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Krall, Krall, true Karl
* 1895-03-1313.3.1895 Wien, † 1936-03-2929.03.1936 Wien. Kapellmeister. Vorehelicher Sohn der Handarbeiterin Caroline Anna Königbauer (* 29.9.1864 Wien) und des Krawattenerzeugers Carl Victor Stephan Krall (* 15.7.1866 Wien). Zu seiner musikalischen Ausbildung ist nichts bekannt. Anfang der 1920er Jahre Militärkapellmeister bzw. -stellvertreter des IR Nr. 3. In dieser Eigenschaft war er verantwortlich für die Filmmusik zu dem Vortragsfilm Könige des Humors, der von M. H. Heger und Wilhelm Zeller gestaltet und am 15.10.1922 im Wiener Park-Kino uraufgeführt wurde. Im Juni 1925 dirigierte er im Lifka-Kino in Salzburg. Ab August 1926 Leiter des Ufa-Konzertorchesters sowie der Jazzband des von der Ufa erworbenen Zentral-Kinos (Wien II, Taborstraße 8). K. etablierte sich in der Folge als einer der gefragtesten Kinokapellmeister Wiens. Ab Dezember 1927 leitete er das etwa 20-köpfige Orchester des zum Kino umgebauten früheren Lustspieltheaters (Wien II, Ausstellungsstraße). Seine Begleitung zu dem russischen Film Das Ende von St. Petersburg 1928 wurde besonders gefeiert, der Regisseur des Films, Wsewolod Illarionowitsch Pudowkin, übersandte K. einen Lorbeerkranz. Mit der Eröffnung des Apollo-Kinos (Wien VI, Gumpendorferstraße) im September 1929 übernahm K. die Leitung der dortigen Kapelle, der Apollo-Jazz. Diese spielte nach englischem Vorbild auf der Bühne und gestaltete erfolgreiche Bühnenschauen für das Kinopublikum, eine Idee, die auch von anderen Großkinos übernommen wurde, etwa 1931 im zum Kino umgebauten ehemaligen Scalatheater (Wien IV, Favoritenstraße) mit der Scala-Jazz von F. Fox. Mit der Jazzkapelle K. K. (vermutlich die Apollo-Jazz) war er von Mai 1931 bis Jänner 1936 regelmäßig auf Radio Wien zu hören, die Apollo-Jazz dirigierte er auch auf Wiener Bällen. Nach dreijährigem Engagement am Apollo-Kino ging K. 1933 mit seiner Kapelle auf Tournee nach Deutschland und absolvierte Gastspiele in Hamburg, Leipzig, Dresden und München. Im Juni wurde er angeblich aus Deutschland ausgewiesen, kehrte nach Österreich zurück und spielte mit seiner Kapelle in verschiedenen Wiener Kinos sowie im Sommer in Brünn. In der Saison 1933/34 wechselte er mit seiner Kapelle vom Kino ins Varieté, er erhielt ein Engagement als ständiges Orchester des Ronachers.
Schriften
Zum Problem der Kinomusik in Salzburger Wacht 7.5.1927.
Werke
Arrangements von Stummfilmmusik; Potpourris.
Literatur
Der Tag 31.3.1936, 7; 4.4.1936, 14; Wr. Neueste Nachrichten 30.3.1936, 3; Der Filmbote 21.10.1922, 3; Das Kino-Journal 7.10.1922, 11; Mein Film 82 (1927), 10; Neues Wr. Journal 14.8.1926, 12; Wr. Ztg. 7.4.1923, 5; Kleine Volks-Ztg. 1.12.1927, 5; Das Kino-Journal 9.6.1928, 15; Tonfilm Theater Tanz 1/10 (1933), 11; Der Abend 12.8.1931, 3, 14.6.1933, 3, 21.6.1933, 11; Die Stunde 1.9.1933, 6; Salzburger Volksbl. 12.6.1925, 7; Taufbuch des Alservorstadtkrankenhauses (Wien VIII) 1895, fol. 258; Sterbebuch der Pfarre Krim (Wien XIX) 1935–38 [1936], fol. 10; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adresskalender).
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
4.9.2020
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Krall, Karl‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.9.2020, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003bce26
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Mein Film 82 (1927), 9© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003bce26
GND
Krall, Karl: 1265526958
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