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Grimani, Grimani, true Familie
Venezianische Adelsfamilie mit enger Verbindung zu den Habsburgern und dem Kaiserhof. Die Familie, aus der mehrere Dogen der Republik hervorgingen, unterhielt in Venedig mehrere Opernhäuser (SS Giovanni e Paolo, S Samuele, S Giovanni Grisostomo, S Benedetto). In musikalischer Hinsicht für Österreich von Bedeutung sind:

Maria Margherita: * ?, † ?; lebte ca. 1713–18 am Wiener Hof, wo drei ihrer Werke aufgeführt wurden. Das Componimento dramatico Pallade e Marte (Bologna 1713) ist Karl VI. gewidmet.


Werke
Pallade e Marte (1713), La visitazione di Elisabetta (Wien 1713), La decollazione di S. Giovanni Battista (Wien 1715).


Vincenzo: * 15.5.1652 Venedig oder 16.5.1655 Mantua/I, † 26.9.1710 Neapel/I. Kardinal, Librettist und Diplomat. Schon früh für den geistlichen Stand bestimmt, trat er 1677 in das Kloster von Lucedio ein. Seine diplomatischen Dienste für die Habsburger wurden 1697 mit der Verleihung der Kardinalswürde belohnt. 1708 wurde G. Vizekönig von Neapel-Sizilien. Ab den 1680er Jahren trat G. auch als Librettist hervor; er verfasste u. a. das Libretto zu Agrippina, G. F. Händels größtem Erfolg.


Werke
Teodosio (1699), Elmiro re di Corinto (1686), Orazio (1688), Agrippina (1709).


Pietro: * 1677 Venedig, † 7.3.1752 Venedig. Gesandter am Wiener Hof (handelte 1713 eine Allianz zwischen der Serenissima und dem Reich gegen die Türken aus) und ab 1741 Doge der Republik Venedig. P. G. stand in der Tradition der Arcadia und war ein großer Förderer von Literatur und Wissenschaft.


Literatur
NGroveD 10 (2001); NGroveDO 2 (1992); L. v. Köchel, J. J. Fux 1872; E. Hilscher in StMw 41 (1992); E. Wellesz in StMw 6 (1919); MGG 5 (1956); Wurzbach 5 (1859).

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Grimani, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 03/01/2002]