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Dom-Musik-Verein und Mozarteum Salzburg
Bürgerliche Musikgesellschaft. Nach der Aufhebung des fürsterzbischöflichen (1803) und kurfürstlichen (1806) Hofstaates verlor die im 17. und 18. Jh. sehr angesehene Salzburger Hofkapelle zunehmend an Bedeutung. Erste Bestrebungen, das Musikleben Salzburgs neu zu beleben, gehen auf den in Salzburg tätigen Wiener Advokaten und Wechselnotar Dr. F. Edlen von Hilleprandt zurück. Mit dem von ihm initiierten Dom-Musik-Verein und Mozarteum, der am 22.4.1841 unter Kardinal und Erzb. Friedrich Fürst zu Schwarzenberg aus der Taufe gehoben wurde, wurde der Grundstein für viele bedeutende Kulturinstitutionen Salzburgs gelegt. Ziele des Vereins waren zunächst die Errichtung einer musikalischen Lehranstalt für die Jugend unter dem Namen „Mozarteum“, die Pflege der Kirchenmusik im Salzburger Dom und in anderen Kirchen der Stadt sowie die Veranstaltung von Konzerten. Um diesen Aufgaben gerecht werden zu können, stellte der Verein unter der künstlerischen Leitung von A. Taux vierzig Musiker ein, die dem Konzertleben neue Impulse geben sollten. Einen ersten musikalischen und gesellschaftlichen Höhepunkt seiner Tätigkeit stellte das erste Salzburger Musikfest dar, das anlässlich der Errichtung des Mozart-Denkmals stattfand. Bei der feierlichen Enthüllung auf dem Mozartplatz am 4.9.1842 waren beide Söhne W. A. Mozarts, Franz Xaver und Carl Thomas, anwesend, durch deren Vermächtnis in den Jahren 1844 und 1856 eigenhändig geschriebene Fragmente und Skizzen ihres Vaters, der größte Teil der Familienkorrespondenz, Familienporträts sowie die Originalinstrumente in den Besitz des Vereins kamen. Zunehmende Aktivitäten in Hinblick auf die Zentenarfeier von Mozarts Geburt 1856 lassen bereits erste Tendenzen einer Verselbständigung des „Mozarteums“ erkennen, die jedoch durch die Intervention seines Sekretärs Hilleprandt zunächst verhindert wurde. Nach dem Tode Taux’ wirkten H. Schläger (1861–68) und O. Bach als Kapellmeister des Vereins. Finanzielle Schwierigkeiten des Dom-Musik-Vereins und Mozarteums in den 1860er Jahren und dessen divergierende Ziele führten, um das Kulturleben der Stadt zu erhalten und die Veranstaltung der Salzburger Musikfeste – Vorläufer der Salzburger Festspiele – international zu beleben, unter K. Frh. v. Sterneck-Daublebsky zu Ehrenstein am 16.10.1870 zur Gründung der Internationalen Mozart-Stiftung (Internationale Stiftung Mozarteum). Ziel dieser Institution war die Fusionierung mit einem selbständigen „Mozarteum“ zur Errichtung einer Hochschule für Musik (heute Universität „Mozarteum“), die Errichtung eines „Mozart-Hauses“ und die Veranstaltung von periodischen Konzerten. Nach mehrjährigen Verhandlungen kam es am 1.1.1881 zur juridischen Auflösung des Dom-Musik-Vereins und Mozarteums; seither gehen beide Institutionen getrennte Wege.
Literatur
L. Mielichhofer in Zs. für Deutschlands Musik-Vereine und Dilettanten 3/1 (1843); Hundert Jahre Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg 1880–1980. Eine Chronik. Zusammengestellt von R. Angermüller (bis 1926) u. G. Rech 1980; E. Hintermaier in Bürgerliche Musikkultur im 19. Jh. in Salzburg 1981; E. Hintermaier in MozartJb 1980–83, 1983.

Autor(en)
Johanna Senigl
Empfohlene Zitierweise
Johanna Senigl, Art. „Dom-Musik-Verein und Mozarteum Salzburg‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]