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Pfleger, Pfleger, Joseph Familie
Joseph Leonhard: * 1747-11-055.11.1747 Zwettl/NÖ, † 1829-11-2121.11.1829 Koppenzeil bei Zwettl. Schullehrer und Kirchenmusiker. Sohn des Zwettler Bürgers Franz Joseph P., war spätestens ab 1779 „Ludimagister“ in Schloss Rosenau. Er starb als „emeritierter Schullehrer zu Rosenau“.

Sein Sohn

Johann Evangelist: * 23.9.1779 Schloss Rosenau bei Zwettl/NÖ, † 7.4.1866 Melk/NÖ. Thurnermeister. War spätestens ab 1817 Thurnermeister in Melk, wo er sich am 17.4.1817 verehelichte.

Dessen Sohn

Benedikt: * 21.3.1833 Melk, † 10.2.1896 Wien. Musiker und Lokalhistoriker. Gehörte dem Orchester des Wiener Ring-Theaters an und war mit J. Lanner, der Familie Strauß, C. J. Millöcker und F. v. Suppé in freundschaftlicher Verbindung.

Dessen Söhne

Karl Borromäus (Pseud. Robert Friedl): * 24.6.1866 Wien, † 20.6.1952 Wien. Violinist, Chorleiter, Kirchenmusiker. Besuchte 1880–82 das Konservatorium der GdM (Violine, Klavier) und studierte danach 1882–86 bei J. Dont (Violine), 1883–86 an der Lehranstalt für Kirchenmusik des Wiener Cäcilien-Vereins und 1886–88 bei Jos. Böhm (Theorie, Kontrapunkt). 1888 Staatsprüfung für Violine, später auch für Gesang. 1889–92 absolvierte P. noch die Fächer Klavier, Orgel und Komposition (bei J. N. Fuchs) am Konservatorium. Anschließend wirkte er als Violinist an der Piaristenkirche (Wien VIII; 1878–98), als 1. Violinist am Theater in der Josefstadt und im E. Strauß-Orchester 1883–86), als Organist in Döbling (Wien XIX; 1889–93) und als Violinlehrer sowie Dirigent des Schulorchesters am Wiener Lehrerseminar (1891–1904). Chorleiter mehrerer Gesangvereine und an verschiedenen Wiener Kirchen, 1912–21 auch Gesangslehrer an einem Wiener Realgymnasium.


Ehrungen
Prof.-Titel 1915; Bronzene Staatspreismedaille.
Werke
3 deutsche Messen, 2 Requien, Lieder (s. Abb.), Männerchöre, Orchesterstücke, Österr. Kaiserjubiläums-Hymne, Kinderlieder; versch. Unterrichts- und Lehrwerke (u. a. f. Pos.); Bearb. v. Werken v. Jos. Strauß.

Eduard: * 17.6.1875 Wien, † 4.5.1959 Wien. Komponist, Kapellmeister. War Sängerknabe an der Wiener Kirche Am Hof und studierte nach erstem Violinunterricht bei seinem Bruder 1889–94 am Konservatorium der GdM (Violine bei J. M. Grün, Posaune, Klavier bei F. Löwe und J. Schalk, Musiktheorie bei H. Grädener und R. Fuchs); daneben spielte P. im Orchester des Theaters in der Josefstadt. Engagement beim Badener Kurorchester unter Kapellmeister K. Komzák; ab 1896 dreijähriger Militärdienst bei der Hoch- und Deutschmeisterkapelle, danach Posaunist am Carltheater und Mitglied des Wiener Konzertvereinsorchesters, ab 1904 an der Volksoper Wien, wo er 25 Jahre tätig war. Er leitete sein eigenes Wiener Konzertorchester E. P., sammelte historische Märsche, pflegte alte Wiener Volks- und Unterhaltungsmusik und erneuerte das Weihnachts- und Silvesterturmblasen. Ferner gründete er eine unentgeltliche Stellenvermittlung für Musiker. Sein Sohn Richard Ludwig (* 8.10.1904 Wien, † 8.7.1958 Wien), Beamter der Wiener Arbeiter-Krankenversicherungskassa, war als Violinist tätig und leitete das Blasorchester R. P., seine Tochter Hella (eig. Helene Ottilie Angela, * 29.6.1902 Wien, † 16.5.1995 Wien) erhielt ihre Gesangsausbildung 1928/29 am Neuen Wiener Konservatorium bei Alfred Weiß und trat in den 1930er Jahren zeitweise als Konzertsängerin in Erscheinung.


