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Haudek, Haudek, true Karl
* 1862-10-2121.10.1862 Wien, 1919-07-1414.7.1919 Wien. Geigenmacher. H. lernte bei C. H. Voigt und G. Lemböck. Nach dem Militärdienst arbeitete er ab 1886 als Geselle bei Lemböck und wurde bereits ein Jahr später in dessen Firma Geschäftsführer; am 1.12.1891 übernahm er das Geschäft Lemböcks in der Canovagasse (Wien I). Er steht damit in der Reihe jener Geigenmacher, die ihren Sitz im Musikvereinsgebäude haben und – bis zum Ende der Monarchie – den Titel „k.k. Geigenbauer“ führten bzw. als Geigenmacher für die Wiener Philharmoniker tätig waren. Zu seinem Kundenkreis zählten neben Wiens führenden Orchestern die Gesellschaft der Musikfreunde und das Wiener Konservatorium. Als einziger Wiener Geigenbauer nahm er an der Weltausstellung 1893 in Chicago teil und erhielt eine Medaille verliehen. H. bekleidete in den folgenden Jahren verschiedene Posten in der Genossenschaft der Instrumentenmacher; 1913–17 war er deren Vorsteher. Er führte den Titel Kommerzialrat und war beeideter Schätzmeister. Nach H.s Tod führte die Witwe das Geschäft zumindest bis 1924 weiter.

H. war ein guter und vielbeschäftigter Reparateur und baute auch Violinen und einige Violoncelli, die allgemein gelobt werden. Er kopierte kein bestimmtes Geigenmodell, sondern vereinigte Merkmale verschiedener Meister zu einem persönlichen Modell.


Literatur
W. Henley, Universal Dictionary of Violin and Bow Makers 1973; K. Jalovec, Deutsche und Österreichische Geigenbauer 1967, 150; A. Krotky, Der Wiener Geigenbau im 19. und 20. Jh. dargestellt am Beispiel der im Gebäude der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ansässigen Streichinstrumentenmachermeister, Diss. Wien 1996; Lütgendorff 61975; Prochart 1979; R. Vannes, Dictionnaire Universel des Luthiers 1979.

Autor(en)
Rudolf Hopfner
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Hopfner, Art. „Haudek, Karl‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]