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Werba, Werba, Josef: Familie
Josef: * 1867-12-022.12.1867 Graz, † 1908-05-1515.5.1908 Graz. Musiker. 1878–84 musikalische Ausbildung an der Musikvereinsschule in Graz, spielte dann 14 Jahre bei der Militärmusik des IR.s Nr. 27 und schließlich im Grazer Stadttheaterorchester unter M. Spörr.

Seine Brüder

Rudolf: * 25.5.1875 Graz, † 8.6.1920 Graz. Musiker. War Hornist und Schlagzeuger im Grazer Stadttheaterorchester.

Alexander: * 13.2.1877 Graz, † 7.7.1950 Graz. Musiker. Wurde 1892–95 an der Grazer Musikvereinsschule als Klarinettist, Bratscher und Schlagzeuger ausgebildet, spielte bis 1902 beim IR Nr. 7 und gründete 1904 die Grazer Postkapelle. Er komponierte auch Tanz- und Marschmusik.

Ludwig sen.: * 30.11.1884 Graz, † 2.4.1945 Baden bei Wien/NÖ. Musiker, Kapellmeister, Komponist, Pädagoge. Spielte nach seinem Studium am Konservatorium der GdM in Baden bei Wien (1906–08 bei L. Stöhr und H. Grädener) Oboe, Schlagwerk und Posaune im Grazer Theaterorchester, leitete 1907–27 die Kurkapelle in Bad Johannisbrunn (Janské Koupele ve Slezsku/CZ), war 1907 Mitbegründer und 1. Posaunist des Wiener Tonkünstlerorchesters, später in dessen Nachfolgeinstitutionen Wiener Symphonieorchester (bis 1934; 1921/22 Dirigent der Belvedere-Konzerte) und Wiener Symphoniker (bis 1937). Während des Ersten Weltkriegs war er Militärkapellmeister und Komponist (Kaiser Karl-Marsch) beim IR Nr. 10, 1924–33 Musikdirektor des Kurorchesters Bad Vöslau/NÖ und wirkte als Rundfunkkapellmeister sowie als Posaunenlehrer am Neuen Wiener Konservatorium. L. W. war zudem Vizepräsident der Kapellmeister-Union Österreichs und des Österreichischen Musikverbandes, 1920–34 Gemeinderat und Kulturreferent in Baden bei Wien und betätigte sich nach seiner Pensionierung als Musikkritiker.


Gedenkstätten
L.-W.-Gasse, Graz.
Ehrungen
Prof. h. c. (vom Königreich Rumänien ernannt); Brucknerring der Wr. Symphoniker 1933; Goldene Ehrennadel des Österr. Musikverbandes.
Werke
symphonische Dichtung Dolomitenfreuden; Tanz- u. Marschmusik.


Robert (I): * 26.7.1888 Graz, † nach 1966? (Ort?). Musiker. Vom Hornisten Al. Schantl (I) in Graz ausgebildet, spielte wie sein Bruder A. W. im IR Nr. 7 und später im Grazer Theaterorchester, 1912–14 im Wiener Tonkünstlerorchester.


Ehrungen
Goldenes Ehrenzeichen des Bundes der Blaskapellen in der Steiermark 1961.


Söhne von L. sen.

Ludwig jun.: * 7.7.1909 Baden, † 2.9.1965 Baden. Komponist, Dirigent und Chormeister. Lernte Komposition bei Oskar Lenek (1901–85) und schrieb neben seinen kapellmeisterlichen Tätigkeiten in Baden zahlreiche Werke verschiedener Genres.


Werke
Melodram Die Ehebrecherin; Ouvertüren; Orchestersuite Bilder des Seins; Konzerte f. Kl., Pos. u. Orch.; Gesänge f. Sopran u. Orch.; Klavierstücke; Lieder.
Literatur
StMl 1962–66; Müller-Asow 1929 [L. W. sen.].


