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Gottinger, Gottinger, true Heinrich
* 1860 -04-3030.4.1860 Niederpöring (heute Oberpöring bei Straubing/D, † 1926 -03-1818.3.1926 München/D. Sänger (Bariton). Der Sohn eines Lehrers begann eine pädagogische Ausbildung in Passau, studierte dann aber Gesang am Münchner Konservatorium. G. debütierte 1881/82 am Stadttheater in Ulm/D, ging 1883 als Erster Bariton nach Olmütz, wo er seine spätere Frau F. Wilt kennenlernte. Nach Engagements in Würzburg/D, Bremen/D und Aachen/D wurde er ab 1889/90 an das Opernhaus in Graz verpflichtet, wo er bereits im April debütiert hatte. Hier entwickelte sich G., der im Laufe der Zeit über 60 Partien beherrschte, zu einer Stütze des Ensembles. In Konzerten, mitunter von seiner Frau am Klavier begleitet, sang er auch Lieder zeitgenössischer steirischer Komponisten wie H. v. Zois und Otto Grosse. Einige gemeinsame Konzerte gab er mit seiner Schwiegermutter M. Wilt, u. a. in Bad Ischl (Sommer 1887) und Graz (November 1888). Zu Ostern 1893 übernahm er, unterstützt von seiner Frau, die Leitung des Grazer Opernhauses von Andreas Aman auf Dauer von sechs Jahren. 1900–03 war er Direktor der Vereinigten Stadttheater von Düsseldorf/D und Duisburg/D, wo er auch noch als Sänger auftrat. Danach beendete er seine aktive Bühnenlaufbahn und unterrichtete bis Mitte Februar 1907 „dramatische Darstellung für Opernschüler und Schülerinnen“ am Konservatorium der GdM in Wien. Der Plan, 1907 erneut die Leitung des Grazer Opernhauses zu übernehmen, zerschlug sich. 1911/12 Direktor-Stellvertreter und Oberregisseur an der Berliner Komischen Oper. Danach ließ er sich in München nieder. Seine Tochter Maria Doloros Francisca Henriette (* 29.11.1893 Graz, † ?.10.1924 Berlin [Freitod]) war unter dem Namen Dolores G. ab 1913 als Schauspielerin in verschiedenen deutschen Städten tätig.
Ehrungen
Ehrenmitglied des Sänger-Vereines Würzburg; Große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft der römischen Akademie „Frentano“ 1897; Ritterkreuz des Ordens vom heiligen Grabe zu Jerusalem 1897.
Literatur
K-R 1997; Eisenberg 1903; Die Lyra 15.5.1887, 6; Grazer Volksbl. 22.4.1888, 14, 16.11.1888, 8, 31.3.1889, 3, 13.4.1890, 7, 8.2.1893, 2, 11.2.1893, 3, 11.6.1893, 13f, 29.11.1893, 18, 16.5.1897, 4, 5.10.1897, 3, 31.5.1907, 3, 11.12.1907, 15; Grazer Tagbl. 20.7.1899, 18; Dt. Volksbl. 23.11.1909, 10; Der Humorist 1.4.1926, 4; (Linzer) Tages-Post 14.10.1924, 3; 20.3.1926, 11, 8.1.1930, 4; Taufbuch der Pfarre Graz-Hl. Blut Tom. 36, 1893–1903, fol. 46; eigene Recherchen (Bühnen-Jb.er; Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Gottinger, Heinrich‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24/01/2017]


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Weiterführende Literatur (OBVSG)
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Gottinger, F. Wilt
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