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Innviertel
Landschaft Oberösterreichs östlich des Inns (die heutigen politischen Bezirke Braunau, Ried und Schärding umfassend); kam 1704 nach dem Sieg von Höchstädt/D vorübergehend, nach dem Teschener Frieden 1779–1809, endgültig aber erst 1814 von Bayern an Österreich. Damit hängt wohl die starke Identifizierung der hier lebenden Menschen zusammen, die sich in der nach wie vor bayerischen Färbung von Mundart und Ausdrucksweise ebenso niederschlägt wie in der Form der traditionellen Bauernhäuser (Vierseithof), aber auch in selbstbewussten Gstanzln und der gravitätischen Ausführung des Landlatanzes (Ländler, s. Abb.). In diesem sind Gesang und Tanz noch engstens verbunden, über seine Taktart ist viel diskutiert worden. Nach Aussage der Tanzträger hat ihr Landla überhaupt „keinen Takt“, nach Beobachtern „schwankt [er], z. B. beim Singen des Gstanzls zu Zweivierteltakt oder Viervierteltakt neigend, bei der Wiederholung desselben als Jodler zu Dreivierteltakt, beim Tanz ohne Singen beinahe zu Sechsachteltakt beschleunigt, beim Erscheinen der Figur des ‚Paschens‘ reiner Dreivierteltakt in langsamerem Tempo“ (Hamza). Seit Mitte des 19. Jh.s wird der I.er Landla besonders durch Burschenschaften („Zechen“) gepflegt und weist dann oft eine nur diesen geläufige Abfolge der Figuren auf („ihr Landla“, „Zettellandla“). Die geistliche Tradition des I.s war v. a. durch die innerhalb auffallend kurzer Zeit dies- und jenseits des Inns gegründeten Stifte Vornbach (Formbach, 1094), Ranshofen (1125), Reichersberg (1084) und Suben (1126) sowie von Passau (Stift St. Nicola und Diözese) geprägt. Einige Komponisten aus dem I. erlangten überregionale Bedeutung (u. a. Th. L. Schmidtpauer, A. Hirschberger, R. I. Mayer, J. Reiter).
Literatur
ÖL 1995; E. Hamza in Das dt. Volkslied 38 (1936).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Innviertel‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 03/01/2003]