Erik: * 23.5.1918 Baden, † 9.4.1992 Hinterbrühl/NÖ. Pianist, Komponist, Musikschriftsteller. Trat schon 7-jährig öffentlich auf, wurde vom Vater und als Jugendlicher in Klavier, Geige und Musiktheorie (bei Hans Völgyfy) ausgebildet, studierte in Wien an der Univ. Altphilologie und Musikwissenschaft (Dr. 1940) sowie an der MAkad. Musiktheorie bei J. Marx, Nebenfach Klavier bei O. Dachs. Ab 1936 spielte er Klavier im Rundfunk und war ab 1937 als Musikkritiker (1946 beim Wiener Kurier, ab 1950 bei der Wiener Zeitung) und schriftsteller tätig (1938/39 von den Nationalsozialisten inhaftiert). Nach dem Zweiten Weltkrieg dirigierte er eine Saison im Badener Stadttheater, wurde Leiter der Mozartgemeinde Wien und war auch Mitbegründer der Zeitschrift Musikerziehung. 1949–92 unterrichtete E. W. (ab 1954 als Prof., ab 1961 ao., 1965–88 o. HSch.-Prof., 1988–92 mit der weiteren Klassenleitung betraut) Lied und Oratorium an der Wiener MAkad./MHsch. (1964-71 als Gast-Prof. auch an der MAkad. in Graz, ab 1974 in München/D). Ab 1952 gehörte er zu den regelmäßigen Mitarbeitern und auch zur Redaktion der Österreichischen Musikzeitschrift . Konzerte und Tourneen ab 1949 mit nahezu allen großen Sängerinnen und Sängern seiner Zeit festigten seinen Ruf als einer der bedeutendsten Liedbegleiter; Meisterkurse hielt er den USA, in Japan und Australien. Als Komponist u. a. 1947/48 im Konzerthaus beim 2. Internationalen Musikfest vertreten.


Ehrungen
Musikpreis des Landes Niederösterreich 1965; Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst 1. Klasse 1968; Kulturpreis der Stadt Baden 1969; Kulturpreis des Landes Niederösterreich f. Musik 1974; Mozart-Medaillen Wien, Salzburg, Paris; zahlreiche weitere in- u. ausländische Auszeichnungen.
Werke
Singspiel Trauben f. die Kaiserin 1948, UA 1955; Balladen; Bühnen- u. Kammermusik (Stücke f. V. u. Kl.); Lieder u. Liederzyklen f. div. Besetzungen, u. a. Bearb. v. Komödienliedern f. E. Ott.
Schriften
Die Rolle u. Bedeutung des Sängers bei Homer, Hesiod u. Pindar, Diss. Wien 1940; Richard Strauss 1949; Joseph Marx 1964; Hugo Wolf, oder Der zornige Romantiker 1971; Erich Marckhl 1972; Hugo Wolf u. seine Lieder 1984; Essays; Aufsätze u. Kritiken v. a. in der ÖMZ (s. Register 1975 u. 2000) u. in der ME; Hg.: Tenoralbum aus dem Repertoire v. Julius Patzak 1951; Bariton-Baß-Album aus dem Repertoire v. Hans Hotter 1953. – Fernsehfilme.


Dessen Frau (ab 1944)

Ada, geb. Kafko (Ady Werba; Pseud. A. Robert): * 1923 Wien, † 1.1.1989 Wien. Sängerin (Sopran). Wurde 18-jährig bereits an deutschen Opernhäusern beschäftigt, nach dem Zweiten Weltkrieg studierte sie weiter (bei M. Gerhart, V. Schwarz und M. Radò) und entdeckte ihr Talent für die Interpretation von Komödienliedern; später verzeichnete sie auch Erfolge im der Wiener Kabarettszene. Nach internationalen Gastspielen folgte der Beginn einer langen Karriere als Gesanglehrerin (u. a. Sommerkurse bei den Salzburger Festspielen, beim Carinthischen Sommer und in Italien), wobei sie sich selbst in Japan und Island für das Studium des deutschsprachigen Liedes einsetzte.


Ehrungen
Prof.-Titel; Ehrenkreuz f. Kunst u. Wissenschaft.
Literatur
NGroveD 27 (2001); Czeike 5 (1997); DBEM 2003; MGG 14 (1968); Riemann 1975; StMl 1962–66; Erhart 1998; Personenlex. Öst. 2001; ÖMZ, s. Register 1975 u. 2000 (E. u. A. W.); Kürschner 1954; F-A 2 (1978); Österr. Musiker im Exil 1990; Bauer 1955; MGÖ 3 (1995); Archiv MUniv. Wien.


Dessen Söhne

Robert (II): * 4.11.1944 Wien. Journalist, Rundfunkmoderator. Arbeitet seit 1962 als freier Journalist, nach seinem Studium an der Univ. Wien (Dr. phil.) ab 1974 Mitarbeiter in- und ausländischer Rundfunkanstalten, Lektor bzw. ab 1993 Gast-Prof. für Operngeschichte an der MHsch. Wien, seit 1979 im ORF tätig: Leiter der Musikabteilung von Radio Wien und der Redaktion „Oper“ von Ö1. Projektmitarbeiter der Union Européenne de Radio Télévision/European Broadcasting Union.