Ehrungen
Jubiläumserinnerungsmedaille 1898; Silbernes Verdienstzeichen der Republik Österreich 1935; Deutschmeister-Erinnerungsmedaille; Ehrenmedaille der Stadt Wien „für die Pflege und Erhaltung des Wienerlieds“ 1950; Ehrenpräsident des Zwölferbundes der Wr. Volkssänger und Artisten; Goldenes Ehrenzeichen des ÖGB/KMfB (Interessenvertretungen).
Werke
Wir kommen so wie so in d’Höll’ (Marsch-Polka); Wien und die Wiener, Feuersbrunner Marsch, Träume aus dem Sudentenland (Walzer), Schlesier Lieder-Marsch, Festfanfare f. Bläser; Bearbeitungen von Volks- und Kirchenliedern. – Teilnachlass WStLB.
Literatur
F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 1954; Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; Ehrenbuch der Inhaber, Großoffiziere, Komture, Offiziere u. Ritter des Österr. Verdienstordens, der Besitzer der österr. Verdienstzeichen u. Verdienstmedaillen u. der Ehrenmedaillen f. 40 jährige treue Dienste 1936, 283 [Abb. E. P.]; DBEM 2003; Lang 1986; Czeike 4 (1995); Kosel 1902; Weissenbäck 1937; F-A 1936; Wr. Rathauskorrespondenz 14.6.1950; Reichspost 10.3.1939; Der österr. Musiker H. 7-8 (1935), 134; Ulrich 1997; Kl. Volks-Ztg. 22.6.1928, 10, 22.5.1929, 11; Illustrierte Kronen-Ztg. 14.11.1933, 9; Das Kl. Volksbl. 24.1.1938, 4; Taufbuch 1734–53 der Pfarre Zwettl-Stadt, sub 5.11.1747; Trauungsbuch 1740–84 der Pfarre Schloss Rosenau, pag. 94; Taufbuch 1740–84 Pfarre Schloss Rosenau, pag. 275; Sterbebuch 1788–1829 der Pfarre Zwettl-Stadt, fol. 172; Trauungsbuch 1784–1826 der Pfarre Melk, fol. 44; Taufbuch 1827–45 der Pfarre Melk, fol. 77; Sterbebuch 1856–75 der Pfarre Melk, fol. 137; Taufbuch 1866 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 83; Taufbuch 1875 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 71; Taufbuch 1904 der Pfarre Hernals (Wien XVII), fol. 559; Trauungsbuch 1929 der Pfarre Breitenfeld (Wien VIII), fol. 38; Taufbuch 1902 der Pfarre Breitenfeld (Wien VIII), fol. 128; Slg. Moißl; WStLA (TBP 1896, Biographische Slg.).

Autor*innen
Christian Fastl
Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
24.8.2018
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl/Barbara Boisits, Art. „Pfleger, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 24.8.2018, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dcea
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Karl Pfleger (Wissenschaft und Kunst in der dt. Ostmark 1938, Sp. 1077)
© Regenterei Kremsmünster
© Regenterei Kremsmünster
Eduard Pfleger (Wissenschaft und Kunst in der dt. Ostmark 1938, Sp. 1079)

DOI
10.1553/0x0001dcea
GND
Pfleger, Benedikt: 1041567723
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Pfleger, Karl: 137706456
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Pfleger, Eduard: 135051134
OBV
Weiterführende Literatur

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