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Starmania
Castingshow, 2002–09 nach einer Idee von Mischa Zickler (und internationalen Vorbildern) vom ORF produziert. Für alle vier Staffeln gab es österreichweit Bewerbungsmöglichkeiten im Rahmen von Vorausscheidungen (Jurymitglieder u. a. M. Spiegel), zwölf Kandidaten und Kandidatinnen (genannt Starmaniacs) schafften es jeweils in die Finalrunde, die auf zehn abendfüllende TV-Shows aufgeteilt war. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen traten mit Coverversionen bekannter – weitgehend freigewählter – Songs auf (z. T. auch Duette) und mussten sich einer Publikumsabstimmung (via Telefon) stellen. In jeder Staffel gab es ein Experten-Feedback (Bodgan Roščić, Hannes Eder, Roman Gregory [Alkbottle]) im Studio, das jedoch keine Auswirkungen auf die Endwertung hatte. Der Sieger jeder Staffel erhielt einen Plattenvertrag für Produktion eines Albums (im Bereich Rock und Pop).

Sieger der ersten Staffel (2002/03) war Michael Tschuggnall (* 26.3.1982 Hall in Tirol), dauerhaft erfolgreiche Musikerkarrieren konnten jedoch nur die zweitplatzierte Ch. Stürmer und der achtplatzierte Lukas Permannschlager (als Musicalsänger Lukas Perman) starten. Einige weitere Teilnehmer und Teilnehmerinnen blieben zumindest zeitweise im Musikgeschäft tätig, der zehntplatzierte Thomas Putz gewann 2013 die ORF-Talenteshow Die große Chance. Die zweite Staffel (2003/04) gewann Verena Pötzl (* 10.4.1978 Hall in Tirol), die zuvor bereits als Sängerin tätig gewesen war. Zwei Finalteilnehmer konnten später im Ausland reüssieren: Der achtplatzierte Daniel Kajmakoski war u. a. 2015 Song Contest-Teilnehmer für Mazedonien, die zehntplatzierte Luise Gruber begann 2009 in Berlin unter dem Pseudonym Saint Lu eine Karriere als Singer-Songwriterin. Nadine Beiler (* 27.5.1990 Innsbruck), Siegerin der dritten Staffel (2006/07), vertrat Österreich beim Song Contest 2011 und trat 2015 als Musicalsängerin am Raimundtheater in Erscheinung. Der fünftplatzierte Eric Papilaya nahm 2007 am Song Contest teil und widmete sich danach intensiv seiner Sängerkarriere. Die nach Ende der Staffel ins Leben gerufene Boygroup jetzt anders! setzte sich aus vier Finalteilnehmern zusammen, löste sich jedoch noch 2007 wieder auf. Mitglied der Gruppe war T. Neuwirth, der als C. Wurst 2014 den Song Contest für Österreich gewinnen konnte. Weitere Finalteilnehmer widmeten sich in der Folge ebenfalls mit unterschiedlichem Engagement und Erfolg der Musik (z. B. Gernot Pachernigg). Oliver Wimmer (* 14.4.1991 Wien) konnte die vierte und letzte Staffel (2008/09) für sich entscheiden und blieb auch danach im Musikgeschäft (ab 2016 in den USA). Von den anderen Finalteilnehmern gelang keinem eine dauerhafte Karriere in der Branche.

St. zählte zu den erfolgreichsten Shows des österreichischen Fernsehens, auch wenn nach der zweiten Staffel das Publikumsinteresse deutlich zurückging. Eine Weiterentwicklung war die Show Helden von morgen, eine Art Spin-off Musical! Die Show.


Literatur
C. E. Roth, Identitäten aus der Starfabrik. Identitätsbildung im Kontext der Aneignung von crossmedialen Inszenierungen am Beispiel „St. The New Generation“, Diss. Klagenfurt 2007; F. Unterasinger-Gussnig, Stars und Starsuche in populärer Musik. Mit einer Analyse des Castingformats „St.“, Diss. Innsbruck 2007; B. Oburger, St. Phänomene einer Castingshow, Dipl.arb. Wien 2005; N. Schöpf, St. Ein jugend- und populärkulturelles Phänomen und die diskursive Konstruktion des „Popstars von Morgen“ im neoliberalen Zeitalter, Dipl.arb. Klagenfurt 2004; Cl. Schwarz, Fernsehaneignung in Familien am Beispiel der Casting-Show St., Dipl.arb. Wien 2004; A. Hofer, „St.“ – Der ORF sucht den neuen österreichischen Popstar, Dipl.arb. Wien 2003; https://de.wikipedia.org/ (6/2018); www.musicaustria.at/ (6/2018); https://diepresse.com (6/2018); www.homepagesearcher.com/starmania/ (5/2018); Der Standard 16.3.2004, 18; eigene Recherchen.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Starmania‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 13.9.2018]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.



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