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Lassel, Lassel, true Rudolf
* 1861-03-1515.3.1861 Kronstadt/Siebenbürgen (Braşov/RO), † 1918-01-1818.1.1918 Kronstadt. Musikpädagoge und Komponist. L. wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sein Großvater Franz Lebrecht war Direktor des Honterus-Gymnasiums in Kronstadt und gab Klavierunterricht, sein Vater Franz L. komponierte selbst Lieder. L. begann 1880 ein Philosophie- und Theologiestudium in Leipzig/D, das er bald abbrach und sich am 22.4.1881 am dortigen Konservatorium in den Fächern Komposition (bei Salomon Jadassohn, der ihn als „außergewöhnlich glücklich begabt“ bezeichnete), Klavier (bei Johannes Weidenbach), Orgel (bei Karl Piutti und Robert Papperitz) und Gesang einschrieb. Zu den neben L. in Leipzig anwesenden Studierenden zählten auch Gheorghe Dima und I. Muresianu aus Kronstadt. Er beendete sein Studium am 10.7.1883 mit hervorragenden Zeugnissen und kehrte nach Siebenbürgen zurück, wo er zuerst bis 1885 als Gesangslehrer an der Evangelischen Knabenschule in Kronstadt und danach bis 1887 als Musiklehrer am Gymnasium sowie an der Lehrerbildungsanstalt in Bistritz (Bistrița/RO) tätig war. Ab 1887 Organist an der evangelischen Stadtpfarrkirche, Leiter des Kirchenmusikvereins sowie Musiklehrer am Gymnasium und am Seminar in seiner Heimatstadt, übernahm L. 1889 auch die Chormeisterstelle des Kronstädter MGV.s. Außerdem gründete er einen Schülerchor, der im Sommer 1898 aus 70 Kindern bestand und während des Ersten Weltkriegs auch Mädchen aufnahm. Seine pädagogische Tätigkeit umfasste neben dem Musikunterricht am Gymnasium (für das er ein Handbuch in fünf Bänden mit populären und religiösen Liedern verfasste) auch privaten Musikunterricht in den Fächern Klavier, Gesang und Orgel. Seine berühmtesten Schüler waren P. Richter und die Geschwister Gmeiner. L. erwarb sich große Verdienste um die Wiederbelebung des kirchlichen Musiklebens in Kronstadt, setzte sich für die Verbreitung der Werke J. S. Bachs ein und führte am 20.2.1907 erstmals in Südosteuropa eine von dessen Kantaten auf. Er gilt als einer der bedeutendsten Kirchenmusikkomponisten in Siebenbürgen seiner Zeit.
Gedenkstätten
Gedenktafel am Wohnhaus in Kronstadt (s. Abb.).
Ehrungen
Widmungsträger von P. Richters Klaviersonate op. 12, Nr. 1 in c-moll.
Werke
Singspiel Amor im Pensionat; Leidensgeschichte nach Matthäus op. 23 [unvollendet]; Lieder; Chöre; Orch.ouvertüre; Orgelstücke; Ein Liederbuch für Schule und Haus.
Schriften
Die „Karpathen“ als Musikorgan in Die Karpathen 15.10.1907.
Literatur
W. Sand, R. L. u. die evangelische Kirchenmusik in Kronstadt (Siebenbürgen) auf der Schwelle zum 20. Jh. 1999; ÖBL 5 (1972); F-A 1936; Die Karpathen 1.6.1909, 508f; Zs. f. Musik 18.3.1922, 135; kulturstiftung.org/biographien/lassel-rudolf (8/2023); digital.slub-dresden.de/werkansicht (8/2023).

Autor*innen
Emanuel Wenger
Christian Fastl
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
30.10.2023
Empfohlene Zitierweise
Emanuel Wenger/Christian Fastl/Monika Kornberger, Art. „Lassel, Rudolf‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 30.10.2023, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d6fe
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Neue Zeitschrift für Musik 18.3.1922, 135 © ANNO/ÖNB
Gedenktafel am Wohnhaus in Kronstadt, Curtea J. Honterus 5.© Emanuel Wenger
© Emanuel Wenger

DOI
10.1553/0x0001d6fe
GND
Lassel, Rudolf: 122152115
OBV
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