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Draghi, Draghi, Antonio: Familie
Antonio: * --zw. 17.1.1634/16.1.1635 Rimini, 1700-01-1616.1.1700 Wien. Komponist, Kapellmeister und Librettist. Wurde wahrscheinlich in Venedig ausgebildet. 1658 wechselte D. an den Wiener Hof (Kapelle der Kaiserinwitwe Eleonora Gonzaga [II.]), wo er 1661 – als Librettist – erstmals in Erscheinung trat. 1666 entstand seine erste Oper La Mascherata. 1668 wurde D. Vizekapellmeister der Kaiserinwitwe, 1669 Kapellmeister. Wegen seines Erfolges als Opernkomponist ernannte ihn Leopold I. 1673 zum „Intendente delle musiche teatrali di S.C.M.“, 1682 zum Hofkapellmeister in der Nachfolge von J. H. Schmelzer. D. ist einer der prominentesten Musiker der Wiener Hofmusikkapelle des Hochbarock (Barock). Mit seinen musikdramatischen Kompositionen und seinen Oratorien prägte er (in der Nachfolge A. Cestis) gemeinsam mit dem Librettisten N. Minato und dem Bühnenarchitekten L. Burnacini 30 Jahre lang die leopoldinische Oper und festigte den in Europa geradezu legendären Ruf der Wiener Hoffeste und Opernaufführungen.
Werke
124 Opern oder andere Bühnenwerke, ca. 50 Werke vokaler Kammermusik, 41 Sepolcri und Oratorien, 2 Messen (s. Abb.), Stabat mater, Psalmen, Hymnen, ca. 12 Libretti (WV in NGroveD und NGroveDO).


Sein Sohn Carlo Domenico: * 21.5.1669 Wien, † 2.5.1711 Wien. Organist und Komponist. Wurde 1688 als Schüler von F. T. Richter in die HMK aufgenommen und 1692/93 auf Kosten des Kaisers in Italien weiter ausgebildet. Mit 1.10.1698 wurde er zum Hoforganisten ernannt. Als Komponist trat C. D. wenig in Erscheinung (nur einige Einlagearien für Werke seines Vaters überliefert).


Literatur
NGroveD 7 (2001); MGG 5 (2001); NGroveDO 1 (1992); Seifert 1985; ÖL 1 (1995); Czeike 2 (1993); N. Hiltl, Die Oper am Hofe Kaiser Leopolds I., Diss. Wien 1974; E. Sala di Felice/D. Daolmi (Hg.), „Quel novo Cario, quel divin Orfeo“. A. D. da Rimini a Vienna 2000; R. Topka, Der Hofstaat Kaiser Karl VI., Diss. Wien 1954.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Draghi, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]