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Waldeck Waldeck Josef (Waldek), Familie
Josef (I): * --1804 Winterberg?/Böhmen (Vimperk?/CZ), † 1874-05-077.5.1874 Linz. Lehrer. Erhielt das Gehilfenzeugnis 1820 in Linz, wurde 1826 adjustiert und erhielt 1829 das Lehrbefähigungszeugnis. Ca. 1831 war er Lehrer in Altschwendt/OÖ, dann in St. Thomas am Blasenstein/OÖ und ca. 1856 in Pucking/OÖ. Zuletzt Oberlehrer in Steinbach an der Steyr/OÖ, 1871 pensioniert.
Ehrungen
Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone 1870.


Seine Söhne

Franz: * 9.10.1831 Schwertberg/OÖ, † 14.2.1866 Linz. Geistlicher. Studierte Theologie in Linz und Wien; 1854 Priesterweihe. Nach einer Tätigkeit als Seelsorger in Molln/OÖ wirkte er als Domchorvikar (1858–61) und Theologieprofessor (1861–66) in Linz. Als Redakteur der Linzer Christlichen Kunstblätter (1864–66) trat er vehement für eine Reform der Kirchenmusik ein.


Werke
(Hg.) Gebet- u. Kirchenliederbuch 31869.


Josef (II) Calasanz: * 1835 St. Thomas am Blasenstein?/OÖ, † 3.6.1877 Ottensheim/OÖ. Lehrer, Chorregent, Komponist. J. W.s Geburtsort wird stets mit St. Thomas am Blasenstein angegeben, seine Geburt ist jedoch in den dortigen Matriken nicht verzeichnet. Er erhielt 1853 in Linz sein Gehilfenzeugnis und war zunächst Schulgehilfe in Grein/OÖ, danach ab 1865 bis ca. 1871 Unterlehrer in Steinbach an der Steyr. 1872 Schulprovisor in Frauenstein bei Molln und im selben Jahr Lehrer in Ottensheim. Sein Bruder Karl W. brachte Werke von ihm im Linzer Dom zur Aufführung.


Werke
Kantate (zur Ordensverleihung des Vaters 1870), Requiem mit Libera me (dem Andenken seines Bruders Franz W. gewidmet); Salvum fac.


Friedrich: * 13.3.1840 St. Thomas am Blasenstein, † 6.2.1918 Graz. Lehrer und Redakteur. Besuchte das Gymnasium der Jesuiten auf dem Freinberg bei Linz und trat 1858 in den Jesuitenorden ein, aus dem er jedoch 1870 wieder ausschied; 1868–70 war er Mittelschullehrer in Kalksburg/NÖ (heute Wien XXIII). Nach Tätigkeiten als Hauslehrer und Güterdirektor in Deutschland und Österreich-Ungarn veröffentlichte er 1900–18 als Schriftleiter des Grazer Tagblatts Arbeiten über Land- und Volkswirtschaft, aber auch Musik- und Theaterkritiken. Er beteiligte sich an der Herausgabe der musikalischen Werke seines Bruders Karl.

Karl Borromäus: * 21.9.1841 St. Thomas am Blasenstein, † 25.3.1905 Linz. Organist, Musiklehrer, Komponist. Besuchte bis 1858 die Normalschule in Linz, wo er Musikunterricht von J. A. Dürrnberger und E. Lanz erhielt, anschließend war er Schulgehilfe in Grünburg/OÖ und Frauenstein/OÖ. Ca. 1856 lernte er A. Bruckner kennen, dessen Schüler er wurde und den er gelegentlich als Organist vertrat. 1861 kam er an eine Linzer Schule, musste seine Unterrichtstätigkeit jedoch aus gesundheitlichen Gründen bald beenden. 1868–90 war er in Bruckners Nachfolge Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist und 1890–1905 Domkapellmeister (als solcher Gegner des Cäcilianismus). Zu seinen Schülern zählten M. Einfalt, A. Amadé v. Pereira und W. Heybal sowie sein Neffe I. Gruber.


