut’ so wohlig, Mei anzige Freud’ is mei’ Bua); Märsche (Hoch- und Deutschmeistermarsch); Tänze (Großstadtkinder, Donauweibchen); Potpourris (Ein Abend bei den Deutschmeistern, Bei den Schrammeln).
Literatur
Lang 1986; ÖBL 1 (1957); Czeike 2 (1993); Suppan 1976; Der österr. Musiker 1 (Jänner 1936), 28f; Illustrirtes Wr. Extrabl. 4.2.1911, 2; Die Presse 22.2.1891, 15; Neues Wr. Journal 29.10.1896, 4; Neues Wr. Tagbl. 22.12.1895, 32; Das Vaterland (Abendbl.) 10.11.1898, 4; eigene Recherchen.

Autor*innen
Elisabeth Th. Hilscher
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
28.10.2025
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher/Monika Kornberger, Art. „Ertl, Dominik“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 28.10.2025, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001ccd5
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Wr. Volkskunst-Almanach 1926, 66
Grab am Friedhof Hernals (Wien
				XVII)© 2021 Hermann
				Zwanzger
© 2021 Hermann Zwanzger

DOI
10.1553/0x0001ccd5
GND
Ertl, Dominik: 133348741
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
Orte
LINKS
Österreichisches Biographisches Lexikon Online



ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

Publikationen zur Musikwissenschaft im Verlag