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Zappe, Zappe, Karl Familie
Karl (I) Joseph: * 1812-09-011.9.1812 Prag, † 1871-06-1515.6.1871 Linz. Violinist, Pädagoge, Domkapellmeister. Besuchte 1822–28 das Prager Konservatorium und war anschließend Theatermusiker in Prag und Graz (noch 1832/33). Nach einer Anstellung als 2. Orchesterdirektor am Theater in der Josefstadt (wohl 1833/34) wirkte er 1834–66 als Orchesterdirektor und Konzertmeister am Linzer Theater. Daneben unterrichtete Z. 1839–55 und 1867–71 Violine im Linzer Musikverein und übernahm 1840 nach J. B. Schiedermayr das Amt des Linzer Dom- und Stadtpfarrkapellmeisters. Als solcher war er 1855–68 direkter Vorgesetzter A. Bruckners, mit dem er in freundschaftlicher Beziehung stand. Z. war mit seinen zahlreichen musikalischen Betätigungsfeldern eine zentrale Figur im Linzer Musikleben des 19. Jh.s, u. a. gründete er 1842 mit seinem Streichquartett die Linzer öffentlichen Kammermusikabende.
Gedenkstätten
Z.straße (Linz).
Ehrungen
Ehrenmitglied des Dom-Musikvereines u. Mozarteum Salzburg (1842) u. des Linzer Musikvereins (1869).


Seine erste Frau Johanna Nepomuzena (geb. Salinger; Pseud. Jeanette Blumenfeld): * 25.6.1813 Leopoldstadt (Wien II), † 25.8.1843 Linz. Sängerin (Sopran) und Schauspielerin. Ihr Vater Franz Xaver Salinger (?–?) war Schauspieler am Theater in der Leopoldstadt, ihr erster Mann ein Musiker bzw. Kapellmeister namens Christoph (?– zw. 1833/37). Ab 1832 gehörte sie dem Landständischen Theater in Linz an, 1837 ehelichte sie K. Z.

Deren Söhne

Karl (II) Caspar Anton: * 8.12.1837 Linz, † 1.7.1890 Linz. Violinist, Pädagoge, Domkapellmeister. Erhielt 1845–55 eine Ausbildung zum Geiger an der MSch. des Linzer Musikvereins und war 1855 1. Violinist am Linzer Theater sowie am Theater in der Josefstadt (1855–59); Kirchenmusiker an verschiedenen Wiener Kirchen. 1859–71 wirkte er als Orchesterdirektor am Theater in Laibach und Violinlehrer der dortigen Philharmonischen Gesellschaft. Danach übernahm er von seinem Vater dessen Funktionen als Linzer Dom- und Stadtpfarrkapellmeister (1890 folgte ihm K. Waldeck nach) sowie als Violinlehrer an der MSch. des Musikvereins und an der Lehrerbildungsanstalt. Seine Frau (1873) Rosa Maria (* 30.8.1846 Linz, † 14.5.1897 Linz), Tochter des Linzer Theatermusikers, Musiklehrers und Kopisten Franz Schimatschek (1812–77), gehörte dem Linzer Domchor 24 Jahre als Altsolistin an.

Eduard Franz: * 28.2.1839 Linz, † 1889 (Ort?). Gesangskomiker, Sänger (Tenor), Schauspieler. Soll zunächst in Linz als Violinist tätig gewesen sein. Engagements als Gesangskomiker und Tenorbuffo hatte er 1862/63 in Wiener Neustadt, 1863/64 in Kronstadt (Brașov/RO) und Hermannstadt (Sibiu/RO), 1864/65 in Klagenfurt, 1865 in Olmütz, 1865/66 in Reichenberg und Karlsbad, 1866/67 in Pressburg, 1867 sowie 1870–72 in Augsburg/D, 1867–69 in Ulm/D, 1869/70 in Innsbruck, 1870 in Frankfurt am Main/D, 1871 Nürnberg/D und Fürth/D, 1872/73 in Würzburg/D, 1873 in Gmunden, 1873/74 in Laibach, 1874/75 in Eger (Cheb/CZ) und Franzensbad (Františkovy Lázně/CZ), 1875/76 in Linz, 1876 in Bad Wildbad/D und Homburg/D, 1876–79 in München. Danach bis mindestens 1884 Chorsänger am Hoftheater zu Stuttgart/D. Ab 1868 wirkte Z. auch als Regisseur. In seiner Heimatstadt trat er mehrmals in Konzerten auf (1864, 1871, 1874), ein geplantes Engagement im September 1874 an die Komische Oper (Ring-Theater) nach Wien kam nicht zustande. Seine Frau (1868?) Amalie Hahn (?–?) war Sängerin (1868/69 in Ulm, 1869/70 in Innsbruck belegt).

Karls (II) Sohn

Karl (III): * 27.8.1879 Linz, † 18.4.1963 Wels/OÖ. Lehrer. Studierte an der Linzer Musikvereinsschule Klavier, Violine und Orgel und absolvierte die Lehrerbildungsanstalt. Anschließend unterrichtete er in verschiedenen oberösterreichischen Orten, zuletzt war er 1922–36 Hauptschuldirektor in Wels, wo er sich aktiv am musikalischen Vereinsleben beteiligte (1923–33 Vorstand des MGV.s Wels). Seine Schwester Johanna (verh. Glaser; 1873–1963) erhielt Gesangunterricht an der MSch. des Linzer Musikvereins, war bis zu ihrer Verehelichung Lehrerin und war jahrzehntelang Altsolistin des Linzer Domchores, sein Sohn Hermann Z. (* 19.12.1909 Wels, † 1.4.1994 Gmunden/OÖ), Gymnasiallehrer, gründete die Ortsgruppe Gmunden des Brucknerbundes für Oberösterreich und machte sich auch um das dortige kulturelle Leben verdient.


Literatur
H. Z. in BrucknerJb 1982/83; BrucknerH 1996; Wurzbach 59 (1890); F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996; E. Maier, Anton Bruckner als Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist 2009; J. Unfried in SK 15/4 (1968), 151; Allgemeine Theaterztg. 2.1.1833, 3; Kronstädter Ztg. 12.6.1863, 656, 16.3.1864, 305; Linzer Abendbote 29.4.1864, 3, 30.4.1864, 2, 12.9.1866, 2; Klagenfurter Ztg. 15.9.1864, 342; Die Neue Zeit. Olmützer Ztg. 19.4.1865, 3; Innsbrucker Nachrichten 3.12.1869, 2778, 18.1.1870, 118, 18.3.1870, 579f; Laibacher Tagbl. 19.1.1874, 3; Linzer Volksbl. 16.12.1871, 5, 12.5.1874, 2, 30.5.1874, 2; [Linzer] Tages-Post 31.5.1874, 4, 29.8.1874, 3f; Morgen-Post 25.9.1874, 4; Fremden-Bl. 12.4.1865, [9]; 14.9.1866, [11]; Taufbuch 1810–18 der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II), fol. 63; Trauungsbuch-Duplikat 1837 der Stadtpfarre Linz; Taufbuch-Duplikate 1837, 1839, 1846 der Pfarre Linz-St. Matthias; Sterbebuch-Duplikat 1843, 1897 der Stadtpfarre Linz; Taufbuch 1860–75 der Dompfarre Innsbruck-St. Jakob, fol. 340.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Zappe, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20.11.2018]