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Dunkl, Dunkl, true Johann Nepomuk
* 1832-08-066.8.1832 Budapest?, † 1910-01-2929.1.1910 Budapest. Pianist, Musikverleger. Klavierunterricht bei den Herren Merkl und Gebauer sowie Gesangsunterricht bei Mathias Engesser am Konservatorium des Budapester Musikvereins. Zur Fortsetzung des Unterrichtes ging er nach Wien, zunächst zu F. Kärgling. Nach einem Vorspiel bei F. Liszt vermittelte ihn dieser zu A. Rubinstein. Nach Liszts Rückkehr nach Wien Anfang 1846 übernahm dieser für einige Zeit D.s Unterricht, D. begleitete ihn auf eine Reise nach Ungarn, danach Privatunterricht bei einem Herrn Navratil „unter Czerny’s Oberaufsicht“. Nach der Teilnahme an der Revolution 1848 musste D. flüchten, zurück in Wien arbeitete er zunächst als Privatmusiklehrer und trat im Jänner 1852 erstmals öffentlich im Wiener Schubert-Salon auf. Daneben widmete er sich regelmäßig der Malerei. Im Frühsommer 1862 fuhr er wieder nach Budapest. Nach seiner Rückkehr nach Wien war er erneut als Klavierpädagoge tätig, u. a. als Vertreter seines Jugendfreundes K. Goldmark von C. Bettelheim. Gemeinsam mit S. Bachrich (V.) und Ferri Kletzer (Vc., später ersetzt durch Wilhelm Kupfer) veranstaltete er ab Ende 1858 Triosoiréen, trat als Klavierbegleiter an die Öffentlichkeit und versuchte, K. Goldmarks Werke in Wien bekannt zu machen. Am 6.8.1861 heiratete er in Budapest die Sängerin Josepha (Josefine) Grinzweil (* ? Pest [Budapest], † 29.8.1911 Budapest), Schwester des Mitbegründers des Budapester Musikverlages Rozsavölgyi & Comp. Norbert Grinzweil. Ihre Wohnung wurde Treffpunkt u. a. von K. Tausig, J. Brahms, S. Nottebohm und P. Cornelius. Im Juni 1864 gründete D. eine Musikalienhandlung in Wien, die er bis 1866 betrieb. Danach kehrte er endgültig nach Budapest zurück und wurde Teilhaber des Verlages seines Schwagers. D. wurde zu einem wichtigen Faktor des Budapester Musiklebens. Er pflegte Kontakte zu zahlreichen zeitgenössischen Komponisten, organisierte Konzerte, trat mitunter selbst auf (u. a. 1873 gemeinsam mit F. Liszt) und wurde ein Förderer junger Komponisten. Taufpate seines Sohnes Norbert Gotthard (* 13.6.1862 Wien, † ?) war Josef Gotthard, Buchhalter der Musikalienhandlung C. A. Spina. Norbert betrieb später die Konzertagentur Direction artistique in Budapest.
Schriften
Aus den Erinnerungen eines Musikers, Wien 1876; Beiträge für das Musikalische Wochenbl.
Werke
Klavieretüden.
Literatur
J. N. D., Aus den Erinnerungen eines Musikers 1876; Oesterr.(-ungar). Buchhaendler-Correspondenz 10.8.1864, 216, 2.3.1910, 123; Pester Lloyd 31.8.1911, 9, 4.2.1903, 2; Fremden-Bl. 29.1.1852, [2]; Musikalisches Wochenbl. 6.12.1872, 792, 6.4.1877, 217; Neues Fremden-Bl. 15.1.1873, 15; Die Presse 13.4.1852, 2; Bll. für Musik, Theater und Kunst 7.4.1858, 3, 5.4.1861, 112; Neues Wr. Tagbl. 31.1.1910, 12; Taufbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1860–65, fol. 183; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Dunkl, Johann Nepomuk‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17/07/2017]