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Marner, DerMarner, Der
* --? Schwaben, † --nach 1250? (Ort?). Fahrender, Spruchdichter. Hatte offenbar höhere Schulbildung genossen, brachte es aber, obwohl verheiratet, nie zu Sesshaftigkeit; im Alter erblindet, wurde er ermordet. Verfasser von lateinischen und deutschen Liedern und Sangsprüchen, unter den acht lyrischen Gedichten auch zwei Tagelieder und vier reine Minnelieder (Minnesang). Von den Meistersingern wurde er als einer der 12 (bzw. 4 „gekrönten“) „alten Meister“ verehrt. Für die österreichische Musikgeschichte v. a. deshalb von einem gewissen Belang, weil zwei in der Carmina-Burana-Hs. überlieferte Gedichte (CB 9* und CB 6*, ein Rügelied gegen die geistlichen Orden, das nur die Regularkanoniker ungeschoren lässt bzw. ein Lob auf Propst Heinrich von Maria Saal, der 1232 Bischof von Seckau wurde) vorübergehend zu der wieder fallengelassenen These geführt hatten, die Handschrift könnte am Seckauer Bischofshof entstanden sein.
Literatur
W. Lipphardt, Hymnologische Quellen der Steiermark und ihre Erforschung 1974; H. de Boor, Die dt. Literatur im späten Mittelalter 1957; MGÖ 1 (1977, 1995); Verfasserlex. 6 (1987).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Marner, Der‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]