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Haupt, Haupt, Karl Familie
Karl (Carl): * 1876-02-1919.2.1876 Gnadendorf/NÖ, † 1934-06-1919.6.1934 Wien. Kapellmeister und Komponist. Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt in Wiener Neustadt. Ging ca. 1894 nach Wien als Geiger zur Militärmusik. 1897–99 Ausbildung am Konservatorium der GdM (zunächst Harmonielehre bei R. Fuchs, danach Klarinette bei F. Bartolomey). 1898 Gründung einer eigenen Salonkapelle, mit der er in verschiedenen Wiener Etablissements spielte (Brady’s Wintergarten, Venedig in Wien) und zahlreiche Tourneen unternahm, u. a. im Oktober 1908 nach New York/USA. Nach seiner Rückkehr aus Amerika enthielt das Repertoire seiner Kapelle auch ragtimeartige Titel, von denen er einige auf Schallplatten einspielte. Seine beiden Operetten wurden 1909 und 1910 im Sommertheater in Venedig in Wien uraufgeführt. Ab 1919 Kapellmeister im Wiener Etablissement Chapeau Rouge, wo H. ab 1924 auch Saxophon spielte. Daneben spielte er immer wieder auch zum 5-Uhr-Tee im Tabarin. Ab 1926 bis kurz vor seinem Tod war H. mit seiner Kapelle regelmäßig auf Radio Wien zu hören. Als Komponist verschrieb er sich der Unterhaltungsmusik, neben Wienerliedern und Schlagern schuf er mit Märschen und Tänzen auch neues Repertoire für seine Kapelle.
Ehrungen
Widmungsträger von F. Raymonds O old Joe, op. 104.
Werke
Operetten (Eine Liebesnacht 1909; Jagdfieber 1910 [T: jeweils Edmund Skurawy]); Schlager (Grenadier-Shimmy [T: F. Löhner], Was schert mich die Welt [T: P. Herz], Kennen Sie die Inge [T: Bertl Berndt]; Wienerlieder (Steffel du alter, du halt’st treue Wacht [T: F. Allmeder], Kinder, so jung kam‘ ma nimmermehr z’samm [T: F. Allmeder], An mein Wien [T: Bernhard Kaempfner]); Märsche Erzherzog Karl Franz Josef-Marsch, Windisch-Grätz-Marsch, Thronfolger-Marsch); Potpourris; Plattenaufnahmen.
Literatur
ÖBL 2 (1959); Lang 1974 u. 1986; Erhart 1998; Czeike 3 (1994); Hauenstein 1976; Pazdirek 8 (1904–10); K. Nowakowski in Ch. Glanz/M. Permoser (Hg.), Anklaenge 2011/12 (2012); F. Anzenberger/W. Schwanzer, Blasmusikkomponisten aus Niederösterreich 2012; Stieger II/2 (1977); W. Hirschenberger, Populäre Musik und Jazz in Österreich – Historische Tondokumente 1902-1920 in http://www.jazzkutatas.eu/article.php?id=131, 10/2014); Neues 8 Uhr Blatt 6.9.1924, 8 u. 23.9.1925, 8; Niederösterr. Nachrichten 12 (2018), 29; eigene Recherchen (u. a. Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).


Sein Sohn Richard: * 5.12.1919 Wien, † 1.10.2004 Wien. Barpianist. 1938–40 Studium an der Wiener MAkad. bei F. Reidinger (Musiktheorie). 1946/47 hospitierte er an der Kapellmeisterschule von H. Swarowsky, 1947/48 Fortsetzung des Musiktheorie-Studiums bei A. Uhl. Danach wandte er sich der Unterhaltungsmusik zu und bildete gemeinsam mit Ernst Kubasek ein lange Zeit in der Schweiz (Arosa, Luzern, Zürich) tätiges Duo. Es folgten jahrelange Engagements in der Region Montafon in Vorarlberg . 1957 Pianist in der Wiener City-Bar (Wien I, Johannesgasse).


Werke
Wienerlieder (Ein Wiener auf dem Kahlenberg [T: Ernst Buchta], gem. m. H. Winter u. E. Buchta: Bin verliebt in ein Mädel aus Wien [T: H. Winter, E. Buchta u. R. H.]).
Literatur
Das internationale Podium 10/118 (Oktober 1957), 6; www.friedhoefewien.at (12/2014); Mitt. Archiv MUniv. Wien; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Haupt, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21.3.2018]