Werke
Messen, Requien, Te Deum, Gradualien u. Offertorien, Orgelwerke (s. Tbsp.), Klavierstücke, Bearbeitungen. – I. Kaiser/M. Bak OCist (Hg.), Sämtliche Orgelwerke 2018.
Literatur
I. Kaiser in E. Maier, Anton Bruckner als Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist 2009; Krackowizer/Berger 1931; C. Preiß in E. Straßmayr (Hg.), Oberösterr. Männergestalten 1926; BrucknerH 1996; F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996; Wurzbach 52 (1885); F-A 1936; J. Unfried in SK 15/4 (1968), 151; Erhart 1998 [Amadé, Einfalt, Heybal]; Linzer Abendbote 15.7.1865, 2; Linzer Volksbl. 4.1.1870, 3, 5.9.1870, 4, 14.10.1877, 2f, 1.11.1877, 2, 6.11.1877, 2; Wr. Ztg. 18.8.1870, 585; [Linzer] Tages-Post 16.9.1871, 2, 17.3.1872, 3, 19.5.1874, 3, 10.6.1877, 2, 1.7.1881, 3; Taufbuch 1803–32 der Pfarre Schwertberg, fol. 78; Taufbuch-Duplikat 1840 der Pfarre St. Thomas am Blasenstein; Sterbebuch-Duplikat 1877 der Pfarre Ottensheim; Mitt. Anton Bruckner Institut Linz; eigene Recherchen (oberösterr. Lehrer-Verzeichnisse 1838, 1846, 1856).


Ein entfernter Verwandter der Brüder W. ist

Gunter (Waldek): * 26.7.1953 Linz. Komponist, Musikpädagoge und Dirigent. Absolvierte das Bruckner-Konservatorium Linz und studierte ab 1971 Romanistik an der Univ. Salzburg (Mag. 1978) sowie Musikpädagogik, Dirigieren und Komposition (bei H. Eder) am Mozarteum (Mag. art. 1986). Er war 1973–82 Gymnasiallehrer. 1982–2014 unterrichtete er Theorie und Komposition (1988 Prof.) am Bruckner-Konservatorium Linz/Anton Bruckner Privatuniv. (seit 1990 stellvertretender Direktor, 2004 Habilitation in Komposition und Vizerektor 2004–08). 1995–2001 leitete W. das Grieskirchner Kammerorchester, seit 2000 das Brucknerbund-Orchester Ried. In seinen häufig aufgeführten Werken versucht er „sowohl Ästhetik der Strukturen als auch Expressivität der Stimmungen zu vermitteln“.


Werke
Kantaten, Kammeropern, geistliche Vokalmusik (Kirchenoper Das Hohe Lied [T: Peter Paul Kaspar] 1993), Lieder (Zyklus Ein Nest aus Nacht [T: Christine Busta] 1996); Orchesterwerke (Violinkonzert … meins traurens ist … 1986; Lacrimosa 1989), Kammermusik, Stücke f. Schlagwerk.
Schriften
Bilder u. Texte im Kopf. Assoziationen als mögliche Hilfestellung bei der Arbeit mit Kompositionsstudenten in R. v. Gutzeit/L. Dorner (Hg.), Querstand I. Beiträge zu Kunst u. Kultur 2005.
Literatur
Kürschners Dt. Musik-Kalender 42004; MaÖ 1997 [m. WV]; Who is who in Öst. 1997; MGÖ 3 (1995); http://gunterwaldek.at/ (10/2018); www.bruckneruni.at (3/2006); https://de.wikipedia.org (10/2018); pers. Mitt. G. W. (3/2006).

Autor(en)
Christian Fastl
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl/Alexander Rausch, Art. „Waldeck (Waldek), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 29/04/2019]