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Steffan Steffan true (eig. Steiner, seit 13.6.1913 Steffan, Pseud. Helm), Ernst
* 1890-01-2222. [nicht 2.] 1.1890 Wien, † 1967-09-2626.9.1967 Berlin. Dirigent, Komponist, Textdichter. Der Sohn des aus Vukovar/HR stammenden Journalisten Leopold Steiner erhielt als Kind Violinunterricht und studierte später privat Klavier bei R. Fischhof sowie Komposition bei Hans Thorton. Ob er jener E. Steiner war, der 1909/10 bei H. v. Steiner Violine an der Wiener MAkad. studierte, ist unklar. Als Komponist trat er in Wien unter dem Pseud. Ernst Helm erstmals am 20.11.1911 im Apollotheater mit dem Operetteneinakter Der arme Don Juan hervor. Am 6.12.1911 heiratete er Erzsebet Schermann in Budapest (Scheidung am 7.7.1930), Tochter Susanne kam am 31.1.1913 in Wien zur Welt. Aus einer späteren Ehe entstammten weitere zwei Töchter. 1913/14 leitete St. an der Theaterschule für Oper und Operette von Elsa Funk-Freund (Praterstaße 40, Wien II) das Fach Ensemblestudium. 1914 wurde seine erste dreiaktige Operette, Betty, erfolgreich in London uraufgeführt. 1916–18 Kapellmeister eines Wiener Operettenensembles unter M. Steiner-Kaiser in der Schweiz (u. a. in Zürich), danach bis 1920 als freier Kapellmeister tätig. 1921 übersiedelte St. nach Berlin, wo ihm mit Das Milliardensouper sein eigentlicher Durchbruch als Operettenkomponist gelang. Um 1924 kehrte er nach Wien zurück, wo seine beiden nächsten Operetten, Agri (die UA am 30.1.1924 am Wiener Bürgertheater leitete St. selbst) und Hoheit Franzl (UA 7.11.1924 Theater an der Wien) herauskamen. Bis 1933 hatte er einen Wohnsitz in Wien und dürfte zwischen Wien und Berlin gependelt sein. In Berlin trat St. am 7.4.1930 im Rundfunk als Interpret seiner eigenen Schlager und Chansons auf. Am 20.11.1931 kam seine Neubearbeitung von K. Millöckers Operette Gasparone am Berliner Theater am Nollendorfplatz zur UA, die 1933 u. a. mit L. Slezak erfolgreich in der Volksoper Wien zur Wiener EA gelangte. Deren Einlage Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau (T: P. Knepler/E. St.) wurde von zahlreichen populären Sängern in ihre Repertoires aufgenommen und hielt sich auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg. Daneben erteilte er Gesangs- und Klavierunterricht. 1933 musste er nach London emigrieren (Exil), um 1953 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er 1954 sein letztes Bühnenstück, das musikalische Lustspiel Liebling, ich hasse Dich in Nürnberg zur UA brachte.
Werke
Operetten (Betty [T: Adrian Ross/Paul A. Rubens] UA London 1914, Der Jüngling mit den Ellenbogen [T: Carl Rössler/Ludwig Heller] UA Berlin 1916, Das Teufelsweib [T: A. M. Willner/K. Lindau] UA Zürich 1917, Das Milliardensouper [T: A. M. Willner/Hans Kottow] UA Berlin 1921, Agri [T: A. M. Willner, W. Sterk] UA Wien 1924, Hoheit Franzl [T: F. Dörmann] UA Wien 1924, Münchhausen [T: F. Dörmann/B. Jenbach] UA Berlin 1927, Die Toni aus Wien [T: E. St./P. Knepler nach A. M. Willner u. Elsa Rubricius] UA Berlin 1931, gem. m. P. Knepler: Bearb. v. K. Millöckers Gasparone UA Berlin 1931, Katharina [T: L. Herzer u. E. St., Gesangstexte: F. Löhner] UA Berlin 1932, Wollen Sie nicht meine Freundin werden? [T: Victor Kelemen u. E. St.] UA Zürich 1933, Liebling, ich hasse Dich UA Nürnberg 1954, Tamarga [T: A. M. Willner/K. Lindau], vermutlich unaufgeführt); Operetteneinakter (Der arme Don Juan [T: Emil Zipper] 1911, Liebesgeister [T: B. Jenbach/R. Österreicher] 1915); Revuen (Chauffeur! Bonbonnière! 1919); Schlager (Kommunistenliebe [T: E. Wengraf], Krach muß sein! [T: E. W. Spahn/E. Wengraf], Wer braucht denn Jazz und Saxophöner [T: E. St.]); Lied Der Kaiser hat gerufen [T: F. Dörmann]; Filmmusik (Die Firma heiratet 1930, Der Raub der Sabinerinnen 1953/54).
Literatur
Riemann 1961 u. 1975; Kosch 4 (1998); F-A 1936 u. 2 (1978); Bauer 1955; O. Keller, Die Operette in ihrer geschichtlichen Entwicklung 1926; Stieger III/3 (1978); Der Humorist 8.2.1924, 2f, 22.2.1924, 5; Wr. Abendpost 4.3.1915, 3; Neues Wr. Tagbl. 22.11.1911, 15, 5.3.1915, 13; Neues Wr. Journal 15.2.1928, 12, 17.5.1931, 28f; Kleine Volks-Ztg. 7.2.1933, 9; Der Tag 1.2.1924, 6; Wr. Allgemeine Ztg. 30.5.1933, 6; Vossische Ztg. 31.11.1931, [3]; www.genteam.at (11/2020); www.familysearch.org (11/2020); https://de.wikipedia.org (11/2020); https://web.archive.org (11/2020); www.welt-der-operette.com (11/2020); Geburtsbuch der IKG Wien RZ 2326; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; www.e-newspaperarchives.ch; Lehmanns Adressbücher; Bühnen-Jb.er).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Steffan (eig. Steiner, seit 13.6.1913 Steffan, Pseud. Helm), Ernst‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 9.4.2021]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Die Stunde 30.1.1924, 6© ÖNB/ANNO
Der Humorist 22.2.1924, 5 © ÖNB/ANNO

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