Schriften
Schubert u. die Wiener 1978; Maria Jeritza 1981; Franz Schubert 1997; gem. m. K. Löbl: Opern auf Schallplatten 1983; musiktheoretische u. theatergeschichtliche Aufsätze.
Literatur
Who is who in Öst. 1997; eigene Recherchen.


Michael: * 26.6.1955 Wien. Fagott. Fagottstudium bei K. Öhlberger an der MHsch. Wien (1977 Diplomprüfung). 1975 wurde er Mitglied der Wiener Symphoniker , 1976 des Orchesters der Wiener Staatsoper, seit 1979 Solofagottist der Wiener Philharmoniker . Auftritte bei den Salzburger Festspielen , der Mozartwoche Salzburg, in Deutschland, Polen und Asien. Seit 1979 Mitglied des Wiener Kammerensembles, seit 1985 auch der Wiener Bläsersolisten; 1980 gründete er das Wiener Bläseroktett und 2001 das Kammerorchester Vienna Classics. Mit diesen Ensembles Tourneen durch Europa, Japan, Australien und die USA. Ein besonderes Anliegen ist ihm der Wiener Klangstil, im Besonderen der Wiener Bläserstil. Unterrichtstätigkeit in Italien, Japan, Korea und den USA, im Rahmen des Internationalen Orchesterinstituts Attergau/Sb und der Jungen Philharmonie Wien. 1994–98 Meisterkurse für Bläserkammermusik in Millstatt/K. Tutortätigkeit mit Einzelunterricht, Bläser- und Orchesterbetreuung beim Pacific Music Festival in Sapporo/J und beim New World Symphony Orchestra in Miami, Florida/USA. Seit 1982 unterrichtet M. W. am Konservatorium Wien (Privatuniv.). Daneben Vortragstätigkeit und zahlreiche Einspielungen als Solist und Kammermusiker.


Ehrungen
Förderungspreis 1965, Würdigungspreis f. Musik des Landes NÖ 1974; Würdigungspreis des Bundesministeriums f. Unterricht u. Kunst 1977; Mozart-Interpretationspreis.
Literatur
Ch. Baier in ÖMZ 47 (1992); Hellsberg 1992; eigene Recherchen.


E. W.s Großneffe Markus: * 14.11.1973 Villach/K. Sänger (Bariton). Gründete 12-jährig eine Band, arbeitete mit E. W., der ihn in seiner gewählten Laufbahn bestärkte, und begann 16-jährig seine Gesangsausbildung, weitere Studien am Konservatorium in Klagenfurt und an der Wiener MUniv. (bei Ralf Döring) sowie Unterricht von R. Holl und W. Berry; seit 1998 Zusammenarbeit mit Gerhard Kahry. Auftritte bei Wien modern , an der wiener taschenoper, an der Wiener Kammeroper, am Schönbrunner Schloßtheater, beim Festival Mozart in Schönbrunn, am Stadttheater Klagenfurt, 1997 am Piccolo Teatro Milano (Mailand) bei der letzten Regie von Giorgio Strehler. 1997–2000 Mitglied der Volksoper Wien, seitdem freischaffend. Engagements u. a. in Zürich/CH, Hamburg/D, Berlin, Mailand, Bologna/I, Palermo/I, Ferrara/I, Paris, Wien, Baden-Baden/D (zu den H. v. Karajan Pfingstfestspielen), Toulouse/F, Lyon/F, London, München, Los Angeles/USA, New York/USA, Tokio, Buenos Aires, Sydney/AUS, Peking und zu den Salzburger Festspielen. Besonders im Mozart-Repertoire erfolgreich (als Don Giovanni, Almaviva, Papageno und Guglielmo). Weitere Partien: Malatesta in Don Pasquale, Belcore in L’elisir d’amore, Dandini in La Cenerentola, Olivier in Capriccio, Beckmesser in Die Meistersinger von Nürnberg, Hans Heiling und in vielen klassischen Operetten von F. Lehár, Joh. Strauß Sohn u. a. Auch als Konzert- und Liedsänger tätig (u. a. mit Charles Spencer, Julius Drake, Graham Johnson und H. Deutsch).


Ehrungen
zahlreiche 1. Preise bei Wettbewerben in Österreich, Italien, Slowenien u. Japan; BBC Singer of the World Cardiff/GB 2003.
Literatur
www.volksoper.at/Content.Node2/home/ensemble/4175.php (6/2006); pers. Mitt. M. Werba (2/2018); eigene Recherchen.

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Werba, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 02/03/2018]