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Diabelli Diabelli Nicolaus: (eig. Demon), Familie
Nicolaus: * 1752-03-2424.3.1752 Aurolzmünster/OÖ, † 1823-03-1515.3.1823 Mattsee/Sb. Mesner und Musiker. Änderte bereits vor 1778 seinen Namen von Demon auf D. und war 1778/79 Konventdiener, Musiker und „Knabeninstructor“ im Benediktinerstift  Asbach bei Rotthalmünster/D nahe Passau. Anschließend Stiftsmusiker bzw. Choralist in Mattsee, hier ab 1803 auch Mesner. Seine Frau Regina war eine Musikertochter aus Uttendorf/Sb.

Seine Söhne

Anton: * 5.9.1781 Mattsee/Sb, † 7.4.1858 Wien. Komponist und Musikverleger. Erhielt seine erste Ausbildung als Sängerknabe in Michaelbeuern. Danach Sängerknabe an der Salzburger Domkapelle (Studien bei M. Haydn, J. Tomaselli, Mat. Stadler) und Student an der dortigen Univ. 1797/98 nochmals kurz in Michaelbeuern, von wo er nach München (1798) und dann ins Zisterzienserstift  Raitenhaslach/D (1798–1802) ging; offenbar strebte D. in dieser Zeit ein Theologiestudium an. Vermutlich von M. Haydn, mit dem er auch in Raitenhaslach in Verbindung stand, animiert, übersiedelte D. 1802 nach Wien, wo er vorerst als Klavier- und Gitarrelehrer wirkte. Ab 1806 arbeitete er im Verlag von S. A. Steiner, bis er 1817 seinen eigenen Verlag gründete und ein Jahr später einen Gesellschaftsvertrag mit P. Cappi einging (Musikverlag Cappi & Diabelli). 1823 trat D. aus der Verlagsgemeinschaft aus und gründete 1824 ein eigenes Geschäft, in das nach wenigen Monaten A. Spina eintrat (Diabelli & Comp.). 1850 wurde Spinas Sohn C. Spina als Gesellschafter aufgenommen, der den Verlag ab 1852 unter dem Titel C. A. Spina alleine weiterführte. 1851 wurde D. auf sein eigenes Ansuchen hin L. v. Sonnleithner als Kurator zur Seite gestellt. Neben seiner verlegerischen Tätigkeit war D. ein fruchtbarer Komponist; bekannt wurde er v. a. durch L. v. Beethovens 33 Variationen über einen Walzer von A. D. (op. 120). D. hat v. a. als Verleger Fr. Schuberts große Bedeutung erlangt. Sein Schwiegersohn war J. Greipel.


Gedenkstätten
D.gasse (Wien XIII); Gedenktafel am Mesnerhaus im Mattsee.
Ehrungen
Ehrenmitglied des Musikvereines für Steiermark 1820, der Musikvereine von Pest, Pressburg und Ödenburg sowie des Mozarteums Salzburg und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; k. u. k. Hofmusikalienhandlung 1846.
Werke
Schauspielmusik, Messen, Kirchenmusik (s. Abb.), Kompositionen für Git.


Johann Nepomuk: get. 1.6.1784 Mattsee, † 3.9.1869 Seekirchen am Wallersee/Sb. Kirchenmusiker. Studierte 1798/99 wenig erfolgreich an der Univ. Salzburg. Er wirkte 1823–56 als Stiftschorregent in Seekirchen am Wallersee.

Leopold: get. 4.2.1787 Mattsee, † nach 1823 (Ort?). Sänger. War 1798–1803 Salzburger Kapellknabe und 1802/03 auch Kapelldiener. Spätestens ab 1817 in Wien, wo er noch 1823 als Chorist am Kärntnertortheater wirkte.

Michael: get. 23.5.1795 Mattsee, † nach 1823 (Ort?). Sänger. Ist 1823 ebenfalls als Chorist in Wien nachweisbar, jedoch am Theater an der Wien.


Literatur
MGG 3 (1954); NGroveD 7 (2001); Czeike 2 (1993); L. Kantner, Leben und Kirchenkompositionen von A. D., Diss. Wien 1957; ÖL 1995; ÖBL 1 (1957); Beiträge von I. Holzer und E. W. Partsch in D. Šedivý (Hg.), [Kgr.-Ber.] Salzburgs Musikgeschichte im Zeichen des Provinzialismus? 2014; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848, 2004; Schul- und Konzertbericht des Steiermärkischen Musikvereines in Graz für das Schuljahr 1913–1914, 1914; Sterbebuch 1854–71 der Pfarre Seekirchen, fol. 169.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher/Christian Fastl, Art. „Diabelli (eig. Demon), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/10/2017]

ABBILDUNGEN
Anton Diabelli© Bildarchiv Austria, ÖNB
Anton Diabelli  © Bildarchiv Austria, ÖNB

GND
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Diabelli Nicolaus
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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