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Ondříček, Ondříček, true František
* 1857-04-2929.4.1857 Prag, † 1922-04-1212.4.1922 Mailand/I. Violinist, Musikpädagoge, Komponist. Sohn des mit A. Dvořák befreundeten Geigers Jan O. (1832–1900) und Enkel des Geigers Ignác O. (1807–71), erhielt ersten Unterricht vom Vater und von Jan Weber, debütierte als Fünfjähriger. 1873–76 Studium am Prager Konservatorium bei Antonín Benewitz, dann bei Lambert Joseph Massart in Paris, wo auch 1879 seine Virtuosenkarriere begann. 1882 gastierte er in Wien, Tourneen führten ihn bis Russland und Amerika. O., mit vielen großen zeitgenössischen Musikern bekannt (u. a. F. Liszt, Henryk Wieniawski), war 1883 Solist der UA von Dvořáks Violinkonzert. Seit 1905 war er v. a. als Musikpädagoge tätig, 1907–09 bildete er mit B. Silving (V. 2, später Peter Stojanovits), Franz Jellinek (Va.) und Julius Junek (Vc.) ein Streichquartett (s. Abb.). 1909 gründete er das Neue Wiener Konservatorium (1912–19 Direktor) und übernahm dann gemeinsam mit O. Ševčík die Violin-Meisterklasse am Prager Konservatorium. O., der sich besonders für die tschechische Musik eingesetzt hatte, wurde von L. Janáček als einer der besten Geiger seiner Zeit gerühmt. – Von seinen 14 Geschwistern waren sechs, v. a. Karel (1863–1943), Emanuel (1880–1958) und Stanislav (1885–1953), international bekannte Geiger.
Ehrungen
k. k. Kammer-Virtuose 1888; Ehrenmitglied der Philharmonic Society London u. der Accademia di S. Cecilia Rom.
Werke
Kammermusik (Streichquartette, Werke f. V. u. Kl.).
Schriften
(gem. m. S. Mittelmann) Neue Methode zur Erlangung der Meistertechnik des Violinspiels auf anatomisch-physiologischer Grundlage 1909 (NA 1959f).
Literatur
B. Šich, F. O. 1970; NGroveD 18 (2001); Honegger/Massenkeil 1978; MGG 9 (1961); Czeike 4 (1995); Riemann 1961 u. 1975; ÖBL 7 (1978); F-A 2 (1978); Eisenberg 1893; Reichspost 16.10.1907, 12; Neues Wr. Tagbl. 24.1.1909, 13.
Autor*innen
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
06/05/2001
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Ondříček, František‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dbcd
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
R. Wittmann (Hg.), Unsere Kunst in Wort und Bild [um 1890], 113
© Archiv Redaktion oeml
© Archiv Redaktion oeml
Quartett Ondříček 1909 (F. O., Julius Junek, Peter Stojanovits, Franz Jellinek [Österreichische Illustrierte Ztg. 13.6.1909, 865])

DOI
10.1553/0x0001dbcd
GND
Ondříček, František: 117134236
OBV
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