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Lorens Lorens true (nicht Lorenz), Carl
* 1851 -01-077.1.1851 Wien-Erdberg (Wien III), 1909 -12-1212.12.1909 Wien. Volkssänger, Komponist, Textdichter, Journalist. Nach Volks- und Bürgerschule Lehre als Maler und Anstreicher, frühe musikalische Begabung, Autodidakt, erstes Lied mit 17 Jahren verfasst. Mitwirkung in Volkssängergesellschaften Carl Spacek, K. Drexler, M. B. Lautzky, später Mitglied der Gesellschaft Edi und Biedermann. Daneben auch Betätigung bei den Natursängern. Trat v. a. in Gaudenzdorf (heute Wien XII) auf (u. a. Dianasaal, Weigls Dreherpark), aber auch bei zahlreichen Festlichkeiten und Jubiläumsveranstaltungen in ganz Wien, Auslandsauftritte in Lemberg (L’viv/UA), Tarnopol (Ternopil/UA), Czernowitz (Černivci/UA), Budapest und Berlin. Eigentliche Bedeutung als Komponist und Textdichter von Couplets, Duetten, Marsch-, Walzer- und Jodlerliedern, Gstanzln, Parodien, Soloszenen. Auch zahlreiche Texte für Komponistenkollegen: Th. F. Schild, Joh. Schrammel, J. Sioly, Ferdinand Fink, G. Schiemer, F. Leicht, W. Preßburg u. a. Neben Joh. Schrammel und J. Sioly war L. der Vollender und bedeutendste Schöpfer des klassischen Wienerliedes des späten 19. Jh.s, neben W. Wiesberg der bedeutendste Volksdichter und ausführlichste Chronist eines wienerischen Sittenbildes seiner Zeit, Integrationsfigur zwischen den rivalisierenden Volkssängern und Natursängern Wiens. Hatte trotz großer künstlerischer Erfolge Mühe, seine große Familie zu versorgen und starb verbittert in bescheidenen Verhältnissen.
Ehrungen
G: C. L.-Hof (1930, Wohnhausanlage in Wien XII, Längenfeldgasse 14–18).
Werke
Musik und/oder Texte zu fast 3.000 Liedern, davon 2.000 in versch. Wiener Verlagen veröffentlicht. Bekannteste Lieder: Jetzt trink’n ma noch a Flascherl Wein, Mir san Landsleut, Linzerische Buam, Grüß Euch Gott alle miteinander (für Operette Der Vogelhändler von C. Zeller), Pfüat di Gott du alte Zeit, Die Leut’ hab’n z’wenig Geld, Da Waldbua!, D’ Muattaliab, Da ziag i mein Rock aus, Menschen san mir ja Alle!, ’s Frauenkäferl, Schiab i denn nöt eh’ an?, Der schönste Mann von Wien, Der Donaugigerl (M: G. Schiemer), Mir gengan heut’ nach Nußdorf h’naus, ’s Herz von an echten Weana (M: Joh. Schrammel), Nach’n alten Weanaschlag [Abb.], A Walzer von Strauß, Mein Leibjodler, Der Müller und sein Kind, Die Blunzen und die Leberwurst.
Literatur
E. Weber, „D’ Leut hab’n z’wenig Geld“. Der Volksdichter und Komponist C. L. als Chronist des späten 19. Jh.s = Bll. des Bezirksmuseums Meidling 49/50 (2000); J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1931; A. Carolo, Fs. zur Enthüllung der Gedenktafel für den Volksdichter C. L. an dem Haus 12., Schönbrunner Straße 184, 1928; A. Carolo in Meidling. Der 12. Wr. Gemeindebezirk in Vergangenheit und Gegenwart 1930; D. Schmutzer, Wienerisch g’redt, Gesch. der Wr. Mundartdichtung 1993; S. Wilheim in Wr. Wandelbilder [o. J.]. – Nachlass im Bezirksmuseum Meidling.

Autor(en)
Ernst Weber
Empfohlene Zitierweise
Ernst Weber, Art. „Lorens (nicht Lorenz), Carl